Freitag, 24. Januar 2014

Themenwoche New York: Coleslaw und New York Streetfood [Gastbeitrag]

Habe nur ich den Eindruck, dass die New York-Themenwoche rasend schnell verfliegt, oder geht euch das auch so? Heute ist bereits der 5. Tag der Themenwoche! Und es gibt noch mal etwas Herzhaftes. Meine heutige Gastbloggerin, Maja von "Moey´s Kitchen", hat einen Klassiker der amerikanischen Küche für uns dabei, heiß geliebt als Beilage zu Hamburger oder Pulled Pork: Coleslaw! Außerdem gibt es heute nach meiner Rezension von Daniel Humms "I love New York" noch eine weitere New York-Kochbuchempfehlung, die mittlerweile auch schon den Weg in mein Kochbuchregal gefunden hat... also leg los, liebe Maja!
---------------------------
„New York City - das ist doch diese ziemlich große Stadt an der Ostküste der USA.“
Das dachte ich zumindest bis zum letzten Jahr.


Ich war schon einige Male in den USA. Doch wenn ich den Flug über den großen Teich antrete, dann geht es in der Regel direkt bis an die Westküste. Muss sich ja auch irgendwie lohnen, wenn man schon über 8 Stunden in so einem Flugzeug sitzt. Und deswegen führte mich meine Reise bisher immer bis nach San Francisco, um auch Städte wie Los Angeles, San Diego oder Las Vegas und die Wüste drumherum zu erkunden.New York hatte ich hingegen nie auf dem Schirm. Bis die Reiseplanung im letzten Jahr anstand. Das Geld reichte nicht für eine erneute Kalifornien-Rundreise, aber die USA sollte es eigentlich schon wieder sein. Und nachdem Freunde und Bekannte uns immer wieder von New York vorschwärmten, guckten wir uns das also mal etwas näher an. Steter Tropfen und so… Und dann buchten wir 5 Tage New York.
Und was soll ich sagen: Ich bin bekehrt und ich bin begeistert. New York ist einfach nur wow! Man kann es kaum in Worte fassen, man muss New York mit all seinen Facetten einfach mal selber erlebt haben.
Einen ausführlichen Bericht mit vielen kulinarischen Tipps und Empfehlungen zu New York habe ich hier bereits veröffentlicht. Ich hab natürlich noch längst nicht alles gesehen und muss deswegen unbedingt mal wieder hin.

Hier und heute geht es jetzt um ein weiteres New York Thema, das natürlich voll in meinem Metier liegt: New Yorker Street Food! Dazu habe ich ein authentisches Rezept für einen typischen New Yorker Coleslaw und eine kleine Rezension des Buches „New York Street Food“ aus dem Hädecke Verlag im Gepäck, aus dem das Rezept stammt.

Tom Vandenberghe, Jacqueline Gossens, Luk Thys
New York Street Food
Kulinarische Reiseskizzen mit mehr als 60 Rezepten
Hädecke Verlag, ISBN 978-3-7750-0657-6, 2013, 18,00 €
Das Buch wurde mir vom Hädecke Verlag als Rezensionsexemplar zur Verfügung gestellt.



Das handliche hochformatige Taschenbuch macht den Eindruck eines Reiseführers und genau das macht auch den Charme aus: Karten der Stadt, reichlich Fotos und vor allem spannende Berichte und Tipps mit kulinarischen Adressen sprechen mich als kulinarischen New York Reisenden sofort an.
Das Buch versteht sich auch als ein solches Handbuch - neben einem Vorwort und der Vorstellung der Autoren, gibt es einige Hinweise zur Nutzung des Buches: Die Autoren stellen darin ihre eigenen Variationen von klassischen Street Food Gerichten vor, die sie in New York entdeckt und ausprobiert haben.
Was ist euer erster Gedanke, wenn ihr den Begriff New York Street Food hört? Hot Dogs und Brezeln?
Es geht um weit mehr. Die Street Food Küche ist geprägt von all den Einflüssen der verschiedenen Einwanderergruppen, die in New York leben: von Mittel- bis Südamerika, quer durch Asien bis hin zu europäischen Einflüssen ist alles vertreten.

