Montag, 29. November 2010

Foodblogs in der Klatschpresse!

Eigentlich lese ich ja nur hochintellektuelle Zeitschriften und Bücher. Uneigentlich lese ich aber auch ganz gerne Klatschmagazine. Zum Beispiel die "Grazia". Und was entdecke ich da in der aktuellen Ausgabe?


Aha! Auch die Klatschpresse hat die Kochblogs für sich entdeckt und empfiehlt ihren Lesern ausgewählte Foodblogs. An der Auswahl gibt es nichts zu meckern. Es sind einige englischsprachige Blogs wie 101 Cookbooks, La Tartine Gourmande, Delicious Days darunter. Aber keine Angst, "wenn Sie bei Robbie Williams mitsingen können, werden Sie sie verstehen" (Originalzitat). An deutschsprachigen Blogs empfiehlt die Grazia z.B. Aux délices de Aurelie, Rettet das Mittagessen, Anonyme Köche und Grüße aus der Küche. Auch Nutriculinary wird empfohlen, aber Grazia möchte offensichtlich die geneigten Leser nicht überfordern: Nutriculinary ist "aber etwas anspruchsvoll". Also mit Vorsicht zu genießen ;-)


Ich freue mich immer über die Nennung von Kochblogs in der Presse, auch wenn es in einer Zeitschrift wie Grazia erscheint! Was meint ihr?

Sonntag, 28. November 2010

Weihnachtsbäckerei: Christstollen

Ich liebe Christstollen. Meine Oma hat früher jedes Jahr ihren legendären Christstollen gebacken, auf den selbst der benachbarte Bäcker neidisch war. Leider habe ich das Rezept meiner Omi nicht, aber die Erinnerung an diesen Stollen ist immer noch sehr präsent! Deshalb wollte ich mich dieses Jahr, nachdem der Früchte-Quarkstollen im letzten Jahr ganz gut gelungen war, endlich mal selbst an einen "richtigen" Christstollen heranwagen.

Auf der Suche nach einem Rezept, das die Zutaten enthielt, die ich vom Christstollen meiner Omi in Erinnerung hatte (Rosinen, Orangeat, Zitronat, kein sichtbares Marzipan) wurde ich bei chefkoch.de fündig und habe dieses Rezept für einen Weihnachststollen ausprobiert. Die ganzen 2 Würfel Hefe (84g Hefe!) im Rezept haben mich zuerst etwas irritiert, aber nachdem die Angabe in den Kommentaren bestätigt wurde und sich die Lobpreisungen des Stollens in den Kommentaren schier überschlagen haben, war klar: das probiere ich aus! Schon nach dem Backen roch der Stollen sehr verführerisch. Doch ich habe mich brav wie angegeben zwei Wochen geduldet und den Stollen ziehen lassen, bevor ich ihn gestern angeschnitten habe. Und was soll ich sagen: ein Traum von Stollen! So muss das schmecken! Ich bin völlig hin und weg. 


Und hier noch der Stollen in voller Größe! Ich habe mir extra eine Stollen-Backform gekauft, damit der Stollen schön schmal bleibt. Ohne Backform neigt der Stollen nämlich dazu, in die Breite zu laufen. Das tut dem Geschmack keinen Abbruch, aber einen schmalen Stollen finde ich optisch schöner.


Christstollen
(für eine Christstollen-Backform mit 37cm Länge)

Zutaten:
300g Rosinen
3 EL brauner Rum
540g Mehl Type 405
90g Zucker
85g Butterschmalz (zimmerwarm)
250g Butter (zimmerwarm)
50g Zitronat
50g Orangeat
120g gemahlene Mandeln
30g Marzipan-Rohmasse
1/2 TL Salz
Abrieb einer Bio-Zitrone
1/2 TL Stollengewürz (selbst hergestellt aus Vanillemark, gemahlenem Zimt, gemahlenen Anissamen, gemahlenem Koriander, gemahlenden Nelken, gemahlenem Piment und gemahlenem Kardamom)
140ml Milch
2 Würfel frische Hefe

Für den Überzug:
80g Butterschmalz
30g Zucker
50g Puderzucker

Zubereitung:
Am Vortag die Rosinen in einer Schüssel mit dem Rum mischen und darin einweichen lassen.

Am Backtag zunächst einen Vorteig ansetzen. Dafür 70ml Milch lauwarm erwärmen. Die Hefe hineinbröckeln und gut verrühren, so dass sich die Hefe komplett auflöst. 1 Prise Zucker und 3 EL Mehl hinzugeben, gut verrühren. An einem warmen Ort abgedeckt ca. 20 Minuten gehen lassen. Butter und Butterschmalz aus dem Kühlschrank nehmen.

Wer wie ich das Stollengewürz selbst herstellt, halbiert jetzt eine Vanilleschote, kratzt das Mark heraus und verrührt es mit jeweils einer Messerspitze gemahlenem Zimt, Anissamen, Koriander, Nelken, Piment und Kardamom. Das ergibt ziemlich genau den benötigten halben Teelöffel Stollengewürz.

Wenn der Vorteig dickflüssig geworden ist, geht es an den Teig. Das restliche Mehl, den restlichen Zucker, das Salz, die Mandeln, das Butterschmalz, die in kleine Stücke geschnittene Butter, die ebenfalls in Stücke geschnittene Marzipanrohmasse, das Stollengewürz, den Zitronenabrieb, die restlichen 70ml Milch und den Vorteig in eine große Schüssel geben und mit den Knethaken des Handrührgeräts verkneten. Mit den Händen zu einem glatten, geschmeidigen Teig fertigkneten. In der Schüssel den Teig etwas flach drücken und Zitronat, Orangeat und die eingeweichten Rosinen in die Mitte geben. Den Teig an der Seite über Rosinen, Zitronat und Orangeat zusammenklappen und alles vorsichtig unterkneten, damit sich Rosinen, Zitronat und Orangeat gut im Teig verteilen. Den Teig abgedeckt 1 Stunde gehen lassen.

Derweil den Backofen auf 175 Grad vorheizen. Eine Stollenform mit Butter einfetten. Ein Backblech mit Backpapier auslegen. Den Teig nochmals kurz durchkneten. Teig in die Stollenform füllen und mit der offenen Seite nach unten diagonal auf das mit Backpapier ausgelegte Blech setzen. Auf der mittleren Schiene des Backofens ca. 1 Stunde backen.

Stollen aus dem Backofen nehmen, Stollenform abnehmen und Stollen erst mal auf dem Backblech etwas auskühlen lassen. Derweil in einem kleinen Topf das Butterschmalz für den Überzug schmelzen. Den noch heißen Stollen auf dem Backblech mehrmals großzügig mit dem Butterschmalz bepinseln. Dann mit dem Zucker bestreuen und großzügig mit Puderzucker bestäuben. Stollen abkühlen lassen, dann nochmals mit Puderzucker bestäuben. Stollen nach dem Abkühlen sehr vorsichtig - er bricht sehr leicht! - in Alufolie wickeln und an einem kühlen Ort 14 Tage ziehen lassen, bevor man ihn anschneidet.

