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Jeden Tag ein Buch: "It´s Gin Time" [Rezension]

Jeden Tag ein Buch: "It´s Gin Time" [Rezension]

Heute habe ich eine weitere Buchvorstellung für euch! Ausnahmsweise ist es kein Kochbuch - aber ganz klar ein "Genussbuch". It's Gintime* von dem Autoren-Trio Melanie Jonas, Jürgen Kaffer und Margitta Schulze Lohoff ist eine Hommage an DAS Trendgetränk momentan: Gin!


Ich konnte mit Gin oder Gin Tonic lange nichts anfangen. Viel zu bitter für meinen Geschmack. Aber irgendwann letztes Jahr habe ich in einer Karlsruher Bar einen Gin Tonic mit "The Duke" Gin, Thomas Henry Tonic Water, frischem Rosmarin und einer Orangenscheibe vorgesetzt bekommen und war völlig überrascht: So aromatisch, frisch und würzig kann Gin Tonic also schmecken? Ab da war auch ich ein Gin-Fan und so kam "It´s Gin Time" mir gerade recht.

Auf 144 Seiten wird in diesem Buch dem Gin gehuldigt. In kurzen Texten von 2 bis 10 Seiten Länge wechseln sich Reportagen, z.B. über das Wacholder pflücken für die Gin-Herstellung am Ende der Welt irgendwo in Wisconsin, USA oder über die beiden Erfinder meines Lieblings-Gins "The Duke" aus München, über den ältesten Destillierbetrieb Deutschlands in Berlin und die Historie des Schwarzwälder Gins "Monkey 47" mit Interviews (z.B. mit einem Bartender), Reiseerinnerungen und Prosatexten zum Gin-Genuss ab. Das Buch stellt außerdem alle aktuell nennenswerten Gin-Marken zumindest kurz vor und gibt einen Überblick, welche Glasform für welchen Drink am besten geeignet ist. Das am häufigsten verwendete Glas für Gin and Tonic ist übrigens der "Highball", hättet ihr´s gewusst? Und da nicht nur die Ginsorte, sondern auch das verwendete Tonic Water entscheidenden Einfluss auf den Gin and Tonic-Geschmack hat, werden auch noch die verschiedensten Tonic Water-Marken und ihre Geschmacks-Charakteristika vorgestellt und zu welchem Gin sie jeweils am besten passen. Das waren für mich sehr spannende Infos!

Insgesamt ist It's Gintime* ein abwechslungsreiches, informatives und sehr unterhaltsames Buch für alle Gin-Fans, das obendrein auch noch stimmungsvoll und ansprechend bebildert ist. Das Buch eignet sich auch bestens als Geschenk für alle Genussmenschen. Ich würde aber empfehlen, dann auch gleich noch eine Flasche des jeweiligen Lieblings-Gins mit zu schenken, denn die Lektüre von "It´s Gin Time" macht definitiv durstig und Lust auf einen Gin and Tonic!


Mit dieser Buchvorstellung beteilige ich mich an der 3. Themenwoche "Jeden Tag ein Buch", ins Leben gerufen von Astrid Paul aka Arthurs Tochter kocht!


Logodesign by Ariane Bille

*Hinweis: Alle Links zu Amazon.de sind Affiliate-Links. Das Buch wurde mir vom Verlag freundlicherweise als Rezensionsexemplar zur Verfügung gestsellt.

Jeden Tag ein Buch: "Gelato" von Adriano di Petrillo [Rezension]

Jeden Tag ein Buch: "Gelato" von Adriano di Petrillo [Rezension]

Heute stelle ich euch im Zuge von "Jeden Tag ein Buch" ein Buch vor, das mich erst schier zur Verzweiflung gebracht und letztendlich doch wieder etwas versöhnt hat. Die Rede ist von Gelato - Einfache Rezepte für echten italienischen Eisgenuss* von Adriano di Petrillo. Seitdem ich mir letztes Jahr eine Eismaschine zugelegt habe, habe ich schon verschiedenste Eisrezepte ausprobiert - meist erprobte Rezepte lieber Foodblogger-Kollegen. "Gelato" war dann das erste reine "Eis-Rezeptbuch", das im Frühling diesen Jahres bei mir eingezogen ist.


Ausprobiert habe ich als erstes ein gesalzenes Karamelleis. Bei den Stichworten "Karamell" und "Salz" setzt bei mir sofort ein pawlowscher Reflex ein und ich musste das Eis umgehend nachmachen. Leider ging bei der Zubereitung so ziemlich alles schief, was schief gehen kann. Das Salzkaramell habe ich genau nach Anleitung zubereitet, nur wollte es nicht zu einer goldenen weichen Masse werden, sondern ist trocken geworden und kristallisiert. Erst als ich noch mal reichlich Wasser zugegeben habe, wurde es wieder flüssig und ich konnte die Karamellsauce unter die Eismasse rühren. Die Karamellsplitter für die Deko, die auf einem Backblech mit geölter Alufolie unter dem Backofengrill hergestellt werden sollen, sind mir im Backofen angebrannt und haben Flammen geschlagen. Zum Glück habe ich es sofort bemerkt... Und dann die große geschmackliche Enttäuschung: Das Eis hat nur nach Vanille geschmeckt, nicht wie erhofft nach Salzkaramell.


Nach diesem Flop habe ich das Buch eine Weile unbeachtet liegen lassen, bis mich letzte Woche der Eishunger wieder gepackt hat und ich "Gelato" noch mal eine Chance geben wollte. Dieses Mal habe ich mir einen Klassiker herausgesucht: Schokoladeneis. Aber auch hier lief die Zubereitung genau nach Rezept wieder nicht reibungslos ab. Im Rezept hieß es: "Zucker, Eiweiß, Kakaopulver und geschmolzene Schokolade mit dem Handrührgerät so lange schlagen, bis sich weiche Spitzen bilden". Das kann so wie beschrieben gar nicht funktionieren - ich rührte in einer bröseligen Masse herum und mich beschlich das blöde Gefühl, dass das Buch möglicherweise sehr nachlässig aus dem Englischen übersetzt wurde. Korrekt wäre es wohl gewesen, erst das Eiweiß zu Eischnee zu schlagen und dann Zucker und Kakaopulver einrieseln zu lassen und zum Schluss die Schokolade unterzurühren. Dafür war es in meinem Fall aber schon zu spät und ich hatte keine Lust, die gute Valrhona-Schokolade zu verschwenden, die ich bereits untergerührt hatte. Also habe ich die bröselige Mischung einfach so mit den restlichen Zutaten (Milch und Sahne) vermischt und die Masse 60 Minuten in der Eismaschine und anschließend noch eine Nacht im Tiefkühlschrank gefrieren lassen. Am nächsten Tag habe ich das fertige Eis eher skeptisch probiert - und war überwältigt: Der Geschmack ist umwerfend schokoladig, die Konsistenz genau richtig und das Schokoladeneis perfekt! Wer hätte das gedacht?

Jetzt aber genug der (langen) Vorrede - hier kommt meine Bewertung von Gelato* in den einzelnen Kategorien.