Neben spannenden Erfahrungsberichten und Hintergrundwissen zu Geschichte und Entstehung von bestimmten Gerichten ist das Buch immer wieder mit Insider-Tipps zu den besten Plätzen in der Stadt gespickt. Garniert wird das Ganze mit einer Vielzahl von wunderbar authentischen Fotos. Es handelt sich dabei aber nicht etwa um Hochglanz-Fotografie sondern matte, weiche und vor allem extrem realistische Bilder. Und ich erkenne so viele Plätze wieder, die ich genauso mit eigenen Augen gesehen habe.
Dazu kommen dann über 60 bunt gemischte Rezepte vom klassischen Manhattan Chowder über Bagels, Brownies und Burritos bis hin zu Kartoffelsalat, Sandwiches, Käsekuchen und Tamales. Ich vermisse nichts und entdecke so viel wieder! Die Rezepte sind kurz gehalten, schön bebildert und auf hier erhältliche Zutaten umgeschrieben. Ich hab schon eine Vielzahl markiert, die ich unbedingt mal nachmachen möchte.
Zum Schluss des Buches folgt ein Adressverzeichnis mit Restaurants, Märkten und Food Courts, gefolgt von einem alphabetischen Rezeptregister und ein paar Tipps und Hinweisen.
Die Originalausgabe des Buches erschien auf Niederländisch in Belgien, die deutsche Übersetzung ist aber in meinen Augen sehr gut gelungen.



















Der Aufbau der Rezepte ist immer gleich und sehr gut strukturiert. Alle Rezepte sind, soweit nicht anders angegeben, für 4 Portionen als Snacks berechnet. Der Originalname wird oft noch mit einer deutschen Übersetzung angegeben. Neben der Zutatenauflistung folgt die Zubereitung in einzelnen Steps. Oft gibt es auch noch weitere Tipps, Abwandlungen oder geschichtliches Hintergrundwissen zu einem Rezept. Dazu gibt es noch den Hinweis in welchem Viertel in New York es das Gericht gibt, in welchem preislichen Rahmen es liegt und wo man es ganz besonders gut genießen kann, mit entsprechendem Hinweis auf das Adressverzeichnis. Die Zubereitung selber ist relativ simpel gehalten und einfach und verständlich verfasst. Allerdings fehlt es für meinen Geschmack an Hinweisen zur Haltbarkeit und Zeiten für die Zubereitung, das Garen oder Ruhen gibt es auch keine.
Das Layout ist dabei schlicht, aber modern und mit verschiedenen Schriftarten und in wenigen Farben gehalten. Die Rezepte und Texte sind deswegen gut lesbar und verständlich. Dazu passt auch das matte Papier des Buches ganz hervorragend. Die Fotos wirken dadurch etwas blass, aber gerade das gefällt mir äußerst gut und macht das Buch noch authentischer.

Wenn ihr auf der Suche nach einem authentischen Kochbuch für klassisches Street Food, kulinarische Reiseberichte mit Tipps und Empfehlungen und wunderschöne Bilder seid, kann ich euch dieses Buch wärmstens ans Herz legen.Ich greife immer wieder gerne danach im Bücherregal und blättere mich damit automatisch durch meine eigenen Erinnerungen. Ich lese immer wieder gerne darin und lasse mich inspirieren von der Vielzahl an tollen Ideen. Man sollte das Buch auch nicht als reines Kochbuch verstehen, sondern als Reiseführer, Bildband, Tagebuch und Rezeptsammlung. Für mich ein must have in meinem Bücherschrank, das ich nicht mehr missen möchte.

Das Rezept für den Coleslaw stammt aus dem Buch. Der Weißkohlsalat soll demnach von niederländischen Einwanderern geprägt sein und ursprünglich mit Öl und Essig oder mit Butter und Essig zubereitet worden sein.
Im 19. Jahrhundert wurde schließlich von deutschen Einwanderern die Variante Kohlsalat mit Mayonnaise anzurühren eingeführt. Seitdem gibt es eine Vielzahl von Variationen, in denen zum Beispiel geraspelte Möhren, grüne Chilis oder Sellerie unter den Salat gerührt werden. Auch Knoblauch, Sardellen oder Speck oder asiatische Noten wie Koriander, Zitrone oder geröstete Sesamsamen werden mitunter verwendet.
Hier bei dem Rezept handelt es sich um eine eigene Variation der Autoren, die ich wiederum auch noch mal etwas abgewandelt habe.
Ich kenne klassischen Krautsalat so, dass man ihn mit etwas Salz vermischt mit den Händen glänzend knetet - das Garen ist für mich eine neue Art der Zubereitung und die Verwendung von Crème double ist ebenfalls mal etwas anderes.
Ich persönlich habe Crème fraîche und Weißweinessig verwendet und den Coleslaw in der Menge als Beilage zu Pulled Pork für zwei Personen gereicht.



