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Weihnachtsbäckerei: Christstollen

Ich liebe Christstollen. Meine Oma hat früher jedes Jahr ihren legendären Christstollen gebacken, auf den selbst der benachbarte Bäcker neidisch war. Leider habe ich das Rezept meiner Omi nicht, aber die Erinnerung an diesen Stollen ist immer noch sehr präsent! Deshalb wollte ich mich dieses Jahr, nachdem der Früchte-Quarkstollen im letzten Jahr ganz gut gelungen war, endlich mal selbst an einen "richtigen" Christstollen heranwagen.

Auf der Suche nach einem Rezept, das die Zutaten enthielt, die ich vom Christstollen meiner Omi in Erinnerung hatte (Rosinen, Orangeat, Zitronat, kein sichtbares Marzipan) wurde ich bei chefkoch.de fündig und habe dieses Rezept für einen Weihnachststollen ausprobiert. Die ganzen 2 Würfel Hefe (84g Hefe!) im Rezept haben mich zuerst etwas irritiert, aber nachdem die Angabe in den Kommentaren bestätigt wurde und sich die Lobpreisungen des Stollens in den Kommentaren schier überschlagen haben, war klar: das probiere ich aus! Schon nach dem Backen roch der Stollen sehr verführerisch. Doch ich habe mich brav wie angegeben zwei Wochen geduldet und den Stollen ziehen lassen, bevor ich ihn gestern angeschnitten habe. Und was soll ich sagen: ein Traum von Stollen! So muss das schmecken! Ich bin völlig hin und weg. 


Und hier noch der Stollen in voller Größe! Ich habe mir extra eine Stollen-Backform gekauft, damit der Stollen schön schmal bleibt. Ohne Backform neigt der Stollen nämlich dazu, in die Breite zu laufen. Das tut dem Geschmack keinen Abbruch, aber einen schmalen Stollen finde ich optisch schöner.


Christstollen
(für eine Christstollen-Backform mit 37cm Länge)

Zutaten:
300g Rosinen
3 EL brauner Rum
540g Mehl Type 405
90g Zucker
85g Butterschmalz (zimmerwarm)
250g Butter (zimmerwarm)
50g Zitronat
50g Orangeat
120g gemahlene Mandeln
30g Marzipan-Rohmasse
1/2 TL Salz
Abrieb einer Bio-Zitrone
1/2 TL Stollengewürz (selbst hergestellt aus Vanillemark, gemahlenem Zimt, gemahlenen Anissamen, gemahlenem Koriander, gemahlenden Nelken, gemahlenem Piment und gemahlenem Kardamom)
140ml Milch
2 Würfel frische Hefe

Für den Überzug:
80g Butterschmalz
30g Zucker
50g Puderzucker

Zubereitung:
Am Vortag die Rosinen in einer Schüssel mit dem Rum mischen und darin einweichen lassen.

Am Backtag zunächst einen Vorteig ansetzen. Dafür 70ml Milch lauwarm erwärmen. Die Hefe hineinbröckeln und gut verrühren, so dass sich die Hefe komplett auflöst. 1 Prise Zucker und 3 EL Mehl hinzugeben, gut verrühren. An einem warmen Ort abgedeckt ca. 20 Minuten gehen lassen. Butter und Butterschmalz aus dem Kühlschrank nehmen.

Wer wie ich das Stollengewürz selbst herstellt, halbiert jetzt eine Vanilleschote, kratzt das Mark heraus und verrührt es mit jeweils einer Messerspitze gemahlenem Zimt, Anissamen, Koriander, Nelken, Piment und Kardamom. Das ergibt ziemlich genau den benötigten halben Teelöffel Stollengewürz.

Wenn der Vorteig dickflüssig geworden ist, geht es an den Teig. Das restliche Mehl, den restlichen Zucker, das Salz, die Mandeln, das Butterschmalz, die in kleine Stücke geschnittene Butter, die ebenfalls in Stücke geschnittene Marzipanrohmasse, das Stollengewürz, den Zitronenabrieb, die restlichen 70ml Milch und den Vorteig in eine große Schüssel geben und mit den Knethaken des Handrührgeräts verkneten. Mit den Händen zu einem glatten, geschmeidigen Teig fertigkneten. In der Schüssel den Teig etwas flach drücken und Zitronat, Orangeat und die eingeweichten Rosinen in die Mitte geben. Den Teig an der Seite über Rosinen, Zitronat und Orangeat zusammenklappen und alles vorsichtig unterkneten, damit sich Rosinen, Zitronat und Orangeat gut im Teig verteilen. Den Teig abgedeckt 1 Stunde gehen lassen.

Derweil den Backofen auf 175 Grad vorheizen. Eine Stollenform mit Butter einfetten. Ein Backblech mit Backpapier auslegen. Den Teig nochmals kurz durchkneten. Teig in die Stollenform füllen und mit der offenen Seite nach unten diagonal auf das mit Backpapier ausgelegte Blech setzen. Auf der mittleren Schiene des Backofens ca. 1 Stunde backen.

Stollen aus dem Backofen nehmen, Stollenform abnehmen und Stollen erst mal auf dem Backblech etwas auskühlen lassen. Derweil in einem kleinen Topf das Butterschmalz für den Überzug schmelzen. Den noch heißen Stollen auf dem Backblech mehrmals großzügig mit dem Butterschmalz bepinseln. Dann mit dem Zucker bestreuen und großzügig mit Puderzucker bestäuben. Stollen abkühlen lassen, dann nochmals mit Puderzucker bestäuben. Stollen nach dem Abkühlen sehr vorsichtig - er bricht sehr leicht! - in Alufolie wickeln und an einem kühlen Ort 14 Tage ziehen lassen, bevor man ihn anschneidet.

Heute habe ich die erste Kerze an unserem Adventskranz angezündet, der dieses Jahr in den traditionellen Weihnachtsfarben rot, weiß, silber und natur gehalten ist, und eine Scheibe Christstollen zum Frühstück genossen. Perfekt! 
Und jetzt verschwinde ich in die Küche und backe die ersten Weihnachtsplätzchen :-)

Ich wünsche euch noch einen schönen 1. Advent!

Kommentare

  1. Sieht der lecker aus..... Da bekomme ich direkt appetit.
    Der Adventskranz gefällt mir auch recht gut.
    Wünsche dir einen schönen ruhigen 1. Advent
    Anja

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  2. Am 1. Advent gab's bei uns diese leckere Parmaschinken-Tomatensoße von dir – vorm Fernseher, zum Paten. Dieses Essen hat es bei uns übrigens schon auf den Merkzettel "Was wir gerne essen" geschafft. Sehr sehr empfehlenswert. Liebe Grüße!

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  3. @Anja: dankeschön!

    @Caro: Oh, das freut mich! Die Tagliatelle mit Parmaschinken waren aber auch wirklich lecker. Zum Paten war das ja sehr stilecht! Sollte ich auch mal wieder kochen :)

    Viele Grüße und schöner Tag noch,
    Juliane

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  4. Hallo Juliane, meine Großmutter hatte ein besonderes Stollenrezept, das leider auch nicht mehr abrufbar ist. Ich erinnere mich allerdings an merkwürdige Zutaten (wie Gänseei und Rindertalg) Ich weiß, hört sich sonderbar an, aber in meiner Erinnerung hat er so toll geschmeckt, wie niemals wieder!
    Eine schöne Adventszeit wünscht Dir malarte

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