Heute habe ich die erste Kerze an unserem Adventskranz angezündet, der dieses Jahr in den traditionellen Weihnachtsfarben rot, weiß, silber und natur gehalten ist, und eine Scheibe Christstollen zum Frühstück genossen. Perfekt! 
Und jetzt verschwinde ich in die Küche und backe die ersten Weihnachtsplätzchen :-)

Ich wünsche euch noch einen schönen 1. Advent!

Freitag, 26. November 2010

Nachgekocht: Eintopf mit Chorizo und Kichererbsen

Neulich gab es bei mir weiße Bohnen mit Thymian und Chorizo. In den Kommentaren hat Arthurs Tochter dabei auf ihren zerhackten Spanier hingewiesen, der ganz ähnlich zubereitet wird. Das habe ich mir natürlich gleich angeschaut und bin dabei auf einen Querverweis zu ihrem sehr schön herbstlichen Wirsingeintopf mit Chorizo und Kichererbsen gestoßen. Ha, gleich mal gedanklich vorgemerkt, Ideen zur Chorizo-Verwertung sind ja immer willkommen!

Heute war es dann soweit: ich hatte Chorizo und noch einen halben Chinakohl da, der kurzerhand den bei AT verwendeten Wirsing ersetzt hat. Daraus wurde ein feuriger Eintopf, der uns beim ersten Schnee dieses Winters prima gewärmt hat!


Und so habe ich ihn zubereitet:


Eintopf mit Chorizo und Kichererbsen
(2-3 Portionen)

Zutaten:
1/2 Chinakohl
1 Dose Kichererbsen (400g)
ca.80g Chorizo
1 TL Olivenöl
1 kräftiger Schuss Sherry Fino
ca. 50g getrocknete Tomaten
1 Knoblauchzehe
1 EL Tomatenmark
etwas Natron
1l Gemüsefond oder -brühe
Chilipulver
scharfes Paprikapulver
Pfeffer, Salz

Zubereitung:
Chinakohlblätter abzupfen, dicke Blattrippen entfernen und Blätter in mundgerechte Stücke schneiden. Chorizo in grobe Würfel schneiden. Kichererbsen in einem Sieb abtropfen lassen. Getrocknete Tomaten in Streifen schneiden. Knoblauch schälen und fein würfeln.

Olivenöl in einem großen Topf erhitzen. Chorizowürfel darin rundherum bei mittlerer Hitze anbraten, dann mit einem kräftigen Schluck Sherry ablöschen. Tomatenmark, getrocknete Tomaten und Knoblauch hinzufügen, kurz anschwitzen. Chinakohlblätter mit etwas Natron hinzugeben, ebenfalls kurz anschwitzen. Mit der Gemüsebrühe ablöschen, aufkochen lassen.. Dann alles zugedeckt bei mittlerer Hitze ca. 3 Minuten köcheln lassen. Der Chinakohl sollte noch etwas bissfest sein, wenn die Kichererbsen hinzugefügt werden. Mitsamt den Kichererbsen nochmals 2-3 Minuten köcheln lassen, dann mit Chili, Paprika, Salz und Pfeffer feurig würzen.

Sehr schöner Winter-Eintopf, geht ruck-zuck und heizt ordentlich ein!

Donnerstag, 25. November 2010

Jamies "30 Minuten Menüs" im Test, Teil 3: Spinat-Feta-Pastete, Gurkensalat, Tomatensalat

Herzlich willkommen zum 3. Teil des Kochbuchtestes von Jamie Olivers neuestem Werk "30 Minuten Menüs"! Nach dem desaströsen Start mit der superschnellen Hackfleischpfanne und dem etwas versöhnlicheren zweiten Menü, Hähnchen & Tomaten aus dem Ofen, habe ich diesmal das Menü auf Seite 70 nachgekocht: Spinat-Feta-Pastete, Gurkensalat, Tomatensalat und Eis im Nuss-Schoko-Mantel. Den Nachtisch habe ich mal wieder weggelassen, aber die restlichen Menübestandteile haben sowohl mir als auch meinem Mann - Achtung! wirklich gut geschmeckt!


Ich bin auch dieses Mal wieder so vorgegangen, wie ich es für richtig halte, und habe mich nicht genau an Jamies Schritt-für-Schritt-Anweisungen gehalten. Erst mal habe ich alle Zutaten bereitgestellt, dann die benötigten Küchenwerkzeuge. Das waren dieses Mal nicht ganz so viele: eine Pfanne, die eigentlich ofenfest sein sollte. Besitze ich nicht, daher habe ich zusätzlich zur Pfanne noch eine ofenfeste Backform bereitgestellt. Backpapier kommt wieder zum Einsatz, außerdem die Muskatreibe, die Microplane-Reibe für den Zitronenabrieb, ein Schneidebrett, Messer und ein Silikonpinsel zum Einpinseln des Filoteigs. Den für die Pastete benötigten Filoteig habe ich beim türkischen Gemüsehändler gekauft, in den umliegenden Supermärkten habe ich bisher weder Yufka- noch Filoteig gefunden. Den für die Pastete ebenfalls angegebenen Cheddar habe ich nirgends gefunden, daher ersetze ich ihn durch Bergkäse - hat auch geklappt!


Noch ein kurzer Blick auf die Uhr: es ist 18.30 Uhr und ich bin bereit, es kann losgehen! Als erstes bereite ich gemäß Jamies Anweisungen die Spinat-Feta-Pastete zu. Dafür röste ich Pinienkerne in einer Pfanne ohne Fett an. Parallel dazu heize ich den Backofen auf 200 Grad vor. Außerdem vermische ich in einer Schüssel Eier, zerbröckelten Feta, kleingeschnittenen Bergkäse, Oregano und Zitronenabrieb und gebe Pfeffer und etwas Olivenöl hinzu. Die goldbraun gerösteten Pinienkerne wandern ebenfalls in die Schüssel. Dann wasche ich den Blattspinat, schleudere ihn trocken und brate ihn in Olivenöl und Butter in der frei gewordenen Pfanne an. Der zusammengefallene Spinat kommt ebenfalls zur Ei-Feta-Mischung in die Schüssel und ich reibe großzügig frische Muskatnuss darüber.

Es ist 18.40 Uhr und ich brauche Platz in der Küche, denn jetzt bereite ich den fertigen Filoteig für die Pastete vor: auf einem Stück Backpapier verstreiche ich mit dem Pinsel Olivenöl, knülle das Backpapier dann gemäß Jamies Anweisungen zusammen und glätte es wieder. Dann lege ich vorsichtig die erste Schicht hauchdünnen Filoteig darauf. Durch das Einstreichen mit Olivenöl und Zerknüllen des Papiers klebt nichts an - prima! Der Filoteig wird ebenfalls mit Olivenöl bestrichen, dann mit schwarzem Pfeffer, Salz und etwas Cayennepfeffer bestreut. Noch zwei weitere Filoteigschichten werden ebenso vorbereitet und alles übereinander gelegt. Dann kommt der geschichtete Filoteig mitsamt dem Backpapier in die Pfanne (ja, das geht) und wird somit schon vorgebacken, während ich die Spinat-Ei-Mischung auf den Filoteig gieße und den überstehenden Teig als Deckel zusammenklappe. Wer eine ofenfeste Pfanne hat, kann diese nun für 20 Minuten in den vorgeheizten Backofen stellen. Ich schichte die Pastete mitsamt dem Backpapier in eine ofenfeste Backform um und stelle sie in den Backofen. Ein Blick auf die Uhr: oh, es ist bereits 18.55 Uhr! Die 30 Minuten werde ich also auch dieses Mal wieder nicht schaffen. Aber das macht ja nichts.

