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Nachgekocht: Selbstgemachte Grapefruit-Marmelade

Das ganze letzte Jahr war ich voll im Einkochfieber und habe wirklich viele bewährte und neue Sorten Marmeladen und Konfitüren eingekocht. Und 2019 geht es gerade so weiter! Im Januar habe ich eine bittersüße Grapefruit-Marmelade eingekocht. Das Rezept habe ich auf dem Blog juligold gefunden und ja, es steht tatsächlich schon seit 2014 auf meiner Nachkochliste. Was lange währt, wird endlich gut, oder so! Tatsächlich ist die Grapefruit-Marmelade gar nicht so sauer, wie ich es erwartet hatte. Wer meinen Blog schon länger liest, weiß das: Ich mag Saures und Bitteres sehr gern! Nach der ersten kleinen Enttäuschung muss ich aber sagen: auf Brötchen und Brot ist das genau richtig so. Also: Nachmachempfehlung!

Selbstgemachte bittersüße Grapefruit-Marmelade

Rezept: Grapefruit-Marmelade
(reicht für ca. 5 kleine Weckgläser à 190ml)

Zutaten:
5 Grapefruits
1 Zitrone
ca. 200g Gelierzucker 2:1
1/2 Vanilleschote

Zubereitung:
Als erstes die Weckgläser vorbereiten: Gläser und Glasdeckel mit kochendem Wasser ausspülen. Gummiringe in kaltes Wasser legen.

Drei Grapefruits und die Zitrone auspressen. Saft durch ein Sieb gießen. Übrige Grapefruits mit dem Messer so großzügig schälen, dass keine weißen Stellen mehr zu sehen sind. Grapefruitfilets zwischen den Trennhäuten herausschneiden, Filets kleinschneiden und zum Saft geben. Grapefruitsaft, Grapefruitstücke und Zitronensaft wiegen und Gelierzucker im Verhältnis 3:1 zugeben. Bei mir waren das für 600ml Grapefruit-Saft, Grapefruit-Filets und Zitronensaft ca. 200g Gelierzucker 3:1.

Vanilleschote längs aufschlitzen, das Vanillemark mit einem Messer herausschaben und alle Zutaten in einen großen, hohen Topf geben. Aufkochen und unter Rühren ca. 4 Minuten sprudelnd kochen lassen. Gelierprobe machen. Geliert die Grapefruit-Marmelade, die Marmelade sofort möglichst randvoll in die vorbereiteten Gläser gießen, mit Gummiring, Glasdeckel und Klemmen verschließen und vollständig auskühlen lassen.

Sonntagsfrühstück: Pochiertes Ei auf geröstetem Brot mit Salat, Avocado, Bacon und Kirschtomaten

Na, wurdet ihr heute zum Valentinstag mit Blumen, Schokolade und/oder Frühstück ans Bett überrascht? Für mich zählt ja ehrlich gesagt Frühstück im Bett nicht zu den erstrebenswerten Dingen. Überall Krümel, keine gescheite Unterlage um sein Brötchen zu schmieren, ach, ne, also das brauche ich nicht. Valentinstag brauche ich auch nicht, aber was ich tatsächlich sehr schätze, ist ein ausgiebiges Frühstück am Wochenende oder an freien Tagen. Und dann darf es gerne auch mal was aufwändigeres für mich sein, wie letztes Wochenende. Da habe ich das Frühstück am Samstag mit einem pochierten Ei auf geröstetem Brot mit Salat, Avocado, Bacon und Kirschtomaten richtig zelebriert. Dazu noch ein Cappucino und ein frischgepresster (Blut-)Orangensaft und mein Frühstücksglück ist perfekt! Die Rezeptidee habe ich aus dem kostenlosen Edeka-Magazin "Mit Liebe". Im Originalrezept wird das pochierte Ei als Egg Benedict mit Sauce Hollandaise serviert, aber das war mir dann doch etwas zu wuchtig und kalorienreich zum Frühstück. So war es auch sehr lecker und absolut wiederholenswert!