Aufmachung/Design: 4/5
"Gelato" kommt im broschierten Umschlag mit 130 Seiten Umfang, einer handlichen Größe (etwas kleiner als DIN A 4), einem klaren und modernen Layout und einer ansprechenden, modernen Bildsprache daher. Jedes Rezept ist bebildert, meist mit einem ganzseitigem Foto auf der einen Seite und dem Rezepttext auf der anderen Seite. Mich hat es gleich beim ersten Durchblättern optisch sehr angesprochen und zum Ausprobieren der verschiedensten Eissorten, Sorbets und Granitas animiert. Kleiner Minuspunkt: Das Buch hat kein einziges Lesebändchen!

Fotos: 4/5
Jedes Rezept ist mit Fotos von Steve Painter sehr ansprechend und appetitlich bebildert. Klare Bildsprache, kaum "Props", kein Chichi- das Eis ist der Star des Buchs und auf den Fotos und wird bei jedem Rezept gekonnt in Szene gesetzt. Stimmungsfotos sucht man in "Gelato" vergeblich, ich habe sie aber auch nicht vermisst.

Rezepte: 4/5
Der Autor, Adriano di Petrillo, ist ein gebürtiger Italiener, der im Londoner Szeneviertel Notting Hill eine Eisdiele namens "DriDri" führt und die Rezepte in diesem Buch gemeinsam mit einem Eisdielenbesitzer aus seiner Heimat Parma kreiert hat. Beste Voraussetzungen für original italienischen Eisgenuss also! Gelato*enthält sowohl Rezepte für Eiscreme als auch für Sorbets und Granitas, die teilweise auch ohne Eismaschine zubereitet werden können. Ergänzt wird das Büchlein durch das Kapitel "Eiscreme servieren", in dem man z.B. Rezepte für einen warmen Schokoladen-Brownie (passt zu Vanilleeis), für Brioche mit Zitronensorbet, Mandel-Affogato oder Mojito mit Zitronensorbet findet. Ich habe bei der ersten Lektüre bereits zahlreiche Seiten mit Merkzetteln versehen. Joghurteis, Stracciatella, Dulce-de-leche-Eis, Waldfruchtsorbet, Blutorangen-Granita, all das hört sich herrlich an. Und natürlich werden hier für die Eisherstellung keine Emulgatoren, künstliche Farbstoffe, Aromen oder Bindemittel verwendet.

Nachkochbarkeit: 2/5

So angetan ich auch beim ersten Durchblättern von den Rezepten war, in der praktischen Umsetzung hatte ich bei beiden ausprobierten Rezepten Probleme beim Nachkochen. Die Rezepte funktionierten schlichtweg nicht so wie beschrieben. Ich habe die englische Originalausgabe nicht vorliegen und habe daher erst vermutet, dass sich bei der Übersetzung der Zubereitungsanleitung ins Deutsche Fehler eingeschlichen haben. Dann habe ich aber die Kommentare zur englischen Originalausgabe DriDri Gelato* auf Amazon.com gelesen und festgestellt, dass hier ebenfalls bemängelt wird, dass die Rezepte vor der Veröffentlichung wohl nicht getestet wurden und so wie beschrieben nicht funktionieren können! Sehr schade - denn der Geschmack des Schokoladeneis lässt erahnen, dass die Rezepte korrekt beschrieben durchaus echte Knaller sein könnten...

Kaufempfehlung: 2.5/5
Alles in allem kann ich "Gelato" nur eingeschränkt empfehlen. Die Eissorten, Granitas und Sorbets lesen sich alle prima und sehen auf den Fotos toll aus. Die Rezeptanleitungen sind jedoch nicht sehr vertrauenswürdig und sollten stets kritisch hinterfragt werden. Daher geht meine Suche nach dem ultimativen Eis-"Kochbuch" noch weiter. Jetzt habe ich mir erst mal The Perfect Scoop* von David Lebovitz gekauft und freue mich darauf, die Rezepte daraus auszuprobieren!


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*Hinweis: Alle Links zu Amazon.de sind Affiliate-Links. Das Buch wurde mir vom Verlag freundlicherweise als Rezensionsexemplar zur Verfügung gestellt.

Quarknocken mit Erdbeer-Sauce

Quarknocken mit Erdbeer-Sauce

Eigentlich habe ich es ja nicht so mit süßen Hauptgerichten. Uneigentlich gab es erst vor ein paar Tagen die geniale süße Spargel-Tarte-Tatin, und heute habe ich schon wieder etwas Süßes für euch vorbereitet: Quarknocken mit Erdbeer-Sauce! Bei Erdbeeren kann ich momentan einfach nicht widerstehen und habe immer mindestens ein Schälchen der roten Früchtchen zuhause. Das Rezept für die Quarknocken mit Erdbeer-Sauce ist aus dem sehr schönen Kochbuch Restlos! Clever kochen mit Resten* von Hildegard Möller, aus dem ich schon einiges nachgekocht und fast alles für gut bis sehr gut befunden habe. Das Buch werde ich im Rahmen von "Jeden Tag ein Buch" noch ausführlich vorstellen! Jetzt gibt es aber erst mal das Rezept für euch, das sich prima eignet, um Erdbeeren, die möglicherweise schon etwas angedatscht und nicht mehr ganz taufrisch sind, sowie altbackene Brötchen in Form von Semmelbröseln höchst lecker zu verwenden!



Quarknocken mit Erdbeer-Sauce

(für 2 Portionen als süßes Hauptgericht)

Zutaten:
250g Erdbeeren
2 EL Puderzucker
1 EL Zitronensaft
1/2 Vanilleschote
250g Quark (20% Fett)
50g Weizengrieß (ersatzweise wie bei mir: Semmelbrösel)
1 Ei
Salz
1 TL Bio-Zitronenenschalenabrieb
1 EL Butter
3 EL Semmelbrösel
2 EL Zucker
1/2 TL Zimt

Zubereitung:
Für die Erdbeer-Sauce die Erdbeeren waschen, putzen und grob kleinschneiden. Mit dem Puderzucker in einen hohen Becher geben und mit dem Stabmixer fein pürieren. Zitronensaft unterrühren.

Für die Quarknocken die Vanilleschote längs aufschlitzen, das Mark herauskratzen und mit dem Quark, dem Grieß (oder den 50g Semmelbröseln), dem Ei und einer Prise Salz in einer Schüssel mit dem Schneebesen gründlich verrühren.

In einem großen Topf reichlich Wasser aufkochen, leicht salzen. Mit 2 angefeuchteten Esslöffeln Nocken von der Quarkmasse abstechen und formen. Im siedenden, nicht kochenden Wasser ca. 5 Minuten gar ziehen lassen. Dann die gekochten Nocken mit einem Schaumlöffel herausnehmen und abtropfen lassen.

In einer großen Pfanne die Butter erhitzen. Semmelbrösel mit Zucker und Zimt vermischen und zur geschmolzenen Butter in die Pfanne geben und unterrühren. Die Nocken zur Bröselmischung in die Pfanne geben und vorsichtig in den Zimtzucker-Bröseln wenden. Warme Quarknocken mit der Erdbeersauce servieren.