Während die Pastete im Ofen vor sich hin bäckt, bereite ich ganz in Ruhe die beiden Beilagensalate zu. Als erstes kommt der Gurkensalat an die Reihe. Die Salatgurke soll nach dem Waschen mit einer Gabel über die gesamte Länge eingeritzt werden. Wozu? Ich weiß es nicht, aber ich mache es trotzdem. Geschält wird die Gurke nicht, nur längs geviertelt und in 1 cm dicke Scheiben geschnitten. Es kommen noch Frühlingszwiebeln, eine frische Chilischote und Oliven hinzu. Die Oliven soll ich entsteinen - hoppla! Habe ich noch nie gemacht und kriege ich auch nicht richtig hin - wenn entsteinte Oliven verwendet werden, kaufe ich diese fertig. Ich wundere mich etwas darüber, dass Jamie hier keine entsteinten Oliven auf die Zutatenliste gesetzt hat, wenn es doch schnell gehen soll? Oder gibt es in England keine entsteinten Oliven zu kaufen? Egal, ich verwende jetzt eben die Oliven mit Stein. Das Dressing besteht aus Balsamico, Zitronensaft und Olivenöl. Eigentlich gehört noch frische Minze dazu, die lasse ich weg - mag ich nicht so gern. Ich vermische alles in einer Salatschüssel und stelle die Schüssel schon mal auf den Tisch.

Dann geht es an den Tomatensalat. Den vorgesehenen Knoblauch lasse ich weg und bereite aus kleingeschnittenem Basilikum, Salz, Pfeffer, Olivenöl und einem Schuss Weißweinessig durch Zerstampfen im Mörser eine Art Pesto zu, das als Dressing für die Kirschtomaten dient. Die Kirschtomaten werden halbiert oder geviertelt, je nach Größe, und in einer Schüssel mit dem Pesto-Dressing vermischt. Ich stelle den Tomatensalat ebenfalls auf den Tisch und hole die Spinat-Feta-Pastete aus dem Ofen. Nach 20 Minuten ist sie durchgebacken und am Deckel zart gebräunt - passt! Der Tisch ist schnell gedeckt und wir sitzen um 19.20 Uhr beim Abendessen.



Gespannt probieren wir die Pastete: lecker! Leicht zitroniger Geschmack, weicher Spinat, krümeliger Feta, crunchige Pinienkerne und ebenfalls knuspriger Filoteig. Prima! Auch der Gurkensalat und der Tomatensalat schmecken uns gut und wir essen restlos alles auf. Zwar habe ich 50 Minuten für die Essenszubereitung gebraucht, aber das Essen schmeckt und wir sind zufrieden. Jetzt freue ich mich auf das nächste Menü und bin froh, dass sich mein schlechter erster Eindruck von diesem Kochbuch langsam bessert.

Bis nächste Woche bei Teil 4 des Tests von Jamie Olivers "30 Minuten Menüs"!

Wen es interessiert, wie die anderen Kochbuchtester mit dem Buch zurechtkommen: auf lovelybooks gibt es eine erste Zusammenfassung der Testberichte.

Mittwoch, 24. November 2010

Rezepteflaute, sozusagen

Huch, schon lange nichts mehr geschrieben! Gegessen und gekocht wird natürlich weiterhin. Nur leider nichts wirklich Vorzeigbares. Vorgestern war ich beim ersten Weihnachtsessen diesen Jahres (Lammhuftsteak mit Speckböhnchen und Kräuterkartoffeln, danach Kaiserschmarrn, sehr gut - aber eben nicht selbst gekocht). 

Gestern wollte ich eine Süßkartoffel-Möhren-Suppe mit Chorizo-Einlage kochen. Aber: keine Süßkartoffeln, nirgends. Also wurde daraus eine unspektakuläre Kartoffel-Möhren-Suppe. Ganz nett, aber nichts Besonderes.


Heute dann war ich guter Dinge, eine asiatische Kokos-Suppe mit Putenbrust und Spinat sollte es werden. Aber: kein Spinat aufzutreiben! Ersatzweise gab es Chinakohl. Ergebnis: ganz in Ordnung. Aber was haben eigentlich Erbsen in einer asiatischen Suppe verloren? Das hat dann doch nicht so 100% gepasst.


Also auch heute kein wirkliches Blogmaterial. Tja. Ich hoffe auf morgen, denn da gibt es das dritte Menü aus Jamie Olivers neuestem Kochbuch "30 Minuten Menüs"! Ich bin gespannt und werde auf jeden Fall berichten, egal wie es gelingt (oder auch nicht)!

Donnerstag, 18. November 2010

Jamies "30 Minuten Menüs" im Test, Teil 2: Hähnchen & Tomaten aus dem Ofen, zerdrückte Bratkartoffeln und Rahmspinat

Herzlich willkommen zum 2. Teil meines Kochbuchtests des neuesten Jamie Oliver-Kochbuchs "30 Minuten Menüs"! Vom Misserfolg meines ersten Jamie-Menüs habe ich mich wieder etwas erholt. Ich habe mir vorgenommen, die nächsten Male Jamies Anweisungen nur als grobe Richtlinie anzusehen und die Gerichte so zuzubereiten, wie ich das für richtig halte. Auch wenn Jamie genau davor in seiner Einleitung zu "30 Minuten Menüs" warnt! Für das zweite Testkochen habe ich mir das Menü auf Seite 102 herausgesucht: Hähnchen & Tomaten aus dem Ofen, zerdrückte Bratkartoffeln, Rahmspinat und Erdbeer Slush. Da sollte eigentlich nichts schiefgehen: Hähnchen, Tomaten, Kartoffeln und Spinat sind eine sichere Bank. Den Erdbeer Slush lasse ich weg, erstens esse ich Erdbeeren nur, wenn sie gerade Saison haben, und zweitens habe ich schon so eine Ahnung, dass das Hauptgericht samt Beilagen ganz schön sättigend wird! Mein Mann hat sich nach dem misslungenen ersten Menü aus der Testreihe zurückgezogen, ich werde also nur eine Singleportion kochen. Na gut!


