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Zitronenhuhn mit Honigfeigen und dazu: ein Bordeaux Rosé [Weinrallye]

Zitronenhuhn mit Honigfeigen und dazu: ein Bordeaux Rosé [Weinrallye]

Die letzten drei Tage war es in Karlsruhe direkt noch mal spätsommerlich warm. Dabei hatte ich mich doch schon fast auf Herbst, nasse Kälte und Tee-Wetter eingestellt! Aber die Sonne und Temperaturen von 24 Grad nehme ich natürlich gerne mit und habe auch prompt noch mal ganz motiviert das Kochbuch Sommerküche: voller Sonne und Aroma* von Tanja Dusy hervorgeholt. Aus diesem Kochbuch habe ich bisher nur recht wenig gekocht, aber das Zitronenhuhn mit Honigfeigen daraus hatte ich schon länger auf meiner gedanklichen Nachkochliste - und diese Woche habe ich es endlich ausprobiert. Hähnchen esse ich ja sowieso sehr gerne, und wenn es so saftig schmeckt wie bei diesem Rezept, dann erst recht! Durch die aufgelegten Zitronenscheiben erhalten die Hähnchenschenkel beim Garen ein schönes Zitrusaroma. Dazu die gebratenen Honigfeigen und feinkörniger Couscous - eine perfekte Kombination! 



Zitronenhuhn mit Honigfeigen
(für 2 Portionen)

Zutaten:
2 Hähnchenschenkel mit Haut
1 Zwiebel
1 Knoblauchzehe
4 Stängel glatte Petersilie
3-3 Stängel Zitronenthymian
1 Chilischote
1 Bio-Zitrone
5 EL Olivenöl
Salz, Pfeffer
250ml Hühnerbrühe (ersatzweise Gemüsebrühe)
4 Feigen
1 EL Butter
1 EL Honig
75g Couscous

Zubereitung:
Hähnchenkeulen unter fließendem kalten Wasser abspülen und trocken tupfen. Zwiebel und Knoblauch schälen und fein würfeln. Petersilie und Zitronenthymian waschen, trocken schütteln und die Blätter von den Stängeln zupfen. Petersilie grob hacken. Chilischote waschen, putzen, längs aufschlitzen und die Kerne und die Trennwände entfernen. In dünne Ringe schneiden. Zitrone heiß abwaschen, halbieren und eine Hälfte auspressen. Die andere Hälfte für die weitere Verwendung aufbewahren. Zitronensaft mit 4 EL Olivenöl, Zwiebel- und Knoblauchwürfeln, Kräutern und der Chili in einer Schüssel gut vermischen. Hähnchenschenkel in die Marinade legen, darin wenden und abgedeckt im Kühlschrank über Nacht marinieren lassen.

Am nächsten Tag den Backofen auf 190 Grad Ober-/Unterhitze vorheizen.  Restliche Zitrone in dünne Scheiben schneiden. Hähnchenschenkel aus der Marinade nehmen, Marinade mit einer Gabel von den Hähnchenschenkeln entfernen, aber aufbewahren. Hähnchen von beiden Seiten salzen und pfeffern.
1 EL Olivenöl in einer ofenfesten Pfanne erhitzen und die Hähnchenschenkel darin bei mittlerer bis starker Hitze von beiden Seiten hellbraun anbraten, dann das Fleisch aus der Pfanne nehmen. Jetzt die Zwiebel-Kräuter-Marinade in die Pfanne geben und 2 Minuten unter Rühren andünsten. Gemüsebrühe (oder Hühnerbrühe) in die Pfanne gießen, aufkochen lassen. Pfanne vom Herd nehmen und die Hähnchenschenkel wieder in die Pfanne legen, mit der Haut nach oben. Auf jeden Hähnchenschenkel 2-3 Zitronenscheiben auf die Haut legen und die Pfanne auf der mittleren Schiene in den heißen Backofen stellen. Hähnchen in der Pfanne ohne Deckel in ca. 45 Minuten goldbraun braten.

15 Minuten vor Ende der Hähnchen-Garzeit den Couscous zubereiten. Dafür den Couscous in eine Schüssel geben, salzen und mit 125ml kochendem Wasser übergießen. Couscous abgedeckt 10 Minuten quellen lassen, dann mit einer Gabel auflockern.

10 Minuten vor Ende der Hähnchen-Garzeit die Feigen waschen und längs vierteln. Butter in einer Pfanne schmelzen und die Feigen von jeder Schnittseite 1 Minute bei mittlerer Hitze braten. Den Honig über die Feigen träufeln, Feigen noch kurz auf die Hautseite drehen, dann die Pfanne vom Herd nehmen. Feigen die letzten 2-3 Minuten der Garzeit noch zu den Hähnchenschenkeln in die Pfanne geben.

Hähnchen mit Couscous, den Feigen und etwas von der Schmorflüssigkeit servieren.


Und da ich sehr gerne an der von Annette von Culinary Pixel ausgerichteten 77. Weinrallye mit dem Thema "Rosé" teilnehmen möchte, gibt es dieses Mal auch gleich noch den passenden Wein für dieses wunderbare Sommergericht: einen Château Tour de Mirambeau Réserve 2013. Der Bordeaux Rosé aus Cabernet Sauvignon-Trauben passt mit seinen fruchtigen Aromen, aus denen ich Zitrone und Grapefruit herausgeschmeckt habe, prima zum sommerlichen Zitronenhuhn. Leicht herb, aber nicht zu sauer, für mich gut gekühlt genau der richtige Essensbegleiter für das saftig-aromatische Zitronenhuhn. Aber auch solo lässt sich der Rosé prima trinken. Überhaupt lässt sich Rosé sehr gut trinken, finde ich... warum immer nur Weiß- oder Rotwein? Und jetzt werde ich mal nachlesen, welche spannenden Roséweine die anderen #Weinrallye Teilnehmer verkostet haben.


Und jetzt hoffe ich auf noch einige schöne Spätsommertage... der Herbst kann noch warten, oder?

*Hinweis: Alle Links zu Amazon sind Affiliate-Links.

Zwetschgensorbet mit Rosmarin-Shortbread

Zwetschgensorbet mit Rosmarin-Shortbread

Jabbadabbaduuuu! Ungefähr so wie Fred Feuerstein höre ich mich an, wenn ich die ersten Zwetschgen des Jahres auf dem Markt entdecke. Das ist mit das Schönste am Spätsommer für mich: Endlich sind die Zwetschgen reif! Zwetschgenkuchen ist neben Träubleskuchen mein liebster Obstkuchen und mein Dreierlei von der Zwetschge ist mir vom letzten Jahr noch in lebhafter und allerbester Erinnerung. Also habe ich am Marktstand erst mal 1kg Zwetschgen gekauft, noch ohne konkrete Idee, was ich daraus machen werde. Gut die Hälfte verschwand dann ohne weitere Verarbeitung einfach so und pur und meinem Bauch. Und für den Rest habe ich in der aktuellen "Living at Home" die perfekte Verwendung in einem Rezept für ein Zwetschgensorbet mit Rosmarin-Shortbread gefunden. Perfekt auch deshalb, weil ich mit diesem Dessertrezept gerne am Zwetschgenmenü-Gewinnspiel von Chef Hansen teilnehmen möchte. Alex sucht nach dem passenden Dessert für sein Zwetschgen-Menü, das bereits aus der Vorspeise in Form von Zwetschgen-Grillspießen und gefüllter Entenbrust mit Pflaumen-Portwein-Sauce und Kardamom-Karotten als Hauptgang besteht. Da braucht es ein Dessert, das mit diesen kräftigen Aromen mithalten kann, nicht zu süß und trotzdem fein abgestimmt ist. Das fruchtige Zwetschgensorbet mit einem Topping aus scharf-würzigem kandierten Ingwer und dem zart-mürben Shortbread mit erstaunlich intensiver Rosmarinnote kann ich mir bestens dazu vorstellen - aber auch ohne Vorspeise und Hauptgang schmeckt diese Nachspeise ganz vorzüglich!


Zwetschgensorbet mit Rosmarin-Shortbread
(für 3-4 Portionen)

Zutaten:
Für das Sorbet:
300g reife Zwetschgen
3 EL Zitronensaft
100ml Pflaumensaft
100g Zucker
1/2 Zimtstange
2 EL Zwetschgenwasser
1 