Pochiertes Ei auf geröstetem Brot mit Salat, Avocado, Bacon und Kirschtomaten


Rezept: Pochiertes Ei auf geröstetem Brot mit Salat, Avocado, Bacon und Kirschtomaten
(für 2 Portionen)

Zutaten:
1 Avocado
6-8 Kirschtomaten
1 kleines Römersalatherz
2 Scheiben Bacon
2 EL Butter
2 Scheiben Sauerteigbrot
1 EL Weißweinessig
2 Eier
Für das Dressing:
2 EL Orangensaft
1 EL Ahornsirup
1 EL Weißweinessig
1 TL Olivenöl
Salz, Pfeffer

Zubereitung:
Avocado halbieren, entkernen, schälen und in dünne Scheiben schneiden. Kirschtomaten waschen und halbieren. Salat putzen, waschen und in mundgerechte Stücke zupfen. Baconstreifen in einer beschichteten Pfanne ohne Fett von beiden Seiten knusprig braten, auf Küchenpapier abtropfen lassen. Pfanne auswischen, Butter darin erhitzen und die beiden Brotscheiben darin von beiden Seiten rösten.

Für das Dressing alle Zutaten miteinander vermischen.

Wasser in einem Topf zum Kochen bringen. Hitze etwas reduzieren und Weißweinessig zugeben. Ein Ei in eine kleine Schale aufschlagen. Mit einem Kochlöffel einen Strudel im Kochwasser erzeugen und das Ei langsam hineingleiten lassen. Ca. 3 Minuten stocken lassen. Dann das pochierte Ei herausnehmen und warmhalten (z.B. im Backofen) und das zweite Ei auf die gleiche Art pochieren.

Jetzt die Avocado-Brote anrichten: Auf jede Scheibe Brot einige Blätter Salat legen und mit dem Dressing beträufeln. Dann die Avocadoscheiben und den gebratenen Bacon darauf schichten, zum Schluss das pochierte Ei darauf setzen. Halbierte Kirschtomaten daneben verteilen.

Wochenrückblick 6/2019

Hui, das ging gestern ab hier mit dem "All you need is... Blechgerichte"-Event! Das war ein voller Erfolg und ich denke, dann könnt ihr es auch verschmerzen, wenn der kulinarische Wochenrückblick mal einen Tag später online geht, oder? Er ist dafür auch wieder gut gefüllt mit viel leckerem Essen und ihr könnt euch in den nächsten Wochen auf viele neue Rezepte freuen, denn momentan läuft es wieder so richtig rund mit dem Kochen und Bloggen!

Gegessen:
Sonntagabend vor 8 Tagen habe ich eine Winter-Falafel-Bowl zubereitet. Sie bestand aus Babyspinat. Karotten, Radicchio und dünn aufgeschnittener gelber Beete mit Linsen-Falafeln, die ich im Ofen gebacken habe, nach diesem Rezept. Sah sehr hübsch aus, war mir aber zu "roh" und hat für meinen persönlichen Geschmack zu gesund geschmeckt. Wahrscheinlich wäre es auch besser gewesen, die Karotten fein zu raspeln und anstelle der Tahin-Sauce eher cremiges Naturjoghurt zu verwenden.

Winter-Falafel Bowl


Am Montagmittag war ich mal wieder im Taumi in Karlsruhe und habe dieses mal nicht das Tempura Sushi, sondern das Sushi "Stockholm" mit rohem Lachs gegessen. Auch lecker!

Sushi Stockholm mit rohem Lachs und Maki im Taumi in Karlsruhe

Am Dienstag hatte ich schlagartig richtig Gelüste auf einen Burger mit Pommes und war im American Diner "Jaroons" im Filmpalast am ZKM Mittagessen.

Classic Burger mit Pommes im Jaroons in Filmpalast am ZKM in Karlsruhe

Am Dienstagabend habe ich als Ausgleich frisch und gemüsereich gekocht: Die Quinoa-Bowl mit Süßkartoffel, Brokkoli, Avocado, Birne und Granatapfelkernen nach einem Rezept von Jeanny, das ich auf der Living at Home-Webseite gefunden habe, war da genau das richtige!