Es geht los! Ich stelle erst mal alle Zutaten, 2 Töpfe, eine Pfanne, 1 Salatschleuder, 1 Schneidebrett, Backpapier, eine ofenfeste Form, eine Muskatreibe und eine Parmesanreibe bereit. Es ist 19.00 Uhr, ich fange an!  Als erstes wasche und halbiere ich die kleinen rotschaligen Kartoffeln und stelle sie in einem Topf mit Wasser auf den Herd. Jamie arbeitet hier um Zeit zu sparen mit bereits kochendem Wasser aus dem Wasserkocher, aber ich lasse mich nicht stressen und koche das Wasser mitsamt den Kartoffeln im Topf auf. Dann heize ich den Backofengrill vor. Anschließend schnipple ich alles, was kleingeschnitten werden muss: Frühlingszwiebeln schneide ich in feine Ringe, den frischen Blattspinat wasche ich und schleudere ihn trocken, zwei Knoblauchzehen schäle ich und schneide den Knoblauch in feine Würfel. Jamie presst den Knoblauch bei all seinen Menüs, aber ich bevorzuge die kleingeschnittene Variante. Kirschtomaten kommen auch noch zum Einsatz, diese wasche ich und halbiere sie. Eine halbe Bio-Zitrone schneide ich auch noch in Schnitze, dann kann ich weitermachen - wesentlich stressfreier als beim letzten Mal!

Parallel dünste ich die Frühlingszwiebeln an, gebe den Spinat hinzu und prüfe, ob die Kartoffeln schon gar sind. Sind sie, also schnell abgießen und etwas ausdampfen lassen. Es ist 19.15 Uhr und ich bin ganz gut in der Zeit. Ich würze das Hähnchenbrustfilet mit Salz, Pfeffer, edelsüßem Paprika und getrocknetem Oregano. Jamie verteilt die Gewürze dazu auf Backpapier, träufelt Olivenöl darüber und zieht das Fleisch dann von beiden Seiten über das Papier, gar keine schlechte Methode, um das Fleisch gleichmäßig zu würzen!

Jetzt wird es kurz etwas stressig, ich muss darauf achten, dass der Spinat im Topf nicht anbrennt und brate parallel dazu die Hähnchenbrust scharf in einer Pfanne an. Ich gebe Sahne und geriebenen Parmesan zum Spinat und schalte die Flamme aus. Es ist 19.25 Uhr, und die angebratene  Hähnchenbrust wandert mit den Zitronenschnitzen, den Kirschtomaten und einer Scheibe Speck in eine ofenfeste Form und wird noch mal gut 10 Minuten unter dem Backofengrill gegrillt. Derweil brate ich die gekochten Kartoffeln in der Pfanne mit Olivenöl, Rosmarin, Lorbeer und Salz kräftig an und zerdrücke die Kartoffeln etwas mit dem Kartoffelstampfer.

Olivenöl, Butter und Sahne kommen bei diesem Gericht großzügig zum Einsatz - das ist ja nicht so mein Ding, aber wenn der Geschmack nachher stimmt, soll es mir heute mal recht sein.

Ohne weitere Zwischenfälle richte ich den Rahmspinat, die zerdrückten Kartoffeln und die Hähnchenbrust mit den Tomaten auf einem Teller an und kann um 19.35 Uhr mein Abendessen beginnen! Die 30 Minuten-Marke habe ich wieder überschritten, und dabei habe ich das Dessert, den Erdbeer-Slush, gar nicht zubereitet.



So, und jetzt zum Geschmackstest! Optisch sieht das Essen ja schon mal ganz gut aus. Und geschmacklich? Geschmacklich ist es in Ordnung, haut mich aber ehrlich gesagt nicht vom Hocker. Die Hähnchenbrust ist durch und schön saftig, aber trotz großzügigem Würzen etwas fad. Die Kartoffeln sind gut gelungen. Der Rahmspinat ist mir persönlich zu sahnig und mächtig und trotz Frühlingszwiebeln, Knoblauch, Thymian und frisch geriebener Muskatnuss etwas langweilig.

 Die Portion ist außerdem mehr als üppig bemessen, das Originalrezept ist für 4 Portionen vorgesehen und ich habe alle Zutatenangaben durch 4 geteilt, schaffe es aber trotzdem gerade so, die Hälfte von allem aufzuessen. Dabei habe ich durchaus einen gesunden Appetit! Ob sich wohl mein Mann der Reste annehmen wird? Vielleicht, wenn ich ihm nicht sage, dass es ein Menü aus dem Jamie Oliver-Buch ist ;-)

 Fazit: Die Geschmäcker sind verschieden, während ich Hähnchen & Tomaten aus dem Ofen, zerdrückte Bratkartoffeln und Rahmspinat jetzt eher so lala fand, waren andere ganz begeistert (pssst, da gibt´s auch das Rezept leicht abgewandelt zum Nachkochen!).
Ebenso übrigens bei meinem ersten Testmenü, der schnellen Hackfleischpfanne: sowohl bei Hamburg kocht! als auch bei Jucele, die auch zur Kochbuch-Testerrunde gehören, kam das Menü deutlich besser an als bei uns!
Positiv: da ich mich nicht genau an die Anweisungen von Jamie gehalten habe, war die Zubereitung des Menüs diesmal deutlich entspannter. So werde ich bei den nächsten beiden Menüs ebenfalls vorgehen!

Bis nächste Woche bei Teil 3 des Kochbuchtests!

Dienstag, 16. November 2010

Schnelle Kleinigkeit: Weiße Bohnen mit Chorizo in Thymiansugo

Heute abend musste es schnell gehen. Vom Jamie-Kochbuchtest hatte ich noch eine halbe Dose weißer Bohnen offen, die ich verbrauchen wollte. Also habe ich in meinen vorhandenen Rezepten gestöbert und bin schließlich im Lecker-Sonderheft "Sansibar", das ich vor einigen Monaten bei neue-ess-klasse gewonnen hatte, fündig geworden. Als schnelle Kleinigkeit lachten mich da weiße Riesenbohnen mit Salsiccia in Thymiansugo an. Riesenbohnen hatte ich keine und statt Salsiccia gab es nur Chorizo, also wurden bei mir Weiße Bohnen mit Chorizo in Thymiansugo daraus. Mit etwas frischem Ciabatta dazu genau das richtige, stressfrei zu kochende kleine Abendessen, das ich mir vorgestellt hatte!


Weiße Bohnen mit Chorizo in Thymiansugo
(1 Portion)

Zutaten:
1/2 kleine Zwiebel
1 Knoblauchzehe
ca. 80g Chorizo (spanische Paprikasalami)
1 EL Olivenöl
200g Dosentomaten
200g weiße Bohnen
2 Stiele Thymian
Salz, Pfeffer, Zucker

Zubereitung:
Zwiebel und Knoblauch schälen, beides fein würfeln. Chorizo in dünne Scheiben schneiden. Olivenöl in einem Topf erhitzen, Zwiebel und Knoblauch darin andünsten. Chorizoscheiben hinzugeben und unter gelegentlichem Rühren ca. 5 Minuten bei mittlerer Hitze anbraten. Tomaten in der Dose kleinschneiden und in den Topf geben. Einmal aufkochen, dann bei mittlerer Hitze zugedeckt ca. 10 Minuten köcheln lassen.

