Donnerstag, 28. Juli 2011

"Hab ich selbst gemacht" - und Du?

"Hab ich selbst gemacht" ist ein Satz, den ich mittlerweile recht häufig sage. Holunderblütensenf? Hab ich selbst gemacht. Marmelade? Selbst gemacht. Barbecue-Sauce? Selbst gemacht. Schoko-KnuspermüsliJohannisbeeressig? Lippenbalm? Hab ich selbst gemacht.



Auf Frau Liebes Blog habe ich dann das erste Mal etwas von dem Buch "Hab ich selbst gemacht" von Susanne Klingner gelesen. Susanne Klingner schreibt in ihrem Buch über ihren Versuch, ein Jahr lang möglichst viel auf den Gebieten Backen, Kochen, Gärtnern, Nähen, Stricken und Handwerken selbst zu machen. Das klang spannend und hat mich dazu bewogen, das Buch zu kaufen. Denn auch ich bin ein großer Fan des Selbermachens, zumindest im Bereich Kochen und Backen.


Ich habe das kleine Taschenbuch mit 325 Seiten Umfang recht schnell durchgelesen und war ... etwas enttäuscht. Warum, konnte ich gar nicht genau sagen, bis ich bei "Life is bunt" eine Rezension von "Hab ich selbst gemacht" gelesen habe, der ich 100%ig zustimmen kann! Zwar erzählt Susanne Klingner in diesem Buch ganz unterhaltsam von ihren Projekten, bleibt dabei aber immer an der Oberfläche. Ich hatte mir von dem Buch auch genauere Anleitungen zu Do-it-yourself-Projekten erwartet. Und andere, nachhaltigere Projekte.

Vielleicht bin ich ja auch verwöhnt von Blogs wie dem von Frau Liebe, die übrigens auch in "Hab ich selbst gemacht" vorkommt? In der bunten Welt der Blogs bekommt man so viele tolle Selbermach-Tipps mit anschaulichen Schritt-für-Schritt-Anleitungen inklusive Fotos erklärt. Da kann dieses Buch einfach nicht mithalten.

Daher fordere ich euch auf zur "Hab ich selbst gemacht"-Blogparade! 
Was habt ihr schon alles selbst gemacht? Sagt es mir!


Hinterlasst mir unter diesem Beitrag einen Kommentar mit tollen Dingen aus den Bereichen Kochen, Backen, Nähen, Stricken, Handwerken, Gärtnern, die ihr schon selbst gemacht habt und auf die ihr richtig stolz seid! 
Oder veröffentlicht selbst einen Blogbeitrag und hinterlasst unter diesem Beitrag einen Kommentar mit Link zu eurem Beitrag. Ich sammle dann alle Beiträge und veröffentliche eine Zusammenfassung. Wollen doch mal sehen, wie viele tolle Anregungen zum Selbermachen wir zusammenbekommen!

Dienstag, 26. Juli 2011

Experiment: Senfkirschen (Mostarda)

In meinem Post zur klassischen Sauerkirschmarmelade hatte ich ja schon erwähnt, dass ich nur die Hälfte meines Sauerkirschenvorrats für die Marmelade verwendet habe. Mit den restlichen Sauerkirschen habe ich Senfkirschen nach einem Rezept aus der "Lust auf Genuss" 9/2010 angesetzt. Und das war gar nicht so einfach! Denn für dieses Rezept benötigt man Senfessenz, die es laut der Zeitschrift in der Apotheke gibt. Dort haben mich die Verkäuferinnen aber nur mit großen Augen angeschaut, als ich nach Senfessenz gefragt habe, und mich ins Reformhaus geschickt. Dort gab es aber auch keine Senfessenz. Also habe ich gegoogelt, um schließlich herauszufinden, dass Senfessenz im Prinzip Senf-Öl ist. Da habe ich mich daran erinnert, dass meine Mutter kürzlich in der Stuttgarter Markthalle für die Herstellung von Senf ebenfalls Senf-Öl gekauft hat und sich noch gewundert hat, warum auf der Flasche "Nicht zum Verzehr geeignet" stand. Die Verkäuferin erklärte ihr dann, dass Senf-Öl nur in ganz geringen Mengen verzehrt werden darf (und z.B. nicht als Salatöl eingesetzt werden darf). Da ich für meine Senfkirschen ja nur 5 Tropfen benötigt habe, besteht hier aber keine Vergiftungsgefahr! Also habe ich mich auf die Suche nach Senf-Öl hier in der Karlsruher Gegend gemacht. 

Und soll ich euch sagen, wo ich fündig wurde? Mal wieder im Asia-Laden! Dort steht das Senf-Öl direkt neben dem Mandel-Öl, auf der Flasche steht "Nur zur äußeren Anwendung" und es ist eigentlich als Haarpflegeprodukt gedacht. Und so habe ich die Flasche glücklich heimgetragen und für meine Mostarda (Senfkirschen) verwendet.


Senfkirschen (Mostarda)
(ergibt ca. 500g)

Zutaten:
500g Sauerkirschen (entsteint gewogen)
250g Zucker
5 Tropfen Senf-Öl

Zubereitung:
Kirschen waschen, trocken tupfen, Stiel entfernen und Kirschen entsteinen. Mit dem Zucker vermischen und abgedeckt für 24 Stunden im Kühlschrank kaltstellen.
Nach 24 Stunden den entstandenen Kirschsaft abgießen und den Saft 10 Minuten kochen. Dann die Kirschen mit dem heißen Sirup übergießen und die Kirschen abgedeckt weitere 24 Stunden kühl stellen. Dieses Vorgehen in den nächsten 3 Tagen jeweils wiederholen, allerdings habe ich den Sirup dann nur noch kurz aufgekocht und nicht mehr 10 Minuten lang gekocht. Die Kirschen werden nie mitgekocht!

Am letzten Tag die Kirschen erneut mit dem heißen Sirup übergießen und das Senf-Öl unterrühren. Senfkirschen noch mal im Kühlschrank abgedeckt zwei Tage ruhen lassen, dann in vorbereitete Gläser mit Schraubverschluss umfüllen.