Mittwoch war ich nach längerer Pause mal wieder im Glashaus in Karlsruhe Mittagessen. Für mich gab es Röschti im Filoteigmantel mit Salat.

Röschti im Filoteigmantel mit Salat im Glashaus in Karlsruhe

Am Donnerstag hatte ich ein Meeting nach dem anderen, auch über die Mittagszeit, so dass das donnerstägliche Pastrami-Sandwich leider ausfallen musste.... das schnelle belegte Brötchen von der Badischen Backstube war ein schwacher Ersatz und hatte kein Foto verdient.

Abends habe ich noch mal den leckeren Schwarzwurzel-Pfannkuchen mit getrockneten Tomaten und einem Radicchio-Walnuss-Salat mit Parmesanspänen gekocht, den es vor einiger Zeit schon mal gab. Das Rezept veröffentliche ich demnächst auf dem Blog!

Schwarzwurzel-Pfannkuchen mit getrockneten Tomaten und Radicchio-Walnuss-Salat

Zum Abschluss der Arbeitswoche war ich am Freitag wieder mal im Saigon Asia Restaurant in Karlsruhe essen. Obwohl es so viele lecker klingende Gerichte auf der Karte gibt, lande ich doch immer wieder bei Bun Bo (Reisnudeln mit Rindfleischstreifen und Salat, scharf gewürzt). Und das schmeckt einfach immer top!



Freitagabend habe ich endlich mal wieder einen Treffer beim Thema kindertaugliches Essen gelandet. Meine Kategorie "Essen für Kleinkinder" im Blog ist aus gutem Grund nicht besonders umfangreich: Meine Tochter steht neuen Gerichten generell sehr skeptisch gegenüber, es sei denn, sie enthalten Schokolade. Diese Woche habe ich dann aber etwas im Blog Kinder kommt essen gestöbert und das Curry-Möhren-Risotto mit Cashewkernen und Feta auf die Nachkochliste gesetzt. Und was soll ich sagen: Top! Meine Tochter war begeistert und ich fand es ebenfalls sehr lecker.

Curry-Karotten-Risotto mit Cashewkernen und Feta, Essen für Kleinkinder

Gelesen:
Aktuell läuft wieder "Kitchen Impossible" (und ich komme leider viel zu wenig dazu, es zu gucken!) und Tim Mälzer begeistert die Menschen auf dem Balkan.

Röstgemüse vom Blech mit Linsensalat, gebratenen Römersalatherzen und Hummus

Der kulinarische Wochenrückblick verschiebt sich diese Woche ausnahmsweise mal auf den Montag, denn heute hat ein anderes Thema Vorrang! Ich bin zum ersten Mal dabei beim Blogevent "All you need is...". Das Thema im Februar lautet: Blechgerichte! Und auf insgesamt 38 teilnehmenden Blogs findet ihr heute lauter leckere Gerichte, die auf einem Backblech zubereitet werden. Die vollständige Liste mit den Links zu allen Rezeptbeiträgen findet ihr unten am Ende dieses Artikels.

Röstgemüse vom Blech mit Linsensalat, gebratenen Römersalatherzen und Hummus - All you need is Blechgerichte

Ich habe mich für Röstgemüse vom Blech mit einem Linsensalat, gebratenen Römersalatherzen und Hummus entschieden. Das Rezept habe ich mir auf der Webseite von Lecker mitgenommen. Ofengeröstet esse ich auch Gemüsesorten ganz gern, die ich gekocht nicht so gerne mag, wie z.B. Rote Bete. In Kombination mit weichen Süßkartoffeln, einem schön sauren Linsensalat (der separat zubereitet wird) sowie in der Pfanne angebratenen Römersalatherzen und einem würzigen Hummus-Dip macht sich das erdige Gemüse sehr gut auf dem Teller bzw. dem Blech!