*Hinweis: Alle Links zu Amazon.de sind Affiliate-Links.

Jeden Tag ein Buch: "Meine französische Küche" [Rezension]

Jeden Tag ein Buch: "Meine französische Küche" [Rezension]

Jetzt geht´s loooooos! Mit was? Na, mit der dritten Themenwoche "Jeden Tag ein Buch"! Bei der letzten "Jeden Tag ein Buch"-Woche im  November 2013 habe ich insgesamt 3 Kochbücher vorgestellt (hier, hier und hier). Für diese Woche habe ich mir 3 Kochbücher und ein "Genussbuch" vorgenommen und bin gespannt, ob ich mein geplantes Pensum auch tatsächlich schaffe! 

Den Anfang macht heute Meine französische Küche: Mehr als 100 Rezepte aus Frankreichs Genießerregionen* von Rachel Khoo. Es ist nach Paris in meiner Küche* bereits Rachel Khoos zweites Kochbuch, und ich war sehr auf das Buch gespannt, nachdem ich die positive Besprechung bei Steffi von "Ohhh....Mhhhh..." gelesen hatte.

 

Der erste Eindruck, als ich das "Meine französische Küche" dann in den Händen hielt, war auch bei mir sehr positiv. Rachel Khoo ist durch ganz Frankreich gereist, hat sich von den vielen französischen Genussregionen inspirieren lassen, zu jeder Region passende Rezepte kreiert und in diesem Buch veröffentlicht. Die Gerichte sind sehr schön in Szene gesetzt und durchweg ansprechend, dazwischen gibt es viele Stimmungsfotos von Rachel Khoo und ihren Freunden, die Authentizität, Lebensfreude und Genuss vermitteln. Das gefällt! Schnell war "Meine französische Küche" mit Nachkoch-Merkzettelchen gespickt. Und aus diesem Buch habe ich tatsächlich fleißig so einiges nachgekocht!

Den Anfang machten die Elsässer Fritten mit Bibbeleskäs. Kartoffeln und Kräuterquark, eigentlich. Aber Fritten und Bibbeleskäs hören sich besser an und Kartoffeln in Pommes-Form, na, wer mag das nicht? Geschmacklich war das Gericht absolut in Ordnung, aber nichts umwerfend Besonderes.


Dann begann die Spargel-Saison und als nächstes Rezept aus "Meine französische Küche" war der Spargel im Omelette-Schinken-Mantel dran. Ebenfalls nicht schlecht, wobei ich geschmacklich ganz klar die klassische badische Version von Spargel mit Pfannkuchen oder Kratzete und gekochtem Schinken bevorzuge.


Sehr gut gefallen hat mir das nächste Gericht, die Millefeuilles mit Ziegenkäse, Erdbeeren und Gurke. Eine spannende Kombination, und mit knusprigem Filoteig, Erdbeeren, Gurke und Ziegenkäse kann man bei mir auch nichts falsch machen - das mag ich immer. Aber auch hier setzte sich fort, was ich bei den anderen Gerichten schon festgestellt hatte: alle Rezepte sind im Ansatz gut, aber mir hat immer noch der letzte, entscheidende Kick gefehlt. Den Millefeuilles hätte z.B. eine ordentliche Prise Pfeffer gut getan.


Damit war das Nachkochen aber noch nicht zu Ende, denn da mich Meine französische Küche* optisch so angesprochen hat und ich das Buch gerne gut finden wollte, habe ich noch mehr Rezepte ausprobiert. Diese Woche gab es noch die Hackfleischspieße mit Fladenbrot bei uns. Aber auch hier wieder Ernüchterung: ja, es schmeckt in Ordnung. Aber mehr auch nicht! Das Rezept habe ich daher auch nicht veröffentlicht.


Und einen salzigen Butterkaramell habe ich auch schon vor längerem zubereitet, aber kein Foto davon gemacht, da der Butterkaramell in dem Glas, in das ich ihn abgefüllt habe, so hart geworden ist, dass ich ihn nicht mehr rausbekommen habe. Auch das erneute Erwärmen im Wasserbad hat nicht viel gebracht - das hat mir nicht gerade gut gefallen. Außerdem habe ich auch noch ein Cocktail-Rezept ausprobiert. Der Lillet-Fizz mit kandiertem Ingwer und Zitrone hat mich aber leider nicht überzeugt, obwohl ich doch ein großer Lillet-Fan bin. Ich fand den Drink zu sauer, und die Ingwer-Stückchen haben mich beim Trinken gestört.

Soviel also zu den ausprobierten Rezepten - jetzt geht´s ans Eingemachte! Wie immer vergebe ich in allen Kategorien Punkte von 0 (schlechteste Wertung) bis 5 (beste Wertung).

Aufmachung/Design: 4/5
Die Aufmachung und das Design von "Meine französische Küche" haben mich sofort angesprochen. Der Stil ist ähnlich wie bei Jamie Olivers Kochbüchern. Mattes Papier, eine handliche Größe, fester Einband, ganzseitige Fotos der Gerichte, dazwischen Stimmungsfotos von Rachel in allen Lebenslagen: Beim Essen, beim Kochen, auf Reisen. Sehr ansprechend - das macht Lust aufs Nachkochen. 

Fotos: 4/5
Auch die Fotos ähneln denen in Jamie Olivers Kochbüchern. Rustikal und natürlich, wie gerade frisch aus dem Ofen oder vom Herd, die Gerichte werden oft noch im Topf gezeigt. Hochglanz-Styling oder raffiniert angerichtete Gerichte findet man hier nicht. Angenehm unaufgeregt!

Rezepte: 3/5 
Schon beim ersten Durchblättern habe ich Meine französische Küche* mit zahlreichen Nachkoch-Markern gespickt. Die Rezepte sind nach Regionen gegliedert und decken von der Bretagne, Bordeaux, Baskenland und Provence über Lyon und das Elsass alle französischen Landstriche ab, die für ihre Küche bekannt sind. Millefeuilles mit Tomaten und Linsen, Butterkekse mit Tomate und Käse, Rotweinhähnchen aus dem Ofen, knusprige Auberginenstreifen mit Couscous... all das liest sich köstlich, aber jetzt kommt das große "Aber" bei diesem Buch: Nachdem ich mehrere Rezepte ausprobiert habe, ist mein Enthusiasmus doch stark gedämpft, denn so toll sich die Rezepttitel auch anhören, so durchschnittlich waren meine Nachkoch-Ergebnisse. Schade!

Nachkochbarkeit: 4/5 
Alle Rezeptanleitungen sind klar und eindeutig beschrieben. Hier hatte ich keinerlei Probleme und konnte alle Rezepte wie beschrieben einfach nachkochen. Die meisten Rezepte verlangen zudem Zutaten, die in jedem gut sortierten Supermarkt zu bekommen sind - abgesehen von den Rezepten mit Meeresfrüchten oder Austern, von denen es auch einige im Buch gibt und die ich hier in Karlsruhe einfach nicht in guter Qualität bekomme.