Bohnen in ein Sieb geben, mit Wasser abspülen und abtropfen lassen. Thymian waschen, trocken schütteln und Blätter von den Stängeln zupfen. Mit den Bohnen zu den Tomaten und der Wurst in den Topf geben. Weitere 5 Minuten köcheln lassen, dann mit Salz, Pfeffer und einer Prise Zucker abschmecken.

Mit Ciabatta servieren.

Sonntag, 14. November 2010

Jamies "30 Minuten Menüs" im Alltagstest, Teil 1: Superschnelle Hackfleischpfanne, Ofenkartoffeln, ein Traum von Salat, Weiße Bohnen mit Speck

Heute: Teil 1 des Alltagstests für Jamie Olivers neuestes Kochbuch "30 Minuten Menüs". Oder auch: Desaster Cooking. Um das Ergebnis schon mal vorweg zu nehmen.

Aber ich fange mal von vorne an. Bei lovelybooks habe ich mich darum beworben, als einer von 20 Bloggern das neue Jamie Oliver-Kochbuch "30 Minuten Menüs" probezukochen und über meine  Kocherlebnisse zu berichten. Klang gut, von Jamie Oliver besitze ich das Kochbuch "Natürlich Jamie", das ich ganz gut finde, und einzelne JO-Rezepte wie der sinnliche Feigensalat haben mich in der Vergangenheit voll überzeugt. Also habe ich mich gefreut, als ich für die Kochbuchrezension ausgewählt wurde


 Am Freitag konnte ich das Buch dann auch von der Post abholen und habe am Freitagabend gleich neugierig darin geblättert. Den ersten Absätzen in der Einleitung kann ich noch zustimmen: selbst kochen ist gar nicht so schwierig und zeitaufwendig und teuer, wie viele denken. Gute Organisation in der Küche ist wichtig, man sollte alle benötigten Utensilien und Zutaten griffbereit haben. Aber dann geht es los. Zur Liste der benötigten Küchenwerkzeuge gehört die Mikrowelle. Örks. Wir haben auch eine Mikrowelle, die benutze ich so gut wie nie. Standmixer habe ich auch keinen. Meine Knoblauchpresse habe ich weggeworfen, weil ich sie furchtbar unpraktisch fand und meinen Knoblauch lieber fein schneide als zerquetsche. Mikrowellengeeignete Frischhaltefolie? Ich wusste nicht mal, dass es so was gibt.


Na gut. Weiter zu den 50 vorgestellten Menüs, die laut Jamie alle in 30 Minuten gekocht werden können. Jamie empfiehlt, sich an die Menüs zu halten und keinesfalls einzelne Gänge aus den verschiedenen Menüs zu mischen oder zu improvisieren, das würde nur zu Chaos führen. Also suche ich erst mal ewig nach einem Menü, das meinem Mann und mir voraussichtlich komplett zusagen wird. Ich entscheide mich schließlich für die Superschnelle Hackfleischpfanne mit Ofenkartoffeln, weißen Bohnen mit Speck und "einem Traum von Salat" auf Seite 210. Ich beschließe, mich für dieses erste Menü komplett nach den Anweisungen im Kochbuch zu richten und genau so vorzugehen, wie Jamie vorgibt, damit ich auch wirklich in 30 Minuten alles schaffe. Im Buch sind nämlich alle Arbeitsschritte nacheinander aufgelistet, nicht nach Menüfolge getrennt. Auch wenn mir das Vorgehen teilweise schon beim Durchlesen widerstrebt, ich werde mich genau daran halten.

Also los gehts. Ich stelle zwei Pfannen bereit, alle Zutaten, Schneidebrett, Messer, eine mikrowellengeeignete Schüssel und die ebenfalls mikrowellengeeignete Frischhaltefolie, die ich extra für 2,39 Euro gekauft habe. Es ist 18.05 Uhr, die Uhr läuft!


Als erstes geht es an die Ofenkartoffeln, diese werden gewaschen und ungeschält in einer Schüssel unter Frischhaltefolie 15 Minuten bei Volldampf in der Mikrowelle gegart. Ähem. Na gut. Den Backofengrill soll ich auch schon vorheizen. Ist erledigt. Derweil dann das Hackfleisch in einer Pfanne anbraten, würzen, kräftig bräunen. Parallel dazu brate ich in einer zweiten Pfanne Speck an. Während das Hackfleisch brät, schnipple ich Möhren, Sellerie und Zwiebel klein. Um Zeit zu sparen, häckselt JO das alles in einer Küchenmaschine, ich mache es mangels Küchenmaschine von Hand und beeile mich, denn das Hackfleisch ist ja schon in der Pfanne. Während ich noch schnipple, plingt die Mikrowelle schon, die Kartoffeln sind fertig! Ich bin aber noch nicht soweit! Egal, die Kartoffeln, die schon nach der Mikrowelle ganz schön schrumpelig aussehen, werden mit Olivenöl, Salz, Pfeffer und Rosmarin gewürzt und kommen auf einem Backblech unter den Backofengrill. Es ist 18.20 Uhr. Ich mache weiter mit den weißen Bohnen, die jetzt zum Speck in die Pfanne kommen. Noch eine Tomate dazu und die weißen Bohnen mit Speck köcheln vor sich hin.

Jetzt geht es an den Beilagensalat. Salat waschen, trocken schleudern, alles klar. Dann eine Avocado halbieren, ein Teil der Fruchtfleischs kommt zu den Salatblättern, der andere Teil wird mit Zitronensaft, Öl, Salz und Pfeffer für das Dressing püriert. Es ist mittlerweile 18.35 Uhr, die Kartoffeln werden im Backofen langsam schwarz und das Hackfleisch in der Pfanne trocken, das sehe ich schon. Egal,ich muss jetzt Petersilie fein hacken und zum Hackfleisch geben! Dann erst die Kartoffeln aus dem Ofen holen. Sie sind schwarz, hart und knochentrocken. Ich ritze sie kreuzförmig ein und gebe einen Klacks Sauerrahm hinzu, richte sie auf einem Teller mit dem Hackfleisch an, rühre das Dressing unter den Salat, würze die weißen Bohnen und kann meinem Mann um 18.50 Uhr nach 45 Minuten Kochzeit das Menü servieren.


Mein Mann sieht mich entgeistert an, als ich das Essen auf den Tisch stelle, probiert aber mir zuliebe alles und würgt es runter. Die Hackfleischpfanne ist  trocken, die Bohnen langweilig, die Salatsoße ist zu süß für meinen Geschmack und die Kartoffeln könnte man als Anfeuerhilfe für das Kaminfeuer verwenden. Mein Mann fällt fast vom Stuhl, als ich ihm eröffne, dass es noch drei weitere Menüs aus diesem Buch in den nächsten Wochen geben wird!

Fazit: Geschmacklich nahezu ungenießbar und ziemlich stressig in der Küche. Mir graust es vor den nächsten drei Menüs. Mein Mann fordert den Rausschmiss des Kochbuchs. Ich sage: es kann nur besser werden. (Hoffentlich!). Mal ehrlich: ich kenne genügend andere Gerichte, die ich in 30 Minuten auf den Tisch bringen kann und die wirklich gut schmecken. Dieser Megaflop war hoffentlich ein Einzelfall!