Coleslaw (Weißkohlsalat)
für 4 Snack-Portionen

Zutaten:
150 g Crème double oder Crème fraîche
1 El Zucker
1 El Weißweinessig oder Balsamico bianco
1/2 kleiner Kopf Weißkohl (ca. 600 g)
2 El Butter
fein gemahlenes Meersalz und frisch gemahlener schwarzer Pfeffer
edelsüßes Paprikapulver zum Bestreuen

Zubereitung:
Crème double, Zucker und Essig in einer kleinen Schüssel gut verrühren und beiseite stellen. Den Weißkohl putzen, halbieren, den Strunk entfernen und den Kohl fein raspeln.

Die Butter in einem ausreichend großen Topf zerlassen, den Kohl dazugeben und alles mit Salz und Pfeffer würzen und gut verrühren.Den Deckel auflegen und den Kohl etwa 5 Minuten lang bei mittlerer Temperatur dünsten, dabei einmal umrühren.In ein Sieb abgießen und gut abtropfen lassen.

Den Kohl in eine ausreichend große Salatschüssel geben, mit der Créme double Mischung übergießen und alles gründlich vermischen.Auskühlen lassen und am besten mindestens 1 Stunde im Kühlschrank durchziehen lassen.
Vor dem Servieren mit etwas Paprikapulver bestreuen.

---------------

Liebe Maja, ganz herzlichen Dank für diesen Gastbeitrag zur New York-Themenwoche, der gleich dafür gesorgt hat, dass meine Kochbuch-Sammlung erneut angewachsen ist!
Und wie es sich gehört, möchte ich meinen Gast auch noch kurz vorstellen:

Majas Blog: Moey´s Kitchen
Online seit: 2011
Ihre Spezialität: Auf Majas Blog findet man vor allem saisonale, schnelle Gerichte (gerne auch vegetarisch), amerikanisches Kleingebäck und viele Rezepte für kulinarische Geschenke aus der eigenen Küche. Kulinarische Reiseberichte und fundierte Kochbuchrezensionen runden das Angebot ab - genau meine Kragenweite, und alles, was ich bisher von Majas Blog nachgekocht habe, war prima!
Mein Lieblingsrezept auf ihrem Blog: Auf meiner Nachkochliste steht schon seit Dezember Majas Chili con Carne. Das sieht einfach spitze aus! Außerdem habe ich neulich Hamburgerbrötchen nach Majas Rezept gebacken und war begeistert. Wird demnächst verbloggt!
----------------

Ich habe Maja und meine weiteren Gastbloggerinnen durch die Facebook-Gruppe "Übern Tellerrand" gefunden. Ziel der Aktion "Übern Tellerrand" ist es, mal über den eigenen Tellerrand hinwegzuschauen, den Austausch und die Verlinkung unter Bloggern zu fördern und anderen Bloggern eine Plattform auf dem eigenen Blog zu bieten. Ich hoffe, ihr habt daran ebenso viel Freude wie ich!


Und morgen geht es langsam aber sicher auf die Zielgerade für die New York-Themenwoche. Es wird pink, süß und lecker, das kann ich euch schon verraten!

Kommentare:

  1. Oh ja, den Coleslaw aus "New York Street Food" haben wir auch schon nachgemacht und für richtig lecker befunden! Und ja, liebe Juliane, die NY-Themenwoche geht wirklich viel zu schnell rum - sehr schöne Beiträge sind bisher zusammengekommen und ich freue mich auf die restlichen! :)
    LG
    Sabrina

    AntwortenLöschen
    Antworten
    1. Da bin ich ja froh, dass nicht nur ich dieses Gefühl habe ;-) Und das Kochbuch habe ich mir ja auch schon zugelegt, wenn ihr beide so angetan vom Coleslaw seid, kommt der gleich mal ganz oben auf die Nachkochliste aus diesen Buch...
      Liebe Grüße!

      Löschen
  2. Mir geht es ähnlich wie dir, ich bin absoluter Westküsten oder zumindest West-USA Fan und war bisher noch nie im Osten. Dieses Jahr bin ich aber in Chicago umgestiegen und hatte etwas Zeit: da will ich unbedingt nochmal für länger hin. Naja und NY steht natürlich mittlerweile auch ganz weit vorne, nicht zuletzt durch die Appetitmachende NY-Woche hier bei Juliane.

    Ich hab das Buch schon ein paar mal in den Händen gehabt, danke für die Rezension, werde es wohl doch bestellen.

    Vg Bella

    AntwortenLöschen
    Antworten
    1. Ich habe mir das Buch ja auch gekauft, nachdem ich Majas Rezension gelesen und in der Buchhandlung drin geblättert habe. Gerade wenn man schon mal in NY war oder plant, dorthin zu reisen, ist das Buch einfach toll, weil es auch noch Einblicke in das städtische Treiben in NY gibt.

      Viele Grüße und schöner Tag noch,
      Juliane

      Löschen

Printfriendly