Kaufempfehlung: 3.5/5 
So gerne ich diesem Buch auch mehr Punkte gegeben hätte: Mehr als 3.5 Punkte insgesamt sind nicht drin. Die Aufmachung und die Fotos gefallen mir sehr, die Rezepttitel lesen sich gut, aber in der praktischen Umsetzung haben mich die ausprobierten Gerichte durchgehend mal mehr, mal weniger enttäuscht. Nicht dass etwas total misslungen wäre oder ungenießbar war, aber mir hat einfach der entscheidende Geschmacks-Kick gefehlt. Vielleicht hatte ich auch zu hohe Erwartungen? Das Buch richtet sich aus meiner Sicht auch eher an Kochanfänger. Für 24,95 Euro bekommt man auf jeden Fall ein sehr schön aufgemachtes Buch mit mehr als 100 Rezepten und einen Einblick in die zeitgemäße französische Küche für jeden Tag. Von mir gibt es aber nur eine bedingte Kaufempfehlung!



Und als nächstes stelle ich euch gleich noch ein Buch vor, das mich ziemlich zwiegespalten hat. Ihr dürft gespannt sein!

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* Hinweis: Alle Links zu Amazon sind Affiliate-Links. Das Buch wurde mir vom Verlag freundlicherweise als Rezensionsexemplar zur Verfügung gestellt.

Süße Spargel-Tarte-Tatin

Süße Spargel-Tarte-Tatin

Ich liebe Spargel - aber das ist ja nichts Neues für euch! Ich könnte ihn täglich und in allen Varianten essen. Mittlerweile habe ich schon ziemlich viele Zubereitungsarten und Kombinationen durch. Nur eins hat mir noch gefehlt: Schon lange wollte ich etwas Süßes mit Spargel machen. Und als ich neulich mal wieder meinen Spargel-Rezeptvorrat durchgeblättert habe, ist mir in einer "Lust auf Genuss"-Ausgabe vom letzten Jahr mit dem Thema "Spargel und Schinken" eine süße Spargel-Tarte-Tatin ins Auge gestochen. Perfekt - das musste ich ausprobieren! Also nichts wie ran. Und das Ergebnis war der absolute Knaller. Spargel ist so vielseitig kombinierbar und schmeckt auch mit süßem Orangen-Karamell, Blätterteig und Puderzucker richtig, richtig gut. Ich bin begeistert und die süße Spargel-Tarte-Tatin wird es auf jeden Fall demnächst als süße Überraschung in einem Frühlingsmenü noch mal bei mir geben. Mein Rat: Probiert´s aus, ihr werdet begeistert sein!



Süße Spargel-Tarte-Tatin
(für 2 Portionen als Dessert oder kleines süßes Hauptgericht)

Zutaten:
7-8 Stangen weißer Spargel
75g Zucker
1 Bio-Orange
2-3 Teigplatten Blätterteig (TK)
50g Butter
Puderzucker zum Bestreuen

Zubereitung:
Spargel schälen, holzige Enden abschneiden. Alle Spargelstangen auf eine Länge von max.16cm kürzen. TK-Blätterteig antauen lassen. Orange heiß abwaschen, abtrocknen und 1 EL Orangenschale fein abreiben. Orange halbieren und eine Hälfte auspressen. Restliche Hälfte anderweitig verwenden.

Backofen auf 220 Grad Ober-/Unterhitze vorheizen.

In einer ofenfesten Pfanne mit ca. 22 cm Durchmesser den Zucker, die Orangenschale und 25ml frisch gepressten Orangensaft unter Rühren goldgelb karamellisieren lassen. Dann die Spargelstangen in die Pfanne geben und bei mittlerer Hitze 1-2 Minuten braten, dabei öfter wenden. Pfanne vom Herd nehmen und die Spargelstangen in der Pfanne eng aneinanderlegen.

Die angetauten Blätterteigplatten leicht überlappend übereinanderlegen und mit einem Nudelholz noch etwas ausrollen, so dass eine größere Blätterteigplatte in der Größe der Pfanne entsteht.

Die Butter in Flöckchen auf dem Spargel in der Pfanne verteilen, dann die Blätterteigplatte auflegen. Pfanne auf der 2. Schiene von unten in den heißen Herd schieben und ca. 20 Minuten backen.

Pfanne aus dem Ofen nehmen und einen ausreichend großen Teller über die Pfanne legen. Jetzt heißt es aufpassen, denn die Pfanne ist heiß und der Orangenkaramell eventuell noch flüssig! Die Pfanne wenden und abheben - die Spargel-Tarte Tatin liegt jetzt auf dem Teller. Tarte mit Puderzucker bestäuben und servieren.

Grapefruit-Verbenen-Holunderspritz -ein alkoholfreier & erfrischender Sommer-Drink!

Grapefruit-Verbenen-Holunderspritz -ein alkoholfreier & erfrischender Sommer-Drink!

Meinen liebsten alkoholischen Drink momentan, den Lillet Vive, habe ich euch vor kurzem schon vorgestellt. Heute habe ich euch nun einen tollen alkoholfreie Sommerdrink mitgebracht: einen Grapefruit-Verbenen-Holunderspritz! Das Rezept habe ich in einer "Lust auf Genuss" vom letzten Jahr gefunden und leicht abgewandelt, denn im Originalrezept wird Pomelo verwendet. Die habe ich aber nicht bekommen, und so wandern bei mir Grapefruit-Schnitze, einige Blätter frische Zitronenverbene (von meinem Balkon-Kräutergarten!), selbstgemachter Holunderblütensirup und reichlich sprudelndes Mineralwasser ins Glas. Das Ergebnis ist ein zitronig-frischer, spritziger Drink, der sich ebenso gut mittags beim Sonnenbad wie zum Abendessen draußen auf dem Balkon schlürfen lässt. Cheers!


Grapefruit-Verbenen-Holunderspritz
(für 1 Glas)

Zutaten: 
3 filetierte Schnitze Grapefruit
2 EL frische Zitronenverbene-Blätter (+ ein Stängel für die Deko)
2 EL Holunderblütensirup (selbstgemacht)
Crushed Ice
250ml Sprudel (Mineralwasser mit Kohlensäure)

Zubereitung:
Zitronenverbene waschen, trocken schütteln und die Blätter von den Stängeln zupfen, bis auf den Deko-Stängel. Grapefruit-Filets mit den Zitronenverbeneblättern und dem Holunderblütensirup in ein hohes Glas geben, mit einem Stößel zerstampfen. 

Crushed Ice ins Glas geben, mit einem Löffel alles gut vermischen. Dann mit gekühltem Mineralwasser aufgießen. Drink mit dem beiseite gelegten Stängel Zitronenverbene garnieren und mit Strohhalm servieren.

Schweinefilet mit Rhabarber-Ziegenkäse-Galette und Vanille-Öl

Schweinefilet mit Rhabarber-Ziegenkäse-Galette und Vanille-Öl

Ich habe ja schon öfter erzählt, dass mit das schönste am Bloggen für mich die Kontakte zu anderen Foodverrückten sind. Durch das Bloggen habe ich im Laufe der Zeit schon viele tolle Leute kennengelernt, wie zum Beispiel Zorra, Arthurs Tochter, Mel, Annette, Julia, Ylva.... um nur einige zu nennen. Besonders klasse finde ich aber den Karlsruher Bloggerstammtisch, der sich seit Oktober 2013 jeden Monat trifft und bei dem ich endlich auch mal Bloggerinnen aus meiner näheren Umgebung kennen gelernt habe. Miri, Anni, Katja und Mara habe ich zum Beispiel dort ebenso kennen gelernt wie die von mir schon vor dem ersten Treffen sehr geschätzte Kerstin von My cooking love affair

Und so ergab es sich dann eben auch, dass Kerstin und ich uns vorletztes Wochenende einen ganzen Tag lang dem Essensgenuss hingegeben haben. Erst waren wir in Landau frühstücken, dann sind wir durch die Landauer Altstadt und über den Wochenmarkt gebummelt und haben alles eingekauft, was wir für ein schon über Tage vorher immer weiter entwickelte Frühlingsmenü benötigt haben. Bevor wir dann begonnen haben, zusammen zu kochen, haben wir im Weinkontor Null41 in Landau noch ganz vorzüglich zu Mittag gegessen (diese Lokalität hat auch noch mal einen eigenen Blogbeitrag verdient!).

Und dann haben wir losgelegt. Die Vorspeise, Spargelmousse auf Erdbeertatar mit Zitronenverbenepesto, hat Kerstin gestern schon auf ihrem Blog vorgestellt. So was von gut! Heute geht es weiter mit der Hauptspeise, einem zartrosa Schweinefilet mit Rhabarber-Ziegenkäse-Galette und Vanille-Öl. Für den Galette-Teig habe ich erneut Paules geniales Rezept verwendet, das ich schon bei der rustikalen Zucchini-Tarte für perfekt befunden hatte. Den Rest haben wir frei Schnauze zubereitet - und es war ein voller Erfolg! Der Rhabarber passt ganz hervorragend zur knusprigen Galette und dem würzigen Ziegenkäse, dazu das nur mit Salz, rotem Pfeffer und Vanille-Öl gewürzte zarte Fleisch... perfekt!

 
Foto (c) Kerstin Getto - mit freundlicher Genehmigung 

Schweinefilet mit Rhabarber-Ziegenkäse-Galette und Vanille-Öl
(für 3 Portionen)

Zutaten:
600g Schweinefilet
2 TL roter Pfeffer
2 EL Butterschmalz
Für das Vanille-Öl:
125ml Olivenöl
2 Vanilleschoten
Für die Rhabarber-Ziegenkäse-Galette:
100 g Vollkornweizenmehl
100 g Weizenmehl Type 550
1/4 Teelöffel feines Salz
120 g kalte Butter
60 g Sauerrahm 10%
3 EL Zitronensaft
60 g sehr kaltes Wasser

2 Stangen Rhabarber
Salz, Pfeffer
1 Stängel Rosmarin
1 Eigelb
100g Ziegenkäse

Zubereitung:
Als erstes das Vanille-Öl zubereiten. Dafür die beiden Vanilleschoten längs aufschlitzen, das Vanillemark herauskratzen und das Vanillemark und die Vanilleschoten mit dem Öl vermischen. Ziehen lassen.

Dann den Teig für die Galette zubereiten. Dafür beide Mehlsorten mit dem Salz vermischen. Kalte Butter in kleine Stückchen schneiden und mit den Knethaken des Handrührgeräts kurz vermischen. Sauerrahm, 2 EL Zitronensaft und kaltes Wasser miteinander vermengen und zusammen zum Mehl geben. Mit den Knethaken des Handrührgeräts ca. 2-3 Minuten kneten, dann von Hand zügig zu einem glatten Teig verarbeiten. Der Teig ist sehr weich, das soll aber so sein! Teig zu einer Kugel formen und in Frischhaltefolie wickeln. Mindestens 1 Stunde im Kühlschrank kalt stellen.

Für den Belag den Rhabarber waschen, putzen und schräg in ca. 0,5cm dicke Scheiben schneiden. Rosmarin waschen, trocken schütteln, die Blätter von den Stängeln zupfen und fein hacken.

Den Backofen auf 200 Grad Ober-/Unterhitze vorheizen. Den gekühlten Teig zwischen Backpapier und einer Lage Frischhaltefolie möglichst dünn und rund ausrollen. Die Rhabarberscheiben von der Mitte beginnend dachziegelartig auf den Teigboden schichten, dabei rundherum einen Rand von 2cm lassen. Rhabarber leicht mit Salz und Pfeffer würzen, mit dem gehackten Rosmarin bestreuen und mit dem restlichen Zitronensaft beträufeln. Dann den Teig rundherum zur Mitte hin einklappen. Das Eigelb mit etwas Wasser in einem kleinen Schälchen vermischen und den Teigrand mit dem verquirlten Eigelb einpinseln. Galette im heißen Backofen auf einem Backblech auf der mittleren Schiene 35-40 Minuten backen.

Schweinefilet Zimmertemperatur nehmen lassen, unter fließendem Wasser abspülen und gründlich trocken tupfen. Fleisch leicht salzen. Butterschmalz in einer großen Pfanne erhitzen und das Schweinefilet im Ganzen rundherum kurz und scharf anbraten. Dann das Fleisch im Backofen langsam fertig garen lassen, bis es eine Kerntemperatur von ca. 60 Grad erreicht hat (mit Fleischthermometer kontrollieren). 

Den roten Pfeffer in einem Mörser grob zerstoßen.

Rhabarber-Galette aus dem Backofen nehmen und noch warm mit dem zerbröckelten Ziegenkäse gleichmäßig bestreuen. Schweinefilet aus dem Ofen nehmen, schräg in ca. 2cm dicke Scheiben schneiden. Rhabarber-Ziegenkäse-Galette in Kuchenstücke schneiden und mit dem Schweinefilet auf Tellern anrichten. Filet mit dem zerstoßenen roten Pfeffer bestreuen und mit Vanilleöl beträufeln. Sofort servieren.


Und morgen geht es bei Kerstin weiter mit dem Dessert unseres Frühlingsmenüs - ein krönender Abschluss eines rundum gelungenen Tags!

Hähnchenbrust mit Pfeffer-Rhabarber

Hähnchenbrust mit Pfeffer-Rhabarber

Gerade geht es hier etwas ruhiger zu, denn die Golfsaison hat wieder begonnen und ich bin viel unterwegs. Wenn ich dann doch mal zuhause bin, stelle ich mich aber umso lieber in die Küche und koche endlich mal wieder selbst, so wie letzte Woche eine Hähnchenbrust mit Pfeffer-Rhabarber nach einem Rezept von Annemarie Wildeisen. Ich mag Rhabarber sehr gern in herzhaften Gerichten, wie z.B. schon bei der Hähnchenkeule mit Spargel und Rhabarber. In Kombination mit dem tollen roten Pfeffer von Hennes Finest, den ich auf der Slow Food Messe gekauft habe, kommt der saure Rhabarber richtig schön zur Geltung - herrlich! Und schnell zubereitet ist dieses Frühlingsgericht auch noch.


Hähnchenbrust mit Pfeffer-Rhabarber
(für 2 Portionen)

Zutaten:
2 Stangen Rhabarber
1 Frühlingszwiebel
1/2 TL roter Pfeffer
1 EL Zucker
1 EL Butter
1 EL Balsamico-Essig
75ml roten Portwein
75ml Gemüsebrühe
200g  Hähnchenbrust
Salz, Pfeffer
1/2 EL Butterschmalz
4 Blätter frischer Basilikum
1 TL Butter

Zubereitung:
Rhabarber waschen, schälen und die Enden abschneiden. Rhabarber in ca. 5 cm lange Stücke schneiden. Frühlingszwiebel waschen, Wurzelbüschel und trockene Blätter entfernen. In feine Ringe schneiden. Pfeffer in einem Mörser zerdrücken.

In einer großen Pfanne den Zucker bei mittlerer Hitze zu hellbraunem Karamell schmelzen lassen. Butter zugeben, dann die Frühlingszwiebel und den roten Pfeffer hinzugeben. Einmal aufschäumen lassen, dann mit Balsamico, Portwein und der Gemüsebrühe ablöschen. So lange köcheln lassen, bis sich der Zucker vollständig aufgelöst hat. Dann die Rhabarberstücke in die Pfanne geben und bei kleiner Hitze zugedeckt ca. 4 Minuten gar ziehen lassen. Der Rhabarber sollte weich sein, aber nicht zerfallen (ich habe den Rhabarber etwas zu lange drin gelassen). Dann die Rhabarberstücke mit einem Schaumlöffel herausheben, auf einen Teller geben, abdecken und warm stellen. 

Die Hähnchenbrust unter fließendem Wasser abspülen und trocken tupfen. Von beiden Seiten mit Salz und Pfeffer würzen. Butterschmal in einer Pfanne erhitzen und die Hähnchenbrust von beiden Seiten 1 Minute  bei starker Hitze anbraten, dann bei mittlerer Hitze in ca. 10 Minuten (je nach Dicke) fertig braten. Fleisch aus der Pfanne nehmen, in Alufolie einwickeln und warm halten.

Den Portwein-Pfeffer-Jus zum Hähnchen-Bratensatz in die Pfanne geben und bei starker Hitze offen einreduzieren lassen. In der Zwischenzeit die Basilikumblätter waschen, trocken schütteln und in Streifen schneiden. 

Die Butter in Flocken zur reduzierten Sauce geben, einziehen lassen. Sauce mit Salz und Pfeffer abschmecken, dann die Rhabarberstücke in die Sauce zurück geben und nochmals warm werden lassen. 

Hähnchenbrust in Scheiben schneiden, mit den Rhabarberstücken und der Sauce portionsweise auf Teller verteilen und mit den Basilikumstreifen bestreut servieren.

Spargel-Flammkuchen mit Ziegenfrischkäse und Rucola

Spargel-Flammkuchen mit Ziegenfrischkäse und Rucola

Ich liebe die Spargelzeit und nutze auch dieses Jahr wieder ausgiebig aus, dass ich in einer Spargel-Anbau-Region lebe. Was gibt es Schöneres, als auf dem Heimweg vom Büro noch schnell einen Abstecher zum örtlichen Spargelhof zu machen und frischen, badischen Spargel von den Feldern direkt vor der Haustür zu kaufen? Herrlich! Und glücklicherweise gehen mir auch die neuen Spargelrezepte, die ich ausprobieren möchte, nie aus. Das Rezept für den Spargel-Flammkuchen mit Ziegenfrischkäse und Rucola habe ich in der aktuellen Ausgabe der noch relativ neuen Zeitschrift "Deli" (aus dem gleichen Haus wie "Essen & Trinken", aber für eine jüngere Zielgruppe gedacht) gefunden. Im Originalrezept wird fertiger Flammkuchenteig aus dem Kühlregal verwendet, aber ich habe den Teig nach meinem bewährten Rezept ruckzuck selbst gemacht und unser Abendessen stand in gut 45 Minuten komplett selbst gemacht, dampfend heiß und super lecker auf dem Tisch! So mag ich das.


Spargel-Flammkuchen mit Ziegenfrischkäse und Rucola
(für 2 Portionen)

Zutaten:
Für den Teig:
200g Weizenmehl Type 550
2 EL Sonnenblumenöl
1/2 TL Salz
Für den Belag:
300g weißer Spargel
1/2 TL Zucker
Salz, Pfeffer
3 EL Rapsöl
1 rote Zwiebel
75g Ziegenfrischkäse
50g Rucola

Zubereitung:
Als erstes den Teig herstellen. Dafür das Mehl mit dem Öl, dem Salz und 125ml Wasser in eine Schüssel geben und erst mit den Knethaken des Handrührgeräts, dann mit den Händen zu einem glatten Teig verarbeiten. Teigschüssel abdecken und bei Zimmertemperatur 20 Minuten ruhen lassen.

Spargel schälen, holzige Enden abschneiden. Die Spargelstangen bis ca. 3cm vor den Spargelspitzen schräg in 0,5cm dicke Scheiben schneiden. Die Spargelspitzen längs halbieren und die Spargelscheiben mit Zucker, 1 EL Öl und etwas Salz in einer Schüssel vermischen. Zwiebel schälen, halbieren und in sehr feine Ringe schneiden.

Den Backofen mitsamt Pizzastein auf 210 Grad Ober-/Unterhitze vorheizen.

Teig in zwei Portionen teilen und auf einer bemehlten Oberfläche jeweils sehr dünn (2-3mm dick) ausrollen. Ziegenfrischkäse auf dem Teig dünn verstreichen, dabei jeweils 1cm Rand lassen. Zwiebelringe auf dem Teig verteilen und alles mit Pfeffer würzen. Dann die marinierten Spargelscheiben und -spitzen gleichmäßig auf dem Ziegenfrischkäse verteilen.

Flammkuchen mitsamt Backpapier in den heißen Backofen schieben und 15-20 Minuten knusprig backen. Nach ca. 7-8 Minuten das Backpapier unter dem Flammkuchen hervorziehen und aus dem Backofen nehmen, damit es nicht verbrennt. 

In der Zwischenzeit den Rucola verlesen, waschen, trocken schleudern und in mundgerechte Stücke zupfen. Rucola mit 2 EL Rapsöl vermengen. 

Flammkuchen aus dem Backofen nehmen, den Rucola auf dem Spargel-Flammkuchen verteilen und sofort servieren.

Selbstgebackene Cantuccini mit Mahlep

Selbstgebackene Cantuccini mit Mahlep

Erinnert ihr euch noch an meinen Bericht vom Markt des guten Geschmacks, der "Slow Food Messe"? Dort haben Kerstin vom Blog My cooking love affair und ich uns von der Papillon Mandelmanufaktur und insbesondere von den mit Mahlep aromatisierten Cantuccini verzaubern lassen. Mit diesen Cantuccini hat Sibel, die Inhaberin der Mandelmanufaktur, einen geschmacklichen Volltreffer gelandet und uns umgehend einen Floh ins Ohr gesetzt. Von ihr habe ich auch den Tipp bekommen, dass Mahlep ein durchaus gängiges Gewürz in der orientalischen Küche ist und man es bei gut sortierten türkischen Feinkostläden kaufen kann. Und tatsächlich wurde ich in Rastatt fündig - 70g haben mich 2,99 Euro gekostet. 

Gestern dann war ich bei Kerstin zu Besuch und wir haben gemeinsam ein tolles Frühlingsmenü gekocht. Und gleich als erstes haben wir selbst Cantuccini mit Mahlep gebacken. Die Mahlep-Cantuccini waren nämlich Bestandteil unseres Desserts. Ich sage nur: Selbst gemachtes Pfirsich-Eis mit Mahlep-Cantuccini-Crunch & Waldmeister-Zabaione! So was von gut. Aber heute gibt´s erst mal das Cantuccini-Rezept für euch, denn die Mandelkekse schmecken auch solo ganz wunderbar...


Cantuccini mit Mahlep
(für ein Backblech)

Zutaten:
250g Mehl
180g Zucker
1 TL Backpulver
2 EL Vanillezucker
Salz
1 TL Mahlep (gibt es z.B. beim türkischen Feinkosthändler)
25g weiche Butter
2 Eier
175g ganze Mandeln (ungeschält oder geschält, ganz nach Belieben)

Zubereitung:
Mehl, Zucker, Backpulver, Vanillezucker, eine Prise Salz und Mahlep in einer großen Schüssel miteinander vermischen. In der Mitte der Schüssel eine kleine Mulde formen und die weiche Butter in Stückchen geschnitten hineingeben. Eier ebenfalls zugeben und alles mit den Knethaken des Handrührgeräts zu einem Knetteig verarbeiten. Der Teig ist sehr feucht und klebrig, aber das muss so sein. Als letztes noch kurz die ganzen Mandeln von Hand unterkneten. Dann den Teig zu einer Kugel formen, in Frischhaltefolie wickeln und im Kühlschrank 30 Minuten kalt stellen.

Den Backofen auf 200 Grad Ober-/Unterhitze vorheizen. Ein Backblech mit Backpapier auslegen.

Den Teig wieder aus dem Kühlschrank nehmen und mit einem Messer in 6 gleich große Teile schneiden. Aus jedem Teigstück eine lange, schmale Rolle formen und die Rollen mit ca. 8cm Abstand voneinander auf das Backblech setzen (der Teig geht beim Backen noch ordentlich auf!). Teigrollen im heißen Backofen auf der mittleren Schiene 15 Minuten vorbacken. Dann die Cantuccinirollen aus dem Backofen nehmen, etwas abkühlen lassen und schräg in ca. 1 cm breite Scheiben schneiden. Cantuccini mit der Schnittfläche nach oben auf das Backblech legen und im heißen Backofen auf der mittleren Schiene bei 200 Grad Ober-/Unterhitze in ca. 10 Minuten goldbraun fertig backen.

Cantuccini abkühlen lassen, dann in einer verschlossenen Dose aufbewahren, damit sie schön knusprig bleiben und nicht weich werden.

Das Cantuccini-Rezept ist eine Abwandlung eines Cantuccini-Basis-Rezepts von chefkoch.de, das ich schon oft gebacken und für sehr gut befunden habe!

Der perfekte Sommerdrink: Lillet Vive

Der perfekte Sommerdrink: Lillet Vive

Nach Aperol Spritz, Hugo und Aperol Rhabarber Spritz habe ich dieses Jahr einen neuen Lieblings-Drink für den Sommer für mich entdeckt: Lillet Vive! Na ja, zugegeben, eigentlich habe ich ihn schon letztes Jahr entdeckt, als ich den Drink erstmals in einer Karlsruher Bar getrunken habe. Aber erst dieses Jahr habe ich erstmals eine Flasche Lillet Blanc gekauft, um Lillet Vive auch zuhause zuzubereiten. Lillet ist ein Aperitif aus Wein und Fruchtlikör und schmeckt pur angenehm fruchtig, ohne zu süß zu sein. In Kombination mit Tonic Water, Gurke, Erdbeeren und Minze schmeckt der Lillet spritzig-fruchtig-frisch und lässt sich bestens an einem lauen Nachmittag oder Abend auf dem Balkon trinken. Cheers!

 

Lillet Vive
(für 1 Glas)

Zutaten:
5c Lillet Blanc
10 cl Tonic Water
1 Erdbeere
1 dünne Scheibe Gurke
etwas frische Minze
Eiswürfel

Zubereitung:
Erdbeere in dünne Scheiben schneiden. Von der Gurke mit dem Sparschäler einen dünnen Streifen abschälen. Alle Zutaten für den Drink in einem Weißweinglas mischen, umrühren und mit Eiswürfeln auffüllen. Mit Minze garnieren und den Lillet Vive eiskalt genießen!

Ein Ausflug zum Mummelsee oder: Zwei Fräulein haben einen schönen Tag!

Ein Ausflug zum Mummelsee oder: Zwei Fräulein haben einen schönen Tag!

Mittwoch ist Heimatliebe-Tag! Heute habe ich aber keinen Restaurant-Tipp für Karlsruhe für euch. Heute wird der Heimatliebe-Radius etwas größer, ich nehme euch nämlich mit auf einen kleinen Ausflug in den Schwarzwald! Zusammen mit der lieben Katja, die auf Fräulein K. sagt ja alles zeigt, was das Heiraten (noch) schöner macht und uns auf ihrem Reiseblog Antons ganze Welt auf große Reise mitnimmt (zuletzt 8 Wochen durch die USA und Mexiko), war ich letzte Woche am Brückentag unterwegs auf Schwarzwald-Tour! Unser Ziel war der Mummelsee, an dem wir eine kleine Wanderung machen und vor allem ganz viel fotografieren wollten. Und hier kommt mein Bericht von den zwei Fräulein, die sich einen schönen Tag im Schwarzwald gemacht haben!


Kaum hatten wir Karlsruhe verlassen und fuhren auf der Schwarzwaldhochstraße entlang, ließen wir uns gleich auf den ersten Kilometern vom Schild "Ruine Alt-Windeck" ablenken und statteten erst mal der Burg Windeck und der zugehörigen Ruine einen Besuch ab. Leider war das Wetter den ganzen Tag nicht so auf unserer Seite, so dass wir den fantastischen Ausblick vom Burggarten aus über den Schwarzwald nur erahnen konnten.


Von der Burg aus mussten wir dann doch noch mal hinunterfahren ins Dörfchen Kappelrodeck am Fuße
der Burg und die charmanten Bauernhäuschen im Ort fotografieren.


Und die malerischen Bauerngärten mussten auch aufs Bild. "Sind Sie von der Zeitung?" - "Nein, wir fotografieren nur!" Tja, in kleinen Ortschaften bleibt eben nichts unbemerkt...


Der Abstecher zur Burg brachte unseren Zeitplan ein wenig durcheinander und kaum waren wir am Mummelsee angekommen, mussten wir im Berghotel Mummelsee erst mal zu Mittag essen, bevor ans Wandern zu denken war.


Für mich gab es Maultaschen, die einen Tick zu kompakt waren, mit einem ebenfalls einen Tick zu harten Kartoffelsalat, aber hübsch angerichtet war es und ich war gut gestärkt für die geplante kleine Rundwanderung über das Hornisgrinden-Hochmoor. Die Hornisgrinde liegt direkt beim Mummelsee, ist 1.164m hoch und damit der höchste Berg im Nordschwarzwald. Und ein beliebtes Ausflugsziel obendrein! Da das Wetter aber nicht besonders gut war, die Osterferien schon wieder vorbei sind und wir an einem Werktag unterwegs waren, hielt sich der Andrang in Grenzen und wir konnten die Natur und das Panorama fast für uns allein genießen.


Wir entschieden uns für den Mummelsee-Hornisgrinden-Rundwanderweg. Der knapp 5km lange Wanderweg ist bestens ausgeschildert und auch für nicht so geübte Wanderer gut machbar. Gleich auf den ersten Metern faszinierte mich die schiere Masse von Heidelbeerbüschen direkt am Wegesrand und ließ mich von Heidelbeer-Sammeltouren im Sommer träumen.


Nach einiger Zeit wird der Weg dann langsam aber sicher schmäler, steiniger und etwas verwunschen.Ich habe fast schon erwartet, dass mir im nächsten Augenblick ein Hobbit entgegen kommt.


Auf dem Hornisgrinden-Plateau befinden sich 2 Türme, der Bismarckturm und der Hornisgrinde-Aussichtsturm. Leider war der Aussichtsturm, den ihr auf dem Foto seht, geschlossen. Und die Wendeltreppe zum Bismarckturm wollten wir bei den herrschenden Temperaturen lieber nicht hochkraxeln...


Spannend ist auch das Hornisgrinden-Hochmoor. Ein Moor oben auf dem Bergrücken - faszinierend und eine Seltenheit. Die Moor-Vegetation und dazu der weite Blick über den Schwarzwald im Hintergrund faszinierte Katja und mich regelrecht. Hier ein Hochzeitsshooting machen - das wär´s!


Der Weg über das Moor ist mit Holzstegen befestigt, ansonsten wäre hier kein Durchkommen! Und wir fantasierten darüber, ob sich im Moor wohl die ein oder andere Moorleiche versteckt hält... das düstere Wetter trug ein wenig zur morbiden, aber wunderschönen Stimmung bei, wie ihr seht!


Nachdem wir das Hochmoor überquert hatten, ging es auf der anderen Bergseite wieder hinunter Richtung Mummelsee. Dabei öffneten sich immer wieder fantastische Ausblicke auf den Schwarzwald - auch bei Nebel und wolkenverhangen ein schöner Anblick.


Wir durchquerten nochmals ein kleines Waldstück und kamen schließlich wieder am Ausgangspunkt unserer Wanderung, dem Mummelsee, an.


Den Mummelsee selbst kann man ganz gemütlich in 10 Minuten einmal umrunden. Man kann es sich aber auch auf den extragroßen Holzliegen, die am Ufer aufgestellt sind, gemütlich machen und die sparsamen Sonnenstrahlen, die sich an diesem Tag doch noch zeigten, genießen (und den See fotografieren!).


Zum krönenden Abschluss - und zum Aufwärmen! gab es für uns noch Kaffee & Kuchen im Café Bacher in Freudenstadt.


Herrlich! Solche kleinen Ausflüge in die nähere Umgebung möchte ich gerne öfter machen. Viele weitere tolle Fotos unseres Schwarzwald-Ausflugs findest Du auch bei Katja! Und wir überlegen schon, was unser nächstes Ausflugsziel sein könnte... 

Die Schwarzwaldtour zum Mummelsee ist mein Beitrag zur Reihe "Heimatliebe", die Anni auf ihrem Blog Pötit ins Leben gerufen hat. Immer Mittwochs zeigen wir Gründe, warum wir gerne in Karlsruhe leben. Machst Du mit? Welche schönen Orte gibt es in Deiner Heimat?

Spargel im Omelett-Schinken-Mantel

Spargel im Omelett-Schinken-Mantel

Heute gibt´s nach den Millefeuilles mit Erdbeeren, Gurken und Ziegenkäse gleich das nächste Rezept aus Meine französische Küche: Mehr als 100 Rezepte aus Frankreichs Genießerregionen* von Rachel Khoo. Das Rezept für den weißen Spargel im Omelett-Schinken-Mantel hat Rachel von einem Spargelhof aus dem Bordeaux mitgebracht. Und ich habe mich gerne davon inspirieren lassen. Spargel, Schinken und Pfannkuchen oder Kratzete (kleingerupfte dickere Pfannkuchen) sind ja auch ein badischer Spargel-Klassiker. Bei Rachel Khoo wird der kurz blanchierte Spargel aber in hauchdünne Omeletts, die nur aus Eiern, Milch und Salz bestehen, eingewickelt. Dann noch eine Scheibe Schinken drumrum - fertig! Auch nicht schlecht - aber mit richtigen Pfannkuchen, die auch noch Mehl enthalten, mag ich dieses klassische Spargelgericht noch lieber. Das Rezept gibt es natürlich trotzdem für euch! Und vielleicht verratet ihr mir ja auch, wie ihr euren Spargel am liebsten mögt?


Spargel im Omelett-Schinken-Mantel
(für 2 Portionen als Vorspeise)

Zutaten:
500g weißer Spargel
Salz
4 Eier
125ml Milch
1 Bund Schnittlauch
4 Scheiben Parmaschinken (im Original: Bayonne-Schinken)

Zubereitung:
Spargel schälen, die holzigen Enden abschneiden. Spargel in wenig Salzwasser 4-5 Minuten blanchieren, bis er gerade so weich ist. Den Spargel abgießen, mit kaltem Wasser abschrecken.

Derweil die Eier mit der Milch verquirlen, mit etwas Salz würzen. Schnittlauch waschen, trocken schütteln und fein hacken. Mit der Eiermilch vermengen. Eine beschichtete Pfanne bei mittlerer Hitze erhitzen, dann einen Schöpflöffel der Eier-Milch-Masse hineingeben und die Pfanne so schwenken, dass ein dünnes Omelett entsteht. Omelett einige Minuten backen, dann vorsichtig wenden und auch auf der zweiten Seite goldgelb backen. Mit der restlichen Eiermischung ebenso verfahren.

Omelett und Parmaschinken-Scheiben jeweils halbieren. Immer zwei Spargelstangen erst mit einem halben Omelett, dann mit der halbierten Scheibe Parmaschinken umwickeln. Warm oder kalt servieren.



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