Ächz. Als Nachtisch genehmigen wir uns dann noch außerhalb der von Jamie vorgegebenen Menüfolge ein Vanilleeis mit einer großzügigen Portion Rumtopf. Danach sieht die Welt schon wieder freundlicher aus. Bis nächste Woche, wenn es wieder heißt: "Jamies 30 Minuten Menüs im Alltagstest"!

Donnerstag, 11. November 2010

"Schöner Tag noch" jetzt auch bei Facebook!

Ich habe mich entschlossen, dem Beispiel vieler Bloggerkollegen zu folgen und für "Schöner Tag noch!" eine eigene Facebook-Seite anzulegen. Hier findet ihr außer Hinweisen auf die neuesten Blogbeiträge auch noch ein paar Zusatzinfos und einen Blick hinter die Kulissen!



Also, klickt auf den Facebook-Banner hier unter dem Text und drückt den "Gefällt mir"-Button, wenn ihr Neues von "Schöner Tag noch!" auch bei Facebook lesen möchtet! Ich freu mich über Fans :-)


Hier auf dem Blog geht es natürlich wie gewohnt weiter. Bis bald!

Mittwoch, 10. November 2010

Pasta mit Süßkartoffelsoße und karamellisierten Zwiebeln

Mit Süßkartoffeln habe ich noch nie etwas gekocht. Trotzdem hat mich die Pasta mit Süßkartoffelsoße und karamellisierten Zwiebeln sofort angesprochen, als ich das Rezept im September in einer "Brigitte" gesehen habe. Jetzt war es endlich soweit! Ich hatte Lust auf Nudeln und viiiiiiel Kohlenhydrate. Da habe ich mich an das Rezept erinnert und festgestellt, dass ich eigentlich alle Zutaten bis auf die Süßkartoffel zuhause habe. Zum Glück gab es reichlich Süßkartoffeln in meinem Stammsupermarkt. Besonders häufig werden sie dort wohl aber nicht verkauft, denn die Kassiererin fragte mich zunächst, was das sei, und dann, was ich damit mache. Und ich habe versprochen, beim nächsten Einkauf zu berichten!

So, und was kann ich der Dame dann demnächst erzählen? Den Geschmack von Süßkartoffeln habe ich mir wie eine süße Kartoffel (sic!), so in Richtung Kürbis, vorgestellt. Da lag ich gar nicht falsch, wie ich festgestellt habe. Und die Kombination von Nudeln, sämiger Süßkartoffelsoße, bitterem Radicchio und crunchigen Walnüssen hat mir auch ganz gut gefallen. Besonders hübsch sah die Süßkartoffelsoße zugegebenermaßen nicht aus, aber die inneren Werte waren in Ordnung! Allerdings hatte ich es mir doch noch ein bisschen raffinierter vorgestellt. Fazit: Die Süßkartoffeln bekommen auf jeden Fall in einem anderen Gericht noch mal eine Chance!


Pasta mit Süßkartoffelsoße und karamellisierten Zwiebeln
(2 Portionen)

Zutaten:
1 kleine Zwiebel
1 EL Olivenöl
feines Meersalz
1/4 Kopf Radicchio
40g Walnusskerne
einige Stängel glatte Petersilie
1 Süßkartoffel (ca. 150g)
125ml Milch
125ml Schlagsahne
1/4 TL Paprikapulver edelsüß
Pfeffer
1 TL Zitronensaft
200g Vollkornnudeln (z.B. Spaghetti)

Zubereitung:
Walnusskerne grob hacken. Zwiebel schälen, in feine Ringe schneiden. Radicchio putzen, den Strunk entfernen, Radicchioblätter waschen und in Streifen schneiden. Süßkartoffel schälen, abwaschen und in feine Würfel schneiden. Petersilie waschen, trocken schütteln und grob hacken.

Olivenöl in einer kleinen Pfanne erhitzen. Zwiebelringe zugeben, leicht salzen und die Zwiebelringe bei mittlerer Hitze ca. 12 Minuten goldbraun braten. Dadurch erhalten die Zwiebeln einen leichten Karamellgeschmack.

Milch, Sahne und Kartoffelwürfel in einen Topf geben. Erhitzen, mit Paprika und einer Prise Salz würzen und die Kartoffelwürfel bei kleiner Hitze in ca. 8 Minuten gar kochen. Anschließend mit einem Kartoffelstampfer zerstampfen und mit Zitronensaft und Pfeffer würzen.

Derweil die Nudeln in reichlich kochendem Salzwasser gemäß Packungsanweisung al dente kochen. Abgießen und sofort zur Süßkartoffelsoße in den Topf geben. Gehackte Walnüsse, Radicchiostreifen und gebratene Zwiebeln untermischen. Auf Tellern anrichten und mit der gehackten Petersilie bestreut servieren.

Dienstag, 9. November 2010

Herbstsalat: Birnen mit Speck und Sellerie-Ackersalat

Mir war mal wieder nach Salat! Aber auf einen normalen grünen Standard-Salat hatte ich keine Lust. Beim Blättern in meinen diversen Kochzeitschriften bin ich dann in der "essen & trinken Spezial: Die besten Rezepte vom Lande" auf einen wunderbar herbstlichen Salat gestoßen: Birnen im Speck mit Sellerie-Feldsalat. Jawohl, das gibt es heute!


Und so habe ich den Herbstsalat zubereitet:
Birnen mit Speck und Sellerie-Ackersalat
(2 Portionen)

Zutaten:
150g Knollensellerie
2 EL Zitronensaft
1 EL Honig
1 EL Walnussöl
Salz, weißer Pfeffer
50g Ackersalat
20g Walnusskerne
2 Birnen
2 Zweige Rosmarin
8 dünne Scheiben Tiroler Speck
3 EL Olivenöl
etwas Parmesan oder Pecorino

Zubereitung:
Die Sellerieknolle waschen, schälen und in feine Streifen schneiden. Aus dem Zitronensaft, dem Honig und dem Walnussöl eine Marinade anrühren. Mit Salz und Pfeffer würzen und die Selleriestreifen darin 30 Minuten marinieren.

Derweil den Ackersalat verlesen, waschen und trockenschleudern. Die Nüsse grob hacken und in einer beschichteten Pfanne ohne Fett anrösten. Die Birnen schälen und längs vierteln. Kerngehäuse und Blütenansatz entfernen. Birnenviertel mit etwas Rosmarin bestreuen und mit einer Scheibe Speck umwickeln. Ich hatte keinen aufgeschnittenen Speck und habe den Speck mit dem Messer leider nicht so dünn wie notwendig geschnitten bekommen, deswegen habe ich den Speck einfach nur auf die Birne mit einem Zahnstocher aufgespießt. Gleichmäßiger wird es natürlich, wenn man die Birne mit dem Speck einwickeln kann. Dann in einer Pfanne das Öl erhitzen und die Birnen bei mittlerer Hitze knusprig braten. Aus der Pfanne nehmen und auf Küchenpapier etwas abtropfen lassen. Derweil den Ackersalat zu den marinierten Selleriestreifen geben. Walnüsse untermischen. Portionsweise auf Tellern anrichten, Birnen daraufsetzen und mit grob gehobeltem Parmesan bestreuen.