Blogevent: All you need is... Blechgerichte. Röstgemüse mit Linsensalat, gebratenen Römersalatherzen und Hummus von Schöner Tag noch!


Rezept: Röstgemüse mit Linsensalat, gebratenen Römersalatherzen und Hummus
(für 2 Portionen)

Zutaten:
2 kleine Knollen Rote Bete
1 kleine Knolle Gelbe Bete
1 kleine Süßkartoffel
4 EL Apfelessig
4 EL Öl
1 EL Agavendicksaft
Salz, Pfeffer
Zucker
60g Alb-Leisa (alternativ: Pardina-Linsen)
1 kleine Gemüsezwiebel
1 Dose Kichererbsen (400ml)
2 Stängel glatte Petersilie
2 Stängel frische Minze
1 Knoblauchzehe
2 EL Zitronensaft
2 EL Tahin (Sesampaste, fertig aus dem Glas)
1 TL gemahlener Kreuzkümmel
2 Mini-Römersalatherzen

Zubereitung:
Den Backofen auf 200 Grad Ober-/Unterhitze vorheizen. Ein Blech mit Backpapier auslegen.

Rote und gelbe Bete gründlich waschen (Handschuhe anziehen!), Strunk entfernen und in grobe Spalten schneiden. Süßkartoffel schälen, halbieren und in dicke Scheiben schneiden.
Für die Marinade 2 EL Essig, 1 EL Öl und den Agavendicksaft miteinander verrühren, imt Salz und Pfeffer würzen. Süßkartoffelscheiben und rote und gelbe Bete-Spalten mit der Marinade vermischen, gleichmäßig auf dem Backblech verteilen. Im heißen Backofen auf der mittleren Schiene ca. 35 Minuten rösten.

Für den Linsensalat die Linsen in ein Sieb geben, unter fließendem Wasser abspülen. Mit 500ml Wasser in einen Topf geben, aufkochen und bei mittlerer Hitze in ca. 20-25 Minuten gar kochen.
Zwiebel schälen und fein würfeln. 1 EL Öl in einem Topf erhitzen. Zwiebel darin glasig anschwitzen, dann mit 1 TL Zucker bestreuen und leicht karamellisieren lassen. Mit 2 EL Essig und 50ml Wasser ablöschen. Köcheln lassen, bis sich der Karamell gelöst hat.
Linsen in ein Sieb gießen, abtropfen lassen. Zu den Zwiebeln in den Topf geben. Kräftig mit Salz und Pfeffer würzen und den Topf vom Herd nehmen. Abkühlen lassen.

Für das Hummus die Kichererbsen in ein Sieb geben, unter fließendem Wasser abspülen und abtropfen lassen. Petersilie und Minze waschen, trocken schütteln und die Blätter von den Stängeln zupfen. Kräuter grob hacken. Knoblauch schälen und hacken. Alles in ein hohes Gefäß geben und zusammen mit dem Zitronensaft, 1 EL Öl und Tahin möglichst fein pürieren. Falls die Masse - wie bei mir - zu fest ist, esslöffelweise noch etwas lauwarmes Wasser zugeben. Mit Salz und Kreuzkümmel kräftig abschmecken.

Die Mini-Römersalatherzen putzen, waschen, trocken schütteln und längs halbieren. 1 EL Öl in einer Pfanne erhitzen und die halbierten Salatherzen darin rundherum ca. 2 Minuten anbraten, dann salzen.

Röstgemüse, Linsensalat und Salat zusammen anrichten (das sieht besonders schön auf einer großen Platte oder direkt auf dem Blech aus) und mit dem Hummus servieren.

Röstgemüse mit Linsensalat, gebratenen Römersalatherzen und Hummus auf Teller angerichtet

Noch mehr tolle Blechgerichte findet ihr bei den anderen "All you need is..." - Teilnehmern:

Kleiner Kuriositätenladen Marokkanisches Hähnchen vom Blech
Cakes, Cookies and more Kartoffel-Wurst-Blech mit Gemüse
Jessis Schlemmerkitchen Ofen-Süßkartoffeln mit Kichererbsen
zimtkringel Blech rustikal
Küchenlatein Flammkuchen New York
Julz kocht - Ein Bielefelder Foodblog Kartoffelgratin mit roter Beete

Taste - not Waste. Restlos glücklich!