Ich habe die Senfkirschen mit Ziegenfrischkäse und etwas Thymian garniert als Dessert gegessen. Und jetzt natürlich die große Frage: wie hat es geschmeckt, hat sich der Aufwand gelohnt? Hm, schwierig. Ich bin noch etwas unentschlossen. Die Kirschen schmecken durch den Zucker süß und  gleichzeitig durch das Senf-Öl leicht scharf. Zum cremigen Ziegenkäse hat das ganz gut geschmeckt, aber so richtig überzeugt bin ich vom Ergebnis noch nicht. Ich denke, ich werde noch andere Rezepte für Mostarda ausprobieren. Wenn ich ein überzeugendes Rezept gefunden habe, teile ich es natürlich mit euch!

Montag, 25. Juli 2011

Spaghetti mit Pesto Rosso aus gerösteten Paprika mit Ziegenfrischkäse

Eigentlich hatte ich mich heute auf einen Strohwitwenabend eingestellt und wollte heute nur ein Wurstbrot zu Abend essen. Also hatte ich auch keine Lebensmittel eingekauft. Daheim angekommen, erwartete mich mein hungriger Mann, dessen Fussballverabredung ausgefallen war. Das hieß also improvisieren und aus den Kühlschrankresten was Leckeres zubereiten. Ein angebrochenes Glas mit gerösteten Paprika hat mich dann auch prompt daran erinnert, dass ich vor einigen Monaten bei Paule ein Rezept für ein rotes Pesto aus gerösteten Paprika gesehen hatte. Leider war mein Parmesan verschimmelt, weswegen ich bei den Spaghetti mit Pesto Rosso aus geröstetem Paprika auf den Parmesan verzichtet habe und stattdessen am Ende über die Spaghetti noch einen sehr schön cremigen Ziegenfrischkäse zerkrümelt habe, was auch prima gepasst hat. 


Spaghetti mit Pesto Rosso aus gerösteten Paprika mit Ziegenfrischkäse
(2 Portionen)

Zutaten:
250g Spaghetti
2 EL Pinienkerne
1 Knoblauchzehe
3 geröstete Paprika (aus dem Glas)
eine Handvoll frische Basilikumblätter
1 EL Olivenöl
Salz, Pfeffer
ca. 50g Ziegenfrischkäse

Zubereitung:
Spaghetti in reichlich Salzwasser nach Packungsanweisung al dente kochen. Derweil die Pinienkerne in einer beschichteten Pfanne ohne Fett goldbraun rösten. Knoblauch schälen und grob hacken. Paprika abtropfen lassen und grob zerkleinern. Basilikum waschen, trocken schütteln und grob hacken. Geröstete Pinienkerne, Knoblauch und Basilikum mit dem Olivenöl in einem hohen Gefäß mit dem Stabmixer zu einer glatten Paste pürieren. Mit Salz und Pfeffer abschmecken.

Spaghetti abgießen, mit dem Pesto Rosso vermischen und mit zerkrümeltem Ziegenkäse bestreut servieren.

Ein superschnell zubereitetes, leckeres Reste-Essen, das meinem Mann und mir sehr gut geschmeckt hat. Danke für die Inspiration, liebe Paule!

Donnerstag, 21. Juli 2011

Schafskäse-Kartoffel-Küchlein

Wann wird´s mal wieder richtig Sommer... ein Sommer, wie er früher einmal war?! Och menno, das trübe Wetter schlägt mir richtig aufs Gemüt. Aber damit bin ich nicht allein, auch andere träumen von Höchsttemperaturen und schwitzen gedanklich vor sich hin und versuchen sich den Sommer schönzukochen. Das ist auch meine Taktik, deswegen gibt es heute einen Snack, den ich am liebsten an einem lauen Sommerabend draußen auf dem Balkon verzehren würde: Schafskäse-Kartoffel-Küchlein nach einem Rezept aus der Zeitschrift "Grazia". Kartoffelscheiben auf Hefeteig klang nach einer interessanten Kombination, von der ich schon öfter gelesen hatte und die ich jetzt endlich mal ausprobieren wollte. Und ich kann sagen: schmeckt! Besonders, wenn die Kartoffelscheiben so wie hier vorher in reichlich Olivenöl, Salz, Pfeffer, Knoblauch und Thymian gebadet haben. Einzig der Hefeteig war noch nicht optimal, hier werde ich beim nächsten Mal auf mein bewährtes Pizzateigrezept zurückgreifen.


Schafskäse-Kartoffel-Küchlein
(für 2 als Hauptgericht oder für 4 als Snack)

Zutaten:
250g Mehl
1/2 Packung Trockenhefe
Salz, Pfeffer
4 EL Olivenöl
250g festkochende Kartoffeln
1 Knoblauchzehe
120g Schafskäse (Feta)
5-6 Stängel Thymian

Zubereitung:
Mehl, Trockenhefe  und 1/2 TL Salz in einer Schüssel miteinander vermengen. 100ml lauwarmes Wasser und 1 EL Olivenöl zugeben und alles mit den Händen gründlich zu einem glatten Teig verkneten. Abgedeckt an einem warmen Ort 45-60 Minuten gehen lassen, bis sich das Teigvolumen verdoppelt hat.

Derweil die Kartoffeln schälen und in dünne Scheiben hobeln. Knoblauch schälen und fein hacken. Thymian waschen, trocken schütteln und die Blättchen von den Stängeln zupfen. Kartoffelscheiben mit gehacktem Knoblauch, 3 EL Öl und der Hälfte des Thymians vermischen. Mit Salz und Pfeffer würzen.

Den Backofen mitsamt Pizzastein auf der untersten Schiene auf 250 Grad vorheizen.