Ein Salat ganz nach meinem Geschmack: knackiger Sellerie, frischer Ackersalat, crunchige Walnüsse, saftig-weiche Birne und würziger Speck - prima!

Montag, 8. November 2010

Wirsing-Flammkuchen

Die letzten Tage gab es hier nichts Neues zu lesen - das heißt aber nicht, dass ich nicht gekocht habe! Das geplante Kürbisrisotto war nur leider so langweilig, dass ich es nicht bloggen wollte. Und das Radicchio-Risotto mit Walnüssen, das ich am nächsten Tag gekocht habe, fand ich ebenfalls eher durchschnittlich und nicht blogwürdig. Tja, so läuft es halt manchmal, und schwupps vergeht die Zeit! Aber nach diesen beiden Flops kam dann doch wieder ein blogwürdiges Rezept: dieser Wirsing-Flammkuchen aus einer "Living at home" vom letzten Jahr hat meinem Mann und mir sehr gut geschmeckt. Herbstlich, deftig, lecker!


Wirsing-Flammkuchen
(für 2 als Hauptgericht oder für 4 als Snack)

Zutaten:
300g Mehl Type 550
Salz
1TL Kümmelkörner
1TL Trockenhefe
2EL Walnussöl
ca. 500g Wirsingblätter
1 kleine Zwiebel
ca.70g Bergkäse
75g durchwachsener Speck in Scheiben
75g Crème fraiche oder Saure Sahne
4 Zweige Majoran
Schwarzer Pfeffer


Zubereitung:
Hefe mit 225ml lauwarmem Wasser und dem Walnussöl vermischen. Mehl, Kümmel und eine Prise Salz in einer Schüssel mischen. Hefewasser hinzugeben und mit den Händen zu einem glatten Teig verkneten. Das kann gut 10 Minuten dauern! Den Teig abgedeckt in der Schüssel an einem warmen Ort mindestens eine Stunde gehen lassen.

Wirsing entblättern und von den einzelnen Blättern die dicken Blattrippen entfernen. Wirsingblätter in kochendem, schwach gesalzenem Wasser 4 Minuten köcheln lassen. Wirsing herausnehmen, kalt abbrausen und die Blätter gut ausdrücken. Wirsing grob hacken. Die Zwiebel schälen und in dünne Ringe schneiden. Käse grob reiben. Den Speck in ca. 1 cm dicke Stücke schneiden.

Den Backofen auf 250 Grad vorheizen. Ich habe wieder meinen Pizzastein verwendet, den ich auf das Gitter auf der untersten Schiene im Backofen gelegt habe. Alternativ die Flammkuchen auf einem mit Backpapier ausgelegten Backblech backen.

Den Teig in 4 Portionen teilen und mit der Hand möglichst dünn rund oder länglich formen. Teigfladen mit der Crème fraiche bestreichen. Den Wirsing salzen und auf den Fladen verteilen. Die Zwiebelringe, den Käse, den Majoran und die Speckstücke ebenfalls auf den Fladen verteilen. Mit Pfeffer würzen und im heißen Backofen auf der untersten Schiene ca. 20 Minuten backen.

Sehr schön würzig, genau das richtige für einen nassen, grauen Herbstabend!

Mittwoch, 3. November 2010

Selbstgemachte Ravioli mit Ziegenfrischkäse, dazu Radicchio und Tiroler Speck

Zu meinem Geburtstag (im August!) habe ich von meinem Mann eine heiß ersehnte Nudelmaschine geschenkt bekommen. Und seitdem stand sie unbenutzt in der Küche. Eieiei. Aber heute war es endlich soweit, ich habe sie feierlich eingeweiht! Und ich bin begeistert, der Teig ist wie gewünscht superdünn geworden. Könnte natürlich auch am aus Italien importierten Mehl Typ 00 gelegen haben, dass die Ravioli mit Ziegenfrischkäse, Radicchio und Tiroler Speck so gut gelungen sind. Wir waren begeistert und der nächste Einsatz der Pastamaschine wird sicher nicht lange auf sich warten lassen!


Ravioli mit Ziegenfrischkäse, dazu Radicchio und Tiroler Speck
(2-3 Portionen)

Zutaten:
Für den Ravioliteig:
1 Ei (Größe L)
1 EL Olivenöl
1/2 TL Salz
140g Mehl Type 00
1 EL Wasser

Für die Füllung:
125g zimmerwarmer Ziegenfrischkäse
50g zimmerwarmer Frischkäse
1 EL frisch gehacktes Basilikum
Salz, Pfeffer

Für die Sauce:
Ca. 50g Tiroler Speck
1 EL Öl
1 kleine Zwiebel
ca. 100g Radicchio
150g Schlagsahne
Salz, Pfeffer, Zucker

Zubereitung:
Zunächst den Ravioliteig zubereiten. Dafür Ei, Öl, Wasser und Salz in einer Schüssel gut miteinander vermischen. Das Mehl hinzugeben und alles zuerst mit den Quirlen des Handrührgeräts, dann mit den Händen zu einem glatten Teig verkneten. Teig in Klarsichtfolie wickeln und mindestens eine Stunde im Kühlschrank kaltstellen.

Ziegenfrischkäse, Frischkäse und klein gehacktes Basilikum miteinander verrühren. Kräftig mit Salz und Pfeffer würzen. Den Speck quer in dünne Streifen schneiden. Radicchio putzen, waschen, Strunk entfernen und in dünne Streifen schneiden. Zwiebel schälen, halbieren und in feine Ringe schneiden.

Den Teig portionsweise auf einer bemehlten Arbeitsfläche mit dem Nudelholz auswellen und dann durch alle Stufen der Pastamaschine dünn ausrollen. Teigstreifen halbieren und auf eine Teighälfte jeweils 1-2 TL der Käsemischung mit ca. 1-2 cm Abstand voneinander und zum Rand setzen. Dann den zweiten Teigstreifen darüber legen und rund um die Füllung gut andrücken, so dass keine Luft mehr zwischen den Teigstreifen ist. Mit einem Teigroller die einzelnen Ravioli voneinander trennen. Ravioli auf ein mit Grieß bestreutes Blech legen.

Reichlich Salzwasser in einem großen Topf zum Sieden bringen.

Derweil 1 EL Öl in einer Pfanne erhitzen und die Speckstreifen darin knusprig braten. Speck wieder aus der Pfanne nehmen und die Zwiebelringe im Speck-Bratfett hellbraun anbraten. Sahne hinzugeben und in ca. 3 Minuten bei niedriger bis mittlerer Hitze cremig einkochen lassen.

