Donnerstag, 18. Oktober 2012

Apfel-Rosinen-Frikadellen mit selbstgemachtem Kürbis-Ketchup

Ich lese mittlerweile kaum noch Frauenzeitschriften. Als ich im September nach Berlin zum AEG-Foodblogger-Kochduell geflogen bin, gab es im Flieger Zeitschriften gratis zum Mitnehmen, da habe ich mir dann nach langer Abstinenz mal wieder eine Ausgabe der "Jolie" mitgenommen. Nach 10 Minuten gelangweiltem Durchblättern wusste ich wieder, warum ich keine Frauenzeitschriften mehr kaufe. Aber ziemlich weit hinten, ich hätte sie fast übersehen, hatten sich ein paar wenige Rezepte von Küchenchef Bernd Huber versteckt. Und eines klang sogar so interessant, dass ich die Zeitschrift nur deswegen doch mit nach Hause genommen habe. Heute habe ich eben diese Apfel-Rosinen-Frikadellen nachgekocht!
Frikadellen mag ich sehr gerne, ein Rezept für klassische Fleischküchle habe ich auch schon verbloggt. Die "Fusions-Variante" mit Apfelstückchen, Rosinen, Zimt und Chilischote in der Hackfleischmasse habe ich mir schon beim Durchlesen des Rezepts als saftig und lecker vorgestellt - und meine Erwartungen wurden voll erfüllt! Auch meinem Mann haben die Apfel-Rosinen-Frikadellen sehr gut geschmeckt. Dazu gab es noch einen frischen Ackersalat und selbstgemachtes Kürbis-Ketchup, das ganz wunderbar zu den Apfel-Rosinen-Frikadellen gepasst hat. 100 Punkte!


Apfel-Rosinen-Frikadellen 
(für 2 Portionen)

Zutaten:
1/2 Milchbrötchen vom Vortag
ca. 150ml Milch
1 kleiner Apfel
2 EL Rosinen
1/2 TL gemahlener Zimt
300g gemischtes Hackfleisch
1 Chilischote
1 Ei
Salz
Butterschmalz

Zubereitung:
Brötchen mit der Milch übergießen und einweichen lassen. Apfel schälen, vierteln, das Kerngehäuse entfernen. Apfel in kleine Würfel schneiden. Rosinen halbieren. Etwas Butterschmalz in einer Pfanne erhitzen, Apfel und Rosinen darin bei mittlerer Hitze weich braten, ohne dass sie Farbe nehmen. Zimt darüberstäuben, kurz mitrösten. Beiseite stellen und etwas abkühlen lassen.

Chilischote waschen, längs halbieren, Kerne entfernen. Chili möglichst fein kleinschneiden. Chilischote mit dem Hackfleisch, dem Ei, den Äpfeln und Rosinen in einer Schüssel vermischen. Kräftig mit Salz würzen und alles mit den Händen zu einer homogenen Masse verkneten.

In einer großen Pfanne reichlich Butterschmalz erhitzen. Aus der Hackfleischmasse Frikadellen formen und im Butterschmalz bei mittlerer Hitze von beiden Seiten jeweils ca. 5 Minuten braten, bis sie gut gebräunt und durch sind.

Dazu passt Ackersalat, selbstgemachtes Kürbis-Ketchup und  für meinen Mann, der Kürbis nicht so gerne mag, gab es selbstgemachten Himbeersenf (Rezept hier) dazu.

Das Rezept für das Kürbis-Ketchup stammt aus einer alten Ausgabe der "Lust auf Genuss" von 2009 und hat mir sehr gut zu den Frikadellen geschmeckt. Es passt aber sicherlich auch gut zu gegrilltem Fleisch und eignet sich auch als kulinarisches Geschenk z.B. für Weihnachten.



Kürbis-Ketchup
(ergibt ca. 350-500ml)

Zutaten:
500g Butternut-Kürbis (vorbereitet gewogen)
Salz
1/2 TL gemahlener Zimt
1 TL Harissa-Paste
1/2 TL schwarze Pfefferkörner
1/2 TL Currypulver
150ml Orangensaft
50ml weißer Balsamico-Essig
100g Zucker

Zubereitung:
Kürbis halbieren, Kerne und fasriges Fruchtfleisch entfernen. Kürbis schälen und Kürbisfruchtfleisch in kleine Würfel schneiden. Kürbiswürfel in einen Kochtopf geben, mit Wasser bedecken. Aufkochen, salzen und den Kürbis im kochenden Wasser in ca. 20 Minuten weich garen. Kürbis in ein Sieb abgießen und mit dem Stabmixer fein pürieren. Kürbis-Püree zurück in den Topf geben. 

Pfefferkörner im Mörser zerstoßen. Zerstoßene Pfefferkörner, Zimt, Harissa, Currypulver und Zucker zum Kürbis-Püree in den Topf geben, unterrühren. Orangensaft und Balsamico-Essig zugeben. Alles unter häufigem Umrühren ca. 20 Minuten lang bei mittlerer Hitze einkochen lassen, bis das Ketchup eine dickflüssige Konsistenz hat. 