Arbeitsfläche leicht bemehlen und aus dem Teig 4 runde Fladen formen. Mit den Kartoffelscheiben belegen. Feta zerkrümeln und über die Kartoffelscheiben streuen. Küchlein im heißen Backofen direkt auf dem Pizzastein ca. 15 Minuten backen. Herausnehmen und mit dem restlichen Thymian bestreut servieren.

So, und jetzt hoffe ich, dass morgen endlich mal die Sonne scheint! Die Wettervorhersage sagt aber leider was anderes... *seufz*

Mittwoch, 20. Juli 2011

Süßer Klassiker: Rotweinkuchen

Mein Mann hatte kürzlich Geburtstag. Anläßlich seines Geburtstags wollte er Kuchen für seine Kollegen mit ins Büro nehmen und hat sich dafür einen Rotweinkuchen gewünscht. Dieser süße Klassiker katapultiert mich sofort wieder in meine Kindheit, denn Rotweinkuchen gab es immer bei meiner Omi. Ich mochte zwar den versunkenen Apfelkuchen noch lieber, aber den Rotweinkuchen fand ich auch gut. Omis Rezept für einen Rotweinkuchen habe ich leider nicht, aber in meinem Grundbackbuch "Basic baking" habe ich ein mittlerweile erprobtes Rezept für einen saftigen, lockeren Rotweinkuchen gefunden. 

Den Kollegen hat es wohl auch geschmeckt, denn die Kuchenplatte kam leergefegt zu mir zurück ;-)


Rotweinkuchen
(für eine Kastenform)

Zutaten:
100g Zartbitter-Schokolade
4 Eier
200g weiche Butter
200g Zucker
250g Mehl
2 TL Backpulver
1 TL Zimt (oder etwas weniger)
2 TL Kakaopulver
125ml trockener Rotwein
Puderzucker zum Bestäuben

Zubereitung:
Schokolade mit einem großen Messer fein hacken. Butter und Zucker mit den Quirlen des Handrührgeräts cremig rühren. 
Eier trennen. Eigelbe einzeln unter die Buttercreme rühren, bis keine gelbe Spur mehr erkennbar ist. 

In einer zweiten Schüssel das Mehl mit Backpulver, Zimt, Kakaopulver und der gehackten Schokolade mischen. Diese Mehlmischung abwechselnd mit dem Rotwein mit dem Handrührgerät unter die Butter-Eier-Creme rühren.

Den Backofen auf 180 Grad vorheizen. Eine Kastenform mit Butter einfetten und mit Mehl ausstreuen.

Eiweiße in einer weiteren Schüssel mit den Quirlen des Handrührgeräts steif schlagen. Ein Drittel des Eischnees unter den Teig rühren, Rest nur vorsichtig unterheben. Teig in die gefettete  Kastenform füllen, glatt streichen und im heißen Backofen auf der mittleren Schiene ca. 60 Minuten backen. Stäbchenprobe machen!

Kuchen aus dem Backofen holen, in der Form ca. 10 Minuten ruhen lassen. Dann stürzen und auf einem Kuchengitter vollends auskühlen lassen. Vor dem Servieren mit Puderzucker bestäuben.

Sonntag, 17. Juli 2011

Le dîner en blanc in Mannheim - unser Menü

Während gerade hier in Karlsruhe der Regen gegen die Fenster klatscht, schaue ich mir noch mal die Fotos von gestern abend an und freue mich über das erste "Dîner en blanc", das gestern in Mannheim stattfand. Die Künstlerinitiative laboratorio17 hat dazu aufgerufen, die Promenade am Jungbusch in Mannheim zu "entschmuddeln" und ganz in weiß gekleidet mit weißen Stühlen, Tischen und Geschirr direkt am Flussufer zu dinieren. Seitdem ich bei Elly´s Art den Bericht über das Dîner en blanc in Berlin gelesen hatte, wollte ich auch an einem weißen Dinner teilnehmen und habe mich daher sehr darüber gefreut, dass auch bei uns in der Gegend so etwas stattfindet. Also schnell unsere Mannheimer Freunde aktiviert, Dresscode "weiß" als Order durchgegeben und ein Menü geplant, das sich gut transportieren lässt und kalt schmeckt.


Und das war unser Menü:

Gazpacho mit Wassermelone
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Artischocken-Zwiebel-Tarte mit Rucola
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Mascarpone-Creme mit marinierten Zwetschgen

Und hier kommen die Rezepte! Das Rezept für die Gazpacho mit Wassermelone habe ich mir bei Cucina piccina abgeschaut.


Gazpacho mit Wassermelone
(für ca. 6 Portionen)

Zutaten:
1/2 Salatgurke
1 rote, gelbe und grüne Paprika
4 Tomaten
1 Karotte
1/2 Fenchelknolle
1 rote Zwiebel
1 Knoblauchzehe
400ml Tomatensaft
2 EL Olivenöl
3 EL Tomatenmark
2-3 EL Weißwein
1/4 Wassermelone
1 Frühlingszwiebel
Salz, Pfeffer

Zubereitung:
Salatgurke schälen, halbieren, Kerne mit einem Löffel herauskratzen. Gurke kleinschneiden. Paprika halbieren, Kerngehäuse entfernen. Paprika waschen und in feine Stücke schneiden. Einen Teil der Paprikawürfel für später beiseite legen. Tomaten kreuzförmig einritzen, mit kochendem Wasser übergießen. Anschließend die Haut abziehen. Tomaten vierteln, Strunk und Kerne entfernen und Tomaten kleinschneiden. Karotte schälen und fein würfeln. Fenchel waschen, putzen, Strunk entfernen und ebenfalls kleinschneiden. Zwiebel und Knoblauch schälen und fein hacken. Wassermelone von der Schale lösen und in Würfel schneiden. Ein paar Melonenwürfel für später beiseite legen. Alles kleingeschnittene Gemüse und die Wassermelone mit dem Tomatensaft und dem Tomatenmark mit dem Stabmixer fein pürieren. Nach und nach Olivenöl und Weißwein zugeben. Kräftig mit Salz und Pfeffer würzen und die Suppe mindestens eine Stunde, besser länger, im Kühlschrank kaltstellen.

