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Ich trau mich was: Linsen-Chorizo-Quiche

Linsen habe ich lange Zeit verabscheut. Zuhause gab es relativ häufig, bestimmt ein Mal im Monat, das schwäbische Nationalgericht Linsen, Spätzle, Saitenwürstle - ich habe immer dankend abgelehnt.

Jetzt habe ich ja vor einiger Zeit entdeckt, dass ich rote Linsen sogar ganz lecker finde. Und deswegen habe ich auch die Linsen-Rezepte in der neuen "Brigitte" (der mit dem Plätzchenheft) nicht sofort überblättert, sondern genauer hingeschaut. Die Linsen-Merguez-Quiche in diesem Heft fiel mir wegen den Merguez ins Auge. Die scharfen Würste sind hier in der Gegend rund um Karlsruhe weit verbreitet und sehr beliebt, in meiner schwäbischen Heimat hatte ich noch nie was von Merguez (hier "Merkes" ausgesprochen) gehört.

Also, Merguez klang schon mal gut. Im Rezept las ich dann als weitere Zutat für die Quiche: "Tellerlinsen". Oh-oh, das sind die von mir so verhassten, wolligen braunen Linsen. Aber Ängste sind ja dazu da, überwunden zu werden, also habe ich die Quiche auf meinen Wochenend-Speiseplan gesetzt. Beim samstäglichen Wochenendeinkauf dann aber die Ernüchterung: Merguez sind aus! Aber Chorizo gab es. Na gut, dann doch keine schwäbisch-badische Fusionsküche, sondern eine schwäbisch-spanische: eine Linsen-Chorizo-Quiche!


Linsen-Chorizo-Quiche
(4 Portionen, für eine Springform von 26cm Durchmesser)

Zutaten:
300g Blätterteig (TK oder aus dem Kühlregal)
4 Stängel Thymian
Mehl zum Ausrollen

Für die Füllung:
150g Tellerlinsen
1 Lorbeerblatt
2 EL Öl
200g Chorizo (im Original: Merguez)
80g grob geriebener Bergkäse (im Original: Manchego oder Gruyère)
1 Stange Lauch
Salz, Pfeffer
250ml Milch
3 Eier 

Zubereitung:
TK-Blätterteig ca. 10 Minuten antauen lassen. Blätterteig aus dem Kühlregal direkt auf eine mit Mehl bestäubte Arbeitsfläche legen und mit dem Nudelholz möglichst rund auswellen. Eine Springform (keine Tarteform mit Hebeboden! Ich habe eine verwendet und die Eiermilch ist beim Backen durch den Teig hindurch auf den Backofenboden getropft - große Sauerei und verqualmte Küche garantiert!) mit dem Teig auslegen. Überstehenden Teig abschneiden. Teigboden mehrmals mit einer Gabel einstechen. Thymian waschen, trocken schütteln und die Blätter von den Stängeln zupfen. Einige Blätter beiseite legen, den Rest auf dem Blätterteigboden verteilen. Springform mit dem Teig im Kühlschrank kaltstellen.

Linsen abspülen und mit viel Wasser und dem Lorbeerblatt in einem Topf zum Kochen bringen. In ca. 45 Minuten gar kochen, dann die Linsen abgießen und mit kaltem Wasser abspülen. Abtropfen lassen und das Lorbeerblatt entfernen.

In einer Pfanne 1 EL Öl erhitzen und die Würste darin rundherum ca. 10 Minuten anbraten. Den Backofen auf 200 Grad vorheizen. Für die Füllung den Lauch putzen, halbieren, waschen und in Ringe schneiden. In einer weiteren Pfanne mit 1 EL Öl bei niedriger Hitze unter ständigem Wenden andünsten. Den Käse grob reiben. Linsen, Käse und Lauch vermischen und kräftig mit Salz und Pfeffer würzen. Füllung in die vorbereitete Springform geben. Gebratene Würste noch mal halbieren und in die Linsenfüllung hineindrücken. Die Eier in einer Schüssel mit der Milch verquirlen und über die Linsenfüllung gießen. Quiche im heißen Backofen auf der untersten Schiene ca. 35 Minuten backen.

Quiche aus dem Ofen nehmen und abkühlen lassen, damit sie sich besser schneiden lässt. Mit dem beiseite gelegten Thymian bestreuen. Die Quiche warm oder kalt servieren, am besten mit einem grünen Salat.

So, und wie hat die Quiche jetzt geschmeckt? Die Kombination von scharfer Wurst und weichen Linsen fand ich gut. Aber noch mal werde ich die Quiche wohl nicht machen, dafür war mir die Zubereitung  in Relation zum Geschmack zu aufwendig. Außerdem mag ich den typischen Linsengeruch, den sie während des Kochens entwickeln, nach wie vor nicht. Da bleib ich lieber erst mal bei den roten Linsen.... die schmecken mir deutlich besser! Aber einen Versuch war die Quiche auf jeden Fall wert.

Kommentare

  1. Hmmmm, Dein Blog ist eine kulinarische Herausforderung und ein Gedicht! ;D Mjam... hungrige Grüße aus München!

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  2. Na, du traust dich ja was ;-) Linsen und Graupen sind auch meine Sache nicht unbedingt, ist mir irgendwie zu ...*flüster* zu deutsch und derb. Aber du hast schon recht, 1 x probieren muss man's. 1x und dann nie wieder... ;-)

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  3. Hee, jetzt wird aber rumgehackt auf den armen Linsen! ;-) Ich eile zur Linsenunterstützung und nehme dankend die Rezeptidee an.

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  4. Die sieht prima aus! Das Rezept habe ich mir auch gleich rausgerissen und möchte es gerne mal ausprobieren. Aus dem gleichen Artikel habe ich letztens aber direkt die Linsen-Moussaka mit Auberginen nachgekocht! Das schmeckte ganz hervorragend, auch wenn's nicht gerade wenig Arbeit war...
    LG, Bianca

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  5. @Kessi: Hihi, danke! Viele Grüße zurück ins Münchner Exil aus der alten Heimat ;-)

    @Sophie: ja, ist schon ganz schön deftig, aber *flüster* manchmal ist mir danach! Insbesondere im Herbst. Im Frühjahr und Sommer kann ich mir das gar nicht vorstellen! ;-)

    @Christina: ;-)) Es gibt aber in der Bloggosphäre noch mehr Linsenfans, habe gerade bei Zorra im Kochtopf und bei Ulrike von Küchenlatein Linsen mit Spätzle und Saitenwürstle gesehen....

    @Bianca: Ja, die Rezepte sind alle recht aufwendig, aber die Linsen-Quiche war auch echt lecker! Wenn ich Linsen richtig gerne mögen würde, wäre der Zeitaufwand wahrscheinlich auch kein Hindernis, die Quiche nochmal zu machen.

    Viele Grüße und schöner Tag noch,
    Juliane

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  6. Ich habe auch Angst vor Linsen... Aber interessant klingt das schon!

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  7. Mmhh, da ich voll auf Linsen stehe, muss ich mir das Rezept mal merken.

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