Ketchup mit Salz würzen und noch heiß in vorbereitete, saubere Gläser (oder Flaschen mit einer weiten Öffnung, da das Kürbis-Ketchup bei mir sehr dickflüssig war und sich nicht so ohne weiteres abfüllen ließ) füllen. Gläser gut verschließen. 

Kürbis-Ketchup im Kühlschrank aufbewahren, dann ist es laut Originalrezept 2-3 Monate haltbar.

Und weil immer wieder Fragen zu den schönen Etiketten kommen: das Etikett für das Kürbis-Ketchup habe ich mit dem Jam Labelizer gestaltet.

Kommentare:

  1. Huhu,

    wie gemein, ich kann doch nicht schon wieder Ketchup kochen.. nachdem ich dieses Jahr 10 Flaschen gekocht habe und davon nur gut 5 verbraucht habe, muss ich wohl zurückstecken und mit dem Kürbisketchup bis nächstes Jahr warten... =/

    LG, Stephi

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  2. Lustig, mir gehts mit Frauenzeitschriften genau so. Die Einzige, die ich noch kaufe ist einmal im Jahr die Brigitte-Ausgabe mit den Weihnachtsplätzchen. Das wars dann aber auch schon. Aber die ist dann auch ein Highlight, auch wenn die Ausgabe des letzten Jahres hinter meinen Erwartungen zurückgeblieben ist. Hab übrigens gerade rechts gesehen, dass du Jo Nesbo liest. Ich habe es vor einem halben Jahr gelesen mit angehaltenem Atem. Hoffe, dir gehts ähnlich...
    Liebe Grüße!

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  3. Das Kürbisketchup hört sich ja super an, ich liebe Kürbis! Wie viel Ketchup wird denn das?

    Hab dir übrigens einen Blog Award verliehen. Schau mal hier: http://homemadeandbaked.blogspot.de/2012/10/blogaward-1-liebster-award.html

    Liebe Grüße
    Bettina

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  4. Wow Kürbis Ketchup, das ist ja mal was Abgefahrenes.
    Habe ich mir gleich notiert.
    LG Sarah

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  5. Kurze Frage noch:
    Kann man auch eine andere Kürbissorte verwenden?
    VG Sarah

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  6. Was soll ich sagen, liebe Juliane, war gerade einkaufen und werde genaus das heute abend kochen. Klingt sehr interessant Kürbis-Ketchup. Ich hab auch meine helle Freude an all den bunten Kürbisen. Hast du schon mal Sphagettikürbis gemacht?? Das braucht ich auch noch ein zuverlässiges Juiane-Testrezept ;0) Ein super schönes Herbstewochenende wünscht die Andrea aus Os
    Und wie immer Danke fürs Rezept

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  7. @Stephi: Du hast 10 Flaschen Ketchup eingemacht? Respekt! Da muss das Kürbis-Ketchup dann wohl erst mal warten, bis dein Vorrat noch etwas geschrumpft ist ;-)

    @Christine: Ja stimmt, die Plätzchen-Ausgabe der Brigitte... die müsste ja jetzt eigentlich auch bald wieder kommen, oder? Und "Headhunters" gefällt mir bis jetzt auch ziemlich gut, muss mich fast zwingen, es zwischendurch mal wegzulegen!

    @Bettina: Je nachdem, wie lange und bei welcher Hitze du das Ketchup köcheln lasst, kommen ca. 350 bis 500ml Ketchup dabei raus, habe ich auch im Rezept mit angegeben. Und dankeschön für den Award, ich habe mich sehr darüber gefreut und stelle ihn gerne in mein virtuelles Trophäen-Regal! Ich hoffe aber, du bist mir nicht böse, wenn ich ihn nicht weitergebe!

    @Natalija: Dankeschön!

    @Sarah: Du kannst auch Muskatkürbis verwenden oder verschiedene andere Kürbissorten, es muss kein Butternut-Kürbis sein!

    @Andrea aus Os: Das freut mich sehr! Dann hoffe ich, dass es Dir ebenso schmeckt wie uns! Spaghetti-Kürbis habe ich noch nie gemacht und nach dem, was ich bei anderen zum Thema Spaghetti-Kürbis gesehen und gelesen habe, bin ich ehrlich gesagt auch gar nicht so wild drauf ;-) Dir auch ein schönes Herbst-Wochenende!

    Viele Grüße und schöner Tag noch,
    Juliane

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  8. Hab den Ketchup nun ausprobiert und für gut befunden.
    Danke für das Rezept :)
    http://sarahskrisenherd.blogspot.de/2012/10/pumpkin-ketchup-plus-freebie.html

    LG Sarah

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    1. Hallo Sarah,
      freut mich sehr, dass Du das Kürbis-Ketchup nachgemacht und ebenfalls für gut befunden hast! Danke für Deine Rückmeldung :)

      Viele Grüße und schöner Tag noch,
      Juliane

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  9. mmmh das hört sich ja echt lecker an, Frikadellen mag ich sowieso total und Kürbisketchup... definitiv etwas, das ich ausprobieren muss. Nur frag ich mich für was ich es sonst noch verwenden könnte, ausser zu Frikadellen... das ist bei mir mit den eingemachten Sachen immer ein wenig das Problem, ich brauche es zu wenig und dann verdirbt es.

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