Frühlingszwiebel waschen, putzen und in dünne Ringe schneiden. Zum Servieren Suppe portionsweise z.B. in Weckgläser füllen und Frühlingszwiebelringe, beiseite gelegte Paprika- und Melonenwürfel vor dem Verzehr über die Suppe geben.

Ich war überrascht, wie tomatig die Gazpacho schmeckt, da ja noch sehr viele andere Gemüsesorten drin sind. Sehr schön frisch und lecker! Ein prima Start in unser Menü.


Als Hauptspeise habe ich eine Artischocken-Zwiebel-Tarte mit Rucola gebacken. An vielen anderen Tischen habe ich auch Tartes und Quiches gesehen, denn die sind perfekt für ein Picknick oder eben ein Dîner en blanc geeignet, weil sie sich gut vorbereiten und transportieren lassen, auch kalt sehr gut schmecken und fast unendlich variiert werden können. Ich habe das Rezept für diese Tarte mal wieder auf lecker.de gefunden.  Wieder ein Volltreffer - superlecker und schön saftig durch die Artischocken und die Oliven!

Artischocken-Zwiebel-Tarte mit Rucola
(für eine Springform mit 26cm Durchmesser)

Zutaten:
200g Mehl
Salz, Pfeffer
100g kalte Butter
4 Eier
1 Dose Artischockenherzen (400ml)
2 rote Zwiebeln
1 EL Semmelbrösel
100ml Milch
100g Schmand
50g schwarze Oliven ohne Stein
ca. 50g Rucola

Zubereitung:
Mehl mit einem Ei, 1/2 TL Salz und der Butter in kleinen Flöckchen mit den Knethaken des Handrührgeräts ca. 2-3 Minuten krümelig rühren, dann mit den Händen zügig zu einem glatten Teig verkneten. Teig in Frischhaltefolie wickeln und 30 Minuten im Kühlschrank kaltstellen.

Backofen auf 180 Grad vorheizen. Die Artischocken abtropfen lassen und vierteln. Zwiebeln schälen und in dünne Spalten schneiden. Milch und Schmand mit den restlichen drei Eiern mit einem Schneebesen glatt rühren und kräftig mit Salz und Pfeffer würzen.

Teig zwischen zwei Lagen Frischhaltefolie mit dem Nudelholz möglichst dünn und rund ausrollen. In die ungefettete Springform legen, einen Rand hochziehen und den Boden mit einer Gabel mehrmals einstechen. Den Boden mit Semmelbröseln ausstreuen. Zwiebelspalten, Artischockenstücke und ganze Oliven auf dem Tarteboden verteilen. Eier-Schmand-Milch darübergießen und Tarte im heißen Backofen auf der mittleren Schiene ca. 40-45 Minuten backen.

Den Rucola waschen, trocken schleudern, verlesen und in mundgerechte Stücke zupfen. Tarte aus dem Backofen nehmen, abkühlen lassen. Vor dem Servieren mit dem Rucola bestreuen.

Beim Dessert habe ich mich für eine Schichtspeise mit Zwetschgen entschieden, da es auf der Wiese meiner Schwiegereltern schon die ersten eigenen Zwetschgen gab. Das Rezept für die Mascarpone-Creme mit marinierten Zwetschgen habe ich bei Living at Home gefunden. Eine schöne Kombination aus crunchigen Keksen, weicher Creme und fruchtigen Zwetschgen, die uns allen sehr gut geschmeckt hat!


Mascarpone-Creme mit marinierten Zwetschgen
(4 Portionen)

Zutaten:
300g frische Zwetschgen
3 EL Zucker
4 EL Orangensaft
3 EL Amaretto (Mandellikör)
Zimt
250g Mascarpone
Saft einer halben Zitrone und ca. 1 EL Zitronenschalenabrieb
100g Magerquark
100g Cantuccini (Mandelkekse)

Zubereitung:
Zwetschgen waschen, entsteinen und in Spalten schneiden. 1,5 EL Zucker in einem Topf langsam goldbraun schmelzen lassen. Mit Orangensaft und Amaretto ablöschen, kurz köcheln lassen, bis sich der Zucker aufgelöst hat. Dann die Zwetschgenspalten mit einer Prise Zimt unterrühren, ca. 1 Minute köcheln lassen. Topf vom Herd nehmen und Zwetschgen abkühlen lassen. 

Mascarpone, Magerquark, Zitronensaft, Zitronenschalenabrieb und restlichen Zucker mit den Quirlen des Handrührgeräts cremig rühren. Cantuccini in einen Gefrierbeutel füllen, mit einem Fleischklopfer grob zerkleinern.

Zerkrümelte Kekse, Mascarponecreme und marinierte Zwetschgen im Wechsel in Weckgläser schichten und im Kühlschrank eine Stunde durchziehen lassen.

Lecker war´s! Allgemeine Meinung: es hätte gerne noch mehr Gänge geben dürfen und beim nächsten "Dîner en blanc" sind wir wieder dabei! In Mannheim waren es zwar nicht so viele Teilnehmer wie in Berlin, aber 100 Personen waren sicherlich anwesend und es waren tatsächlich alle in weiß gekleidet. Das Wetter war perfekt und Kulisse und Stimmung an der etwas abgerockten Promenade am Flussufer waren toll! Nur die Straßenmusiker haben gefehlt, aber die sind beim nächsten Mal dann sicher auch dabei :-)


Freitag, 15. Juli 2011

Sauerkirschmarmelade, klassisch

Von meiner Schwiegermutter habe ich schöne, aromatische Sauerkirschen aus dem eigenen Garten bekommen. Toller Service: die Kirschen waren sogar bereits entsteint! Da habe ich mich natürlich sofort auf die Suche nach Rezepten zur Verarbeitung der Kirschen gemacht. Mit einem Teil der Kirschen habe ich eine klassische Sauerkirschmarmelade nach einem Rezept aus dem Büchlein "Konfitüre, Marmelade und Co." zubereitet. Das Rezept ist simpel, aber absolut überzeugend! Die Marmelade schmeckt sehr schön aromatisch und nicht zu süß.