Ravioli im siedenden Salzwasser ca. 4 Minuten garen. Ravioli mit einer Schöpfkelle aus dem Wasser holen oder abgießen und abtropfen lassen. Zusammen mit dem Radicchio zur Sahnesauce geben, gut vermischen und mit Salz, Pfeffer und einer Prise Zucker würzen. Auf Teller anrichten und mit den Speckstreifen bestreut servieren.

Wir waren etwas großzügig mit dem Radicchio, den setze ich das nächste Mal auf jeden Fall sparsamer ein, da er doch recht bitter und dominant schmeckt. Zusammen mit der cremigen Käsefüllung der Ravioli und dem knusprigen Speck eine sehr schöne Geschmackskombination, aber wie gesagt lieber weniger Radicchio als zu viel....
Das Rezept habe ich leicht abgewandelt aus dem bisher von mir noch nie benutzten Kochbuch "Traum-Nudeln", einer Sammlung der "schönsten Nudelrezepte" von essen & trinken übernommen. Als ich nachgeschaut habe, aus welchem Jahr dieses Kochbuch stammt, habe ich gesehen, von wem die Rezepte sind: von Oliver Trific! Kein Wunder, dass es uns gut geschmeckt hat :-) Das Kochbuch steht jedenfalls schon ewig bei uns im Regal, das hat mein Mann mit in die Ehe gebracht. Und es ist ganz klar ein Fall für Foodfreaks Dauerevent "DKduW" - Dein Kochbuch, das unbekannte Wesen! Aber nachdem uns die Ravioli mit Ziegenfrischkäse, Radicchio und Tiroler Speck so gut geschmeckt haben, mache ich bestimmt mal wieder was daraus. Beim Durchblättern habe ich viele Rezepte entdeckt, die mich angesprochen haben: Schnelle Nudelgerichte wie Linguine mit Ziegenkäse oder Fettucine mit Kräutern in Sahne, Klassiker wie Spaghetti Bolognese, aber auch Maultaschen oder ein Thai-Nudelsalat sind vertreten.


So, und jetzt schau ich mal, was ich mit dem übrig gebliebenen Radicchio noch machen werde... vielleicht ein Risotto? Mal sehen!

Montag, 1. November 2010

Ich trau mich was: Linsen-Chorizo-Quiche

Linsen habe ich lange Zeit verabscheut. Zuhause gab es relativ häufig, bestimmt ein Mal im Monat, das schwäbische Nationalgericht Linsen, Spätzle, Saitenwürstle - ich habe immer dankend abgelehnt.

Jetzt habe ich ja vor einiger Zeit entdeckt, dass ich rote Linsen sogar ganz lecker finde. Und deswegen habe ich auch die Linsen-Rezepte in der neuen "Brigitte" (der mit dem Plätzchenheft) nicht sofort überblättert, sondern genauer hingeschaut. Die Linsen-Merguez-Quiche in diesem Heft fiel mir wegen den Merguez ins Auge. Die scharfen Würste sind hier in der Gegend rund um Karlsruhe weit verbreitet und sehr beliebt, in meiner schwäbischen Heimat hatte ich noch nie was von Merguez (hier "Merkes" ausgesprochen) gehört.

Also, Merguez klang schon mal gut. Im Rezept las ich dann als weitere Zutat für die Quiche: "Tellerlinsen". Oh-oh, das sind die von mir so verhassten, wolligen braunen Linsen. Aber Ängste sind ja dazu da, überwunden zu werden, also habe ich die Quiche auf meinen Wochenend-Speiseplan gesetzt. Beim samstäglichen Wochenendeinkauf dann aber die Ernüchterung: Merguez sind aus! Aber Chorizo gab es. Na gut, dann doch keine schwäbisch-badische Fusionsküche, sondern eine schwäbisch-spanische: eine Linsen-Chorizo-Quiche!


Linsen-Chorizo-Quiche
(4 Portionen, für eine Springform von 26cm Durchmesser)

Zutaten:
300g Blätterteig (TK oder aus dem Kühlregal)
4 Stängel Thymian
Mehl zum Ausrollen

Für die Füllung:
150g Tellerlinsen
1 Lorbeerblatt
2 EL Öl
200g Chorizo (im Original: Merguez)
80g grob geriebener Bergkäse (im Original: Manchego oder Gruyère)
1 Stange Lauch
Salz, Pfeffer
250ml Milch
3 Eier 

Zubereitung:
TK-Blätterteig ca. 10 Minuten antauen lassen. Blätterteig aus dem Kühlregal direkt auf eine mit Mehl bestäubte Arbeitsfläche legen und mit dem Nudelholz möglichst rund auswellen. Eine Springform (keine Tarteform mit Hebeboden! Ich habe eine verwendet und die Eiermilch ist beim Backen durch den Teig hindurch auf den Backofenboden getropft - große Sauerei und verqualmte Küche garantiert!) mit dem Teig auslegen. Überstehenden Teig abschneiden. Teigboden mehrmals mit einer Gabel einstechen. Thymian waschen, trocken schütteln und die Blätter von den Stängeln zupfen. Einige Blätter beiseite legen, den Rest auf dem Blätterteigboden verteilen. Springform mit dem Teig im Kühlschrank kaltstellen.

Linsen abspülen und mit viel Wasser und dem Lorbeerblatt in einem Topf zum Kochen bringen. In ca. 45 Minuten gar kochen, dann die Linsen abgießen und mit kaltem Wasser abspülen. Abtropfen lassen und das Lorbeerblatt entfernen.

In einer Pfanne 1 EL Öl erhitzen und die Würste darin rundherum ca. 10 Minuten anbraten. Den Backofen auf 200 Grad vorheizen. Für die Füllung den Lauch putzen, halbieren, waschen und in Ringe schneiden. In einer weiteren Pfanne mit 1 EL Öl bei niedriger Hitze unter ständigem Wenden andünsten. Den Käse grob reiben. Linsen, Käse und Lauch vermischen und kräftig mit Salz und Pfeffer würzen. Füllung in die vorbereitete Springform geben. Gebratene Würste noch mal halbieren und in die Linsenfüllung hineindrücken. Die Eier in einer Schüssel mit der Milch verquirlen und über die Linsenfüllung gießen. Quiche im heißen Backofen auf der untersten Schiene ca. 35 Minuten backen.

Quiche aus dem Ofen nehmen und abkühlen lassen, damit sie sich besser schneiden lässt. Mit dem beiseite gelegten Thymian bestreuen. Die Quiche warm oder kalt servieren, am besten mit einem grünen Salat.

So, und wie hat die Quiche jetzt geschmeckt? Die Kombination von scharfer Wurst und weichen Linsen fand ich gut. Aber noch mal werde ich die Quiche wohl nicht machen, dafür war mir die Zubereitung  in Relation zum Geschmack zu aufwendig. Außerdem mag ich den typischen Linsengeruch, den sie während des Kochens entwickeln, nach wie vor nicht. Da bleib ich lieber erst mal bei den roten Linsen.... die schmecken mir deutlich besser! Aber einen Versuch war die Quiche auf jeden Fall wert.