Dieser Blogbeitrag beinhaltet unbezahlte Werbung.

So, heute gibt´s mal kein Rezept, sondern Werbung. Und zwar Werbung für eine sehr gute Sache! Vor knapp 3 Wochen war ich auf Einladung von Christian Mittermeier und Uwe von HighFoodality bei einem Supper Club in der "Blauen Sau" in Rothenburg ob der Tauber. Der Anlass: Christian hat 25 Blogger und Journalisten aus dem Großraum Nürnberg zu einem HighFoodality Supper Club eingeladen, um für seine Kampagne "Taste not Waste - Restlos glücklich" die Werbetrommel zu rühren. Und wenn sich eine gute Sache mit der Aussicht auf kulinarische Hochgenüsse in Form eines Menüs von Uwe vereint, lasse ich mich nicht lange bitten und bin gerne dabei.

Bei "Taste - not Waste" geht es um einen Aspekt in Bezug auf Lebensmittel, den alle berücksichtigen können, egal welche Ernährungsphilosophie (omnivor, vegetarisch, vegan, regional/saisonal/bio/zuckerfrei/low carb/roh....) sie bevorzugen: Lebensmittelverschwendung minimieren. Schätzungen zufolge werden in Deutschland 30 bis 50% aller Lebensmittel weggeworfen, obwohl sie (noch) verzehrfähig wären. Es geht hier auch - aber nicht nur- um die Lebensmittel, die wir als Verbraucher mit schlechtem Gewissen wegwerfen, wenn wir im Kühlschrank einen halben Blumenkohl oder eine angebrochene Schmandpackung vergessen haben und diese verschimmelt sind. Oder die wir wegwerfen, weil das Mindesthaltbarkeitsdatum (MHD) überschritten ist, ohne zu prüfen, ob der Joghurt etc. nicht doch noch essbar ist.

Statement T-Shirt Aktion Taste not Waste


Es geht hier auch um Unmengen an Lebensmitteln, die es gar nicht erst in die Geschäfte schaffen - weil die Karotte z.B. nicht völlig gerade gewachsen ist oder die Kartoffeln aufgrund des langen, trockenen Sommers schon in der Erde Flecken bekommen haben. Der Landwirt lässt diese "Misfits" einfach auf dem Acker liegen, denn der Supermarkt nimmt die Ware nicht ab und der Endverbraucher greift auf dem Wochenmarkt auch lieber zum makellosen Gemüse.

Taste not Waste: Misfits Karotte

Und es geht um Lebensmittel, die zu viel produziert werden, damit der Kunde ständig eine große Auswahl hat, z.B. in Bäckereien, die den Kundenwunsch nach einer großen Auswahl an Brot und Brötchen auch abends um 17.30 Uhr noch befriedigen wollen (oder müssen) und dann um 18.00 Uhr eine Vielzahl an Backwaren entsorgen, weil sie nicht verkauft wurden und am nächsten Tag niemand mehr Brot vom Vortag kaufen will.

Plakat Taste not Waste Pop-up Restaurant in Rothenburg ob der Tauber in der Blauen Sau

Mit diesem Thema beschäftigt sich auch Christian Mittermeier sehr intensiv und hat beschlossen, dass es jetzt Zeit ist, mit gutem Beispiel und öffentlichkeitswirksam voranzugehen. Vom 14. Februar bis 10. März 2019 hat er unter dem Motto „Taste – not Waste“ in der „ Blauen Sau“ in Rothenburg ob der Tauber ein Pop-up Konzept Restaurant initiiert, in dem außer dem Restaurantbetrieb täglich auch Workshops und Kochkurse stattfinden sowie ein Sonntagsbrunch.