Klassische Sauerkirschmarmelade
(3 kleine Gläser)

Zutaten:
500g Sauerkirschen, entsteint gewogen
500g Gelierzucker (1:1)
Saft einer Zitrone

Zubereitung:
Kirschen waschen, abtupfen und entsteinen. 500g abwiegen. Ca. 1/3 der Kirschen grob kleinschneiden, restliche Kirschen mit dem Stabmixer fein pürieren. Zerkleinerte und pürierte Kirschen mit dem Gelierzucker vermischen und abgedeckt 4 Stunden ziehen lassen.

Zitronensaft zugeben und gut unterrühren. Alles unter Rühren in einem großen Topf aufkochen. Mindestens 4 Minuten sprudelnd kochen lassen. Dann Gelierprobe machen und die Marmelade noch heiß in vorbereitete, sterilisierte Gläser randvoll einfüllen. Gläser verschließen und 5 Minuten auf den Kopf stellen. Anschließend umgedreht vollständig auskühlen lassen.


Aus den restlichen Sauerkirschen möchte ich Senfkirschen (Mostarda) machen. Dafür bin ich noch auf der Suche nach Senf-Essenz. Laut Rezept gibt es Senf-Essenz in der Apotheke, aber dort haben sie mich völlig ratlos angeschaut, als ich nach Senf-Essenz gefragt habe. Ich habe jetzt etwas gegoogelt und bin zum Schluss gekommen, dass Senf-Essenz und Senf-Öl wohl gleichbedeutend sind. Senf-Öl kann man auch online bestellen, zur Not mache das auch.... oder kennt ihr eine Bezugsquelle für Senf-Essenz? 

Dienstag, 12. Juli 2011

Nachgekocht: Selbstgemachte Barbecue-Grillsauce

Dieses Jahr haben wir schon verhältnismäßig oft gegrillt. Und jedes Mal fiel mir zu spät wieder ein, dass ich bei Nyla von Cookmania das Rezept für eine selbstgemachte Barbecue-Grillsauce gesehen hatte, die ich ausprobieren wollte. Letzte Woche habe ich dann endlich mal dran gedacht und rechtzeitig vor dem Wochenende die Grillsauce geköchelt. Und ich war begeistert, die Grillsauce schmeckt wie die Barbecue-Grillsauce von Knorr und Co., nur noch viel besser! Und die Zubereitung ist simpel, sie nimmt lediglich ein bisschen Zeit in Anspruch. Die Menge, die ich zubereitet habe, reicht noch für die nächsten 2-3 Grillabende, und laut Nyla ist die Sauce 2-3 Wochen haltbar. Der Aufwand lohnt sich also auf jeden Fall!


Barbecue-Grillsauce
(für ca. 600ml Sauce)

Zuaten:
1 rote Paprika (ca. 250g)
750g reife Tomaten
1 kleine Schalotte
2 EL Öl
1 Knoblauchzehe
125ml milder Essig
1/2 TL Salz
1/2 TL Pfeffer
1/2 TL rosenscharfes Paprikapulver
50g brauner Zucker

Zubereitung:
Paprika waschen, halbieren, Kerne und Kerngehäuse entfernen und Paprika in kleine Stücke schneiden. Tomaten waschen, halbieren, Strunk entfernen und Tomaten klein schneiden. Schalotte schälen und fein würfeln. Knoblauch schälen und mit dem Messerrücken leicht andrücken.

Öl in einem großen Topf erhitzen. Knoblauch und Schalotte darin anbraten. Paprika und Tomaten zugeben und ebenfalls braten. Mit dem Essig ablöschen und mit Salz, Pfeffer und dem Paprikapulver würzen. Bei mittlerer Hitze köcheln lassen, bis Paprika und Tomaten weich sind. Dann das Gemüse mit dem Stabmixer direkt im Topf fein pürieren. Den braunen Zucker zugeben und die Sauce bei kleiner Hitze leicht dicklich einkochen lassen. Anschließend die Sauce in heiß ausgespülte Gläser oder Flaschen füllen und verschließen.

Die Sauce schmeckt zu allem gegrillten, auch zu einem Stück gegrillter oder gebratener Hähnchenbrust mit Wassermelonen-Radieschen-Salat mit Ziegenfrischkäse. Sommer pur!

Montag, 11. Juli 2011

Mozzarella-Melonen-Salat mit Nektarinen und Pflücksalat

Am Wochenende hatten wir Besuch von lieben Freunden. Am Samstagabend wollten wir grillen, doch leider hat uns das Wetter einen Strich durch die Rechnung gebracht und wir mussten unser Fleisch in der Grillpfanne braten. Aber wir haben es uns trotzdem schmecken lassen. Ein Highlight bei unserem Indoor-Grillen war ein sommerlicher, farbenfroher Salat aus der aktuellen "Lecker", Ausgabe 7/8 2011. Der Mozzarella-Melonen-Salat mit Nektarinen und Pflücksalat hat mich sofort zum Ausprobieren gereizt - und hat uns alle voll überzeugt! Da blieb nichts übrig und der Salat wurde restlos weggeputzt. Das Beste: er ist supereinfach zuzubereiten und schmeckt wunderbar frisch, sommerlich, aromatisch, einfach lecker!


Mozzarella-Melonen-Salat mit Nektarinen und Pflücksalat
(2-3 Portionen)

Zutaten:
3 EL Balsamico-Essig
Salz, Pfeffer
1/2 TL brauner Zucker
4 EL Olivenöl
125g Mozzarella
500g Wassermelone
2 reife Nektarinen
1 kleiner Pflücksalat
4 Stängel Minze

Zubereitung:
Essig mit Salz, Pfeffer, Zucker und Olivenöl zu einem Dressing vermischen. Mozzarella würfeln. Das Fruchtfleisch von der Schale der Wassermelone lösen, Kerne so gut wie möglich entfernen und das Fruchtfleisch in mundgerechte Würfel schneiden. Nektarine waschen, halbieren, vom Kern lösen und in Spalten oder Würfel schneiden. Salat verlesen, in mundgerechte Stücke zupfen, waschen und trocken schleudern. Minze waschen, trocken schütteln und Blätter von den Stängeln zupfen. Alles mit dem Dressing vermischen und servieren. Macht sich prima als Salatbeilage zu gegrilltem Fleisch!

Und weil der Salat so schön sommerlich farbenfroh ist, reiche ich ihn als Beitrag beim Kochtopf-Blogevent "Farbenfrohe Gerichte" ein. Dieses schöne Thema hat sich dieses Mal  Sylvia von Rock the Kitchen einfallen lassen!

Blog-Event LXIX - Farbenfrohe Gerichte (Einsendeschluss 15. Juli 2011)

Sonntag, 10. Juli 2011

Johannisbeerkuchen nach Cucina Casalinga

Eigentlich hatte ich die Johannisbeer-Saison ja schon für beendet erklärt. Aber es hängen doch noch einige, mittlerweile sehr reife und süße Beeren an Schwiegeromis Sträuchern. Das kann ich natürlich nicht verkommen lassen! Und da wir zum einen am Wochenende lieben Besuch von Freunden hatten, und ich Anfang dieser Woche bei Cucina Casalinga das Rezept für den Johannisbeerkuchen ihrer Mama gesehen hatte und seitdem den dringenden Wunsch verspürte, den Kuchen nachzubacken, habe ich doch noch mal einige Träuble gepflückt und für unsere Freunde den Johannisbeerkuchen nach Cucina Casalinga gebacken. Und wie zu erwarten war, war der Träubleskuchen supereinfach zu backen und schmeckt umwerfend gut! Eine harte Konkurrenz für die Johannisbeertarte von neulich... Dankeschön an Cucina Casalinga und ihre Mutter für dieses Rezept, ich habe nur geringfügige Änderungen vorgenommen und ansonsten ganz auf das Original vertraut - perfekt!


Johannisbeerkuchen
(für eine Springform mit 26cm Durchmesser)

Zutaten:
250g Mehl
1 Ei
125g Butter
65g Zucker
Salz
Abrieb einer halben Bio-Zitrone
4 EL gemahlene Mandeln
500g rote Johannisbeeren
4 Eiweiß
80g Puderzucker

Zubereitung:
Mehl, Ei, Butter in kleinen Stücken, Zucker, Zitronenschale und eine Prise Salz in eine große Schüssel geben. Mit den Knethaken des Handrührgeräts ca. 2 Minuten vermengen, bis ein krümeliger Teig entstanden ist, dann mit den Händen zügig zu einem glatten Teig verarbeiten. Nicht zu lange kneten! Teig in Frischhaltefolie wickeln und 30 Minuten im Kühlschrank kaltstellen.

Johannisbeeren waschen und die Beeren mit einer Gabel von den Rispen streifen. Backofen auf 200 Grad vorheizen.

Den Teig zwischen zwei Lagen Frischhaltefolie mit dem Nudelholz möglichst rund und dünn auswellen. In die ungefettete Springform legen und einen Rand hochziehen. Boden mit einer Gabel mehrmals einstechen und die gemahlenen Mandeln gleichmäßig auf dem Teigboden verteilen.

Eiweiße mit den Quirlen des Handrührgeräts steif schlagen. Puderzucker einrieseln lassen, bis der Eischnee fest und glänzend ist. Dann mit einem Teigheber vorsichtig die Johannisbeeren unterrühren und die Mischung in die Springform auf den Teigboden geben, gleichmäßig verstreichen.

Kuchen auf der unteren Schiene im vorgeheizten Backofen ca. 40-45 Minuten goldgelb backen. Ich habe die Hitze schon nach 10 Minuten auf 190 Grad und später 180 Grad reduziert, damit die Baiser-Oberfläche nicht verbrennt.

Den Kuchen aus dem Ofen nehmen, Rand von der Form lösen und Kuchen auskühlen lassen.


Und weil schon wieder Sonntag ist, ist das mein Beitrag für die Initiative Sonntagssüß! Diese Woche sammelt Katrin von lingonsmak alle Köstlichkeiten.

Donnerstag, 7. Juli 2011

Nachgekocht: Auberginen-Couscous mit karamellisierten Schalotten

Neulich habe ich mal wieder ausgiebig durch die umfangreiche Blogroll von Stephs Kuriositätenladen geklickt. Dabei bin ich auf Christinas Blog "Feines Gemüse" gestoßen. Ihr aktuellster Beitrag, ein Auberginen-Couscous mit karamellisierten Schalotten, hat mich sofort angesprungen und das Rezept kam auf meine Nachkochliste. Und da ich  heute noch eine Aubergine übrig hatte, die dringend weg musste, und der Strauch in Schwiegeromis Garten doch noch ein paar Johannisbeeren hergegeben hat, habe ich dieses sommerliche Gericht heute gleich nachgekocht. 

Ich habe mich an Christinas Rezept gehalten, nur die Walnüsse habe ich durch Pecannüsse ersetzt, da ich keine Walnüsse mehr hatte. Das Ergebnis war ein köstliches lauwarmes Couscous, das mir sehr gut geschmeckt hat. Die Kombination aus Aubergine, Couscous, Nüssen und Johannisbeeren ist klasse, und der gesalzene Joghurt dazu hat super gepasst! 


Auberginen-Couscous mit karamellisierten Schalotten
(2 Portionen)

Zutaten:
1 große Aubergine
3 Schalotten
1 Knoblauchzehe
4 Stängel Thymian
5 Pecannüsse
3 EL Olivenöl
Salz, Pfeffer
125g Couscous (Instant)
1/2 TL Kurkuma (gemahlen)
2 TL Zucker
3 TL Balsamico-Essig
2-3 Stängel Petersilie
ca. 50g rote Johannisbeeren
150g Naturjoghurt

Zubereitung:
Aubergine waschen, Enden entfernen. Aubergine längs halbieren und in Würfel schneiden. Schalotte schälen und in feine Ringe schneiden. Knoblauch schälen, fein hacken. Thymian waschen, trocken schütteln. Blättchen von den Stängeln zupfen und fein hacken. Nüsse grob hacken.

Gehackte Nüsse in einer Pfanne ohne Fett goldbraun rösten. Beiseite stellen. 2 EL Olivenöl in der Pfanne erhitzen, Auberginenwürfel darin anbraten. Knoblauch und die Hälfte des gehackten Thymians zugeben. Auberginen pfeffern und kräftig salzen. Die Auberginen in ca. 5 Minuten fertig braten. Währenddessen regelmäßig umrühren und immer wieder ein paar Schlucke Wasser zugeben, damit die Auberginen nicht anbrennen. Gebratene Auberginen aus der Pfanne nehmen und beiseite stellen.

Couscous in eine Schüssel geben. Mit 250ml kochendem Wasser übergießen und abgedeckt ca. 10 Minuten quellen lassen.

Derweil restliches Öl in der Pfanne erhitzen. Schalotten darin bei mittlerer Hitze hellbraun anbraten. Restlichen Thymian und Zucker darüberstreuen. Nicht mehr umrühren,bis die Schalotten dunkler werden. Dann die Schalotten erneut umrühren und mit dem Balsamico-Essig ablöschen. In ca. 1-2 Minuten fertig braten.

Gequollenen Couscous mit Salz und Kurkuma würzen und mit einer Gabel auflockern. Auberginen, Nüsse und Couscous zu den Schalotten in die Pfanne geben. Alles gut miteinander vermengen, dann die Pfanne vom Herd nehmen.

Petersilie waschen, trocken schütteln. Blätter von den Stängeln zupfen und grob hacken. Johannisbeeren waschen und die Beeren von den Rispen streifen. Mit dem Couscous und den Auberginen vermischen.

Joghurt leicht salzen und zum lauwarmen oder ganz abgekühltem Auberginen-Schalotten-Couscous reichen.


Das Rezept stammt ursprünglich aus dem wiederum von Steph hochgelobten Buch "Sommerküche" von Tanja Dusy - das Buch steht schon eine ganze Weile auf meiner Wunschliste und dieses Rezept bestätigt mich nur noch mehr in meinem Wunsch.... zum Glück habe ich bald Geburtstag :-)

Mittwoch, 6. Juli 2011

Sommer am Bosporus

Passend zum Wetter lautet das Buchthema des Buchblogs "Die lesende Minderheit" für Juli und August: Sommer, Sonne Sonnenschein! Gesucht werden Bücher mit diesen Begriffen im Titel oder dem Thema Sommer, Sonne, Urlaub, Ferien.

Hier seht ihr die "Sommer"-Bücher aus meiner Bibliothek!


"Sommerhaus, später" von Judith Hermann habe ich schon 1999 gelesen, in den Sommerferien nach  meinem Abitur und vor Beginn meines Studiums. Es handelt sich dabei um neun kurze, abgeschlossene Erzählungen, die stets um das Thema unglückliche Liebe oder Beziehungen und deren Scheitern kreisen. Dabei passiert relativ wenig, das Ende der Erzählungen ist meist offen. Mich hat damals vor allem der Schreibstil und die Sprache fasziniert. Und anscheinend war ich auch bei einer Lesung von Judith Hermann, denn das Buch ist signiert! Das wusste ich schon gar nicht mehr.... Ihren Nachfolgeroman "Nichts als Gespenster" habe ich auch noch gelesen - und war etwas gelangweilt. Ihr neuestes Buch "Alice" habe ich nicht gelesen - habt ihr es gelesen? Was könnt ihr dazu sagen?

Das mittlere Buch "Sommer der Züge" ist von Stewart O´Nan, von dem ich schon sehr viel gelesen habe. "Sommer der Züge" spielt im Jahr 1943 und erzählt von der Familie von James und Anne, die seit 20 Jahren verheiratet sind. Er hat wegen einer Affäre mit einer Schülerin seine Arbeit als Lehrer verloren, sie rächt sich für den Betrug in gleicher Weise. Ihr ältester Sohn Rennie kämpft im 2. Weltkrieg gegen die Japaner und wird wochenlang vermisst, kehrt dann aber doch zurück. Alle Figuren im Buch haben mit kleineren und größeren Lebenskatastrophen zu kämpfen, die Grundstimmung ist melancholisch, schwermütig und leicht resigniert. Trotzdem ein spannendes Buch, weil ich wissen wollte, wie es weitergeht mit der Ehe von James und Anne und wie sich Rennie nach seiner Rückkehr aus dem Krieg wieder eingliedern kann in die Gesellschaft. Außerdem mag ich Stewart O´Nans anschaulichen Erzählstil, durch den einem die Protagonisten ans Herz wachsen. Allerdings ist "Sommer der Züge" sicher nicht O´Nans bestes Buch, da haben mir "Engel im Schnee" und "Die Speed Queen" von ihm noch besser gefallen.


Das oberste Buch in diesem Stapel, "Sommer am Bosporus" von Wolfgang Schorlau, habe ich noch nicht gelesen. Meine Mutter hat es mir letzte Woche mitgegeben, nachdem sie es im Pfingsturlaub gelesen und für gut befunden hat. Der Roman handelt von Andreas, der nach Istanbul reist, um seine Jugendliebe Sehin wiederzufinden, deren Liebe er damals zurückgewiesen hat und die er verleugnet hat, weil seine Freunde sie nicht akzeptierten. Jetzt treibt ihn die Sehnsucht in Sehins Heimatstadt. 

Das hört sich doch nach einer vielleicht etwas schnulzigen, aber unterhaltsamen Sommerlektüre an! Sobald ich meine aktuelles Buch "Freedom" von Jonathan Franzen ausgelesen habe, kommt dieses Buch dran.

Und welche Sommer-Sonne-Sonnenschein-Ferienlektüre-Bücher könnt ihr mir noch empfehlen?

Montag, 4. Juli 2011

Hähnchenspieße mit Melonen-Relish

Heute war irgendwie der Wurm drin bei mir. Nichts wollte so richtig klappen. Dann abends noch ein Meeting, das länger als gedacht ging, und mein Magen hing in den Knien und mit steigendem Hunger ging meine Laune in den Keller. Da brauche ich dann ein Abendessen, das schnell zubereitet ist und frisch und lecker schmeckt. Wie gut, dass ich mir schon morgens aus der aktuellen Living at Home, Ausgabe 7/2011, ein schnelles Rezept fürs Abendessen ausgesucht hatte: die Hähnchenspieße mit Melonen-Relish waren ruckzuck zubereitet und haben mit ihrer Geschmackskombination aus fruchtig und scharf meinen Tag doch noch gerettet. Das Originalrezept habe ich nur leicht abgeändert: Cantaloupe-Melone habe ich keine bekommen, deswegen gab es bei mir eine Galia-Melone, und anstelle von Koriander habe ich Petersilie verwendet. Ansonsten habe ich mich ans Rezept gehalten.


Hähnchenspieße mit Melonen-Relish
(2 Portionen)

Zutaten:
3 TL Harissa
5 EL Zitronensaft
5 EL Olivenöl
350g Hähnchenbrustfilet
Salz
1 EL Honig
1/2 Cantaloupe- oder Galia-Melone
2 kleine Frühlingszwiebeln
3 Stiele Petersilie
1 TL schwarzer Sesam

Zubereitung:
2 TL Harissa mit 1 EL Zitronensaft und 1 EL Öl vermischen. Hähnchenbrustfilet unter fließendem Wasser abspülen, trocken tupfen und in ca. 3 cm große Würfel schneiden. Mit der Marinade vermischen, dann das Fleisch auf 4-5 Holzspieße aufspießen. Salzen. 2 EL Öl in einer großen Pfanne erhitzen und die Hähnchenspieße ca. 10 Minuten bei mittlerer Hitze braten, bis das Fleisch außen gebräunt und innen gar ist.

Derweil das Melonen-Relish zubereiten. Dafür 2 EL Olivenöl, 4 EL Zitronensaft, 1 EL Honig und 1 TL Harissa zu einem Dressing vermengen. Melone halbieren, Kerne mit einem Löffel entfernen und die Hälfte der Melone von der Schale lösen und in kleine Stücke schneiden. Petersilie waschen, trocken schütteln und die Blätter von den Stängeln zupfen. Grob hacken. Frühlingszwiebeln putzen, waschen, welke Blätter entfernen und Frühlingszwiebeln in dünne Ringe schneiden. Mit dem Dressing, der kleingeschnittenen Melone und dem Sesam mischen. Mit den Hähnchenspießen und nach Belieben mit dünnen Weizenfladen, Fladenbrot oder Ciabatta servieren.

Für dieses Gericht stand ich nur knapp 20 Minuten in der Küche - na, das ist doch mal wieder ein passender Beitrag für das Dauerevent "Cucina rapida" von Man kann´s essen!

Cucina rapida - schnelle Küche für Genießer. Ein Blog-Event von mankannsessen.de

Sonntag, 3. Juli 2011

Wassermelonen-Limetten-Granita mit Ingwer

Zeit für Eis! Denn in Karlsruhe ist der Sommer zurück. Und ich genieße seit langem endlich mal wieder ein freies Wochenende ohne Termine und Verpflichtungen. Und zur Abkühlung zwischen Sonnenbaden, lesen, faul dahindösen gibt es dann noch selbstgemachte Wassermelonen-Limetten-Granita mit Ingwer  - perfekt! Das Rezept habe ich aus der "Lecker" Ausgabe 6/2011 und die Granita schmeckt superfrisch und fruchtig - und lässt sich auch ohne Eismaschine herstellen. Die hier angegebene Menge reicht für 7-8 Portionen, aber keine Angst, sie verschwindet quasi von selbst...


Wassermelonen-Limetten-Granita mit Ingwer
(7-8 Portionen)

Zutaten:
40g Zucker
1kg Wassermelone (ca. 750g Fruchtfleisch)
1 kleines Stück Ingwer (ca. 10g)
3 Limetten, davon 1 Bio

Zubereitung:
Zucker mit 75ml Wasser in einem kleinen Topf unter Rühren aufköcheln, bis sich der Zucker vollständig aufgelöst hat. Abkühlen lassen.
Das Fruchtfleisch von der Melonenschale entfernen. Melone so gut wie möglich entkernen und in grobe Würfel schneiden. Ingwer schälen und grob hacken. Die Bio-Limette heiß abwaschen, Hälfte der Limettenschale fein abreiben. Alle Limetten auspressen und 100ml Saft abmessen. Melone, Limettenschale, Limettensaft, Zuckersirup und Ingwer mit dem Stabmixer pürieren.

Das Püree in eine flache, tiefkühlergeeignete Form füllen. Mit Frischhaltefolie abdecken und eine Stunde in der Tiefkühltruhe anfrieren lassen. Dann das Melonenpüree mit einer Gabel gründlich durchrühren. Mindestens 6 Stunden oder über Nacht gefrieren lassen.

Granita ca. 45 Minuten vor dem Servieren aus der Tiefkühltruhe nehmen und bei Zimmertemperatur antauen lassen. Mit einem Löffel grobe Splitter abstechen oder abkratzen, in Gläser füllen und nach Belieben noch mit frischer Minze garnieren. Sofort servieren.

Zumindest ein bisschen Zucker ist auch drin, deswegen ist dies mein eisgekühlter Beitrag zur Initiative Sonntagssüß. Die Beiträge sammelt diese Woche Fräulein Text

Ist bei euch auch wieder Sommer? Wie habt ihr euch das Wochenende versüßt?