Im Speziellen geht es bei diesem Pop-up Restaurant um die Verarbeitung folgender Lebensmittel:
Fisch und Meeresfrüchte: In der Manufaktur der Deutschen See in Bremerhaven werden täglich tausende Fische filetiert und portioniert. Dabei gibt’s Überproduktionen, Fehlbestellungen und Abschnitte.
In Uwes Supper Club-Menü fand sich beispielsweise im 5. Gang Fisch aus solchen Überbeständen wider: Gekochter und roher Kohlrabi, Schafsmilchjoghurt, Nüsse, roher Saibling und dazu Vadouvan-Öl.


Milchkuh: Im Normalfall werden ausrangierte deutsche Milchkühe zu Hackfleisch oder zu Hundefutter verarbeitet. Die besten Exemplare jedoch werden nach Frankreich und Spanien exportiert, ihre Edelstücke werden als teure baskische Delikatesse re-importiert. Christian Mittermeier bezieht dieses hochwertige Fleisch direkt, ohne es erst tausende Kilometer und unnötig subventioniert durch Europa zu fahren.
Beim Supper Club servierte Uwe als 6. Gang eine geschmorte alte Milchkuh mit Molé-Sauce, eingelegten Zwiebeln, Selleriepüree, Staudensellerie sous-vide und Senfsamen.

Alte Milchkuh geschmort, Molé-Sauce, eingelegte Zwiebeln, SelleriePüree, Staudensellerie s/v, Senfsamen


Brot & Backwaren: Aus Broten vom Vortag werden z. B. kreative Brotsalate oder Brotsuppen zubereitet und die süßen Backwaren verwandeln sich in leckere Schicht-Desserts oder Kuchen. Und jetzt schaut euch mal an, was Uwe für den Supper Club als 2. Gang aus altem Brot gezaubert hat: Brotcreme, Röstbrot und dazu marinierter Blumenkohl. Sieht das nicht fantastisch aus?

Taste not Waste Altes Brot: Brotcreme, Röstbrot, marinierter Blumenkohl

Obst, Gemüse und Salat: Jeden Tag werden auf dem Großmarkt unzählige Kisten unverkaufter, essbarer Ware entsorgt. Andere, wie krumm gewachsene Gurken, finden erst gar nicht ihren Weg dorthin. Diese „unwanted fruits“ oder „misfits“ werden für das Pop-up Restaurant täglich frühmorgens vor der Vernichtung gerettet und verwertet.
Uwe hat dieses Obst und Gemüse gleich in mehreren Gängen eingesetzt, z.B. in seinem Signature Dish, in dem er einen Rotkohl ganz verarbeitet hat: Rotkohlgazpacho, Senfeis, krumme Gurke.

Ganz verarbeiteter Rotkohl: Rotkohlgazpacho, Senfeis, krumme Gurke


Mehr Informationen zu Taste not Waste findet ihr auf der Webseite und in diesem Video:



Was ich mir von diesem Abend mitgenommen habe: 
Wir als Verbraucher spielen eine sehr wichtige Rolle in diesem Kreislauf der Lebensmittelproduktion und -entsorgung. Warum wollen wir nur makellos aussehendes Obst und Gemüse? Warum wollen wir nicht die verdrehte Karotte kaufen, die genauso gut schmeckt wie die gerade gewachsene Möhre? Warum erwarten wir auch abends um 17.30 Uhr noch eine große Auswahl frischer (im schlimmsten Fall auch noch "frisch aufgebackener") Backwaren? Das sind nur einige der Fragen, die sich jeder selbst stellen und damit bei sich selbst ansetzen kann, um aktiv zu werden.

Vielen Dank an Christian Mittermeier für das Initiieren dieser wichtigen Aktion, für die Einladung zum HighFoodality Supper Club in der "Blauen Sau", die Übernachtung in der Villa Mittermeier und das Statement-T-Shirt zur Aktion! Ich bin auf eigene Kosten zur Veranstaltung angereist und wurde für diesen Blogbeitrag weder beauftragt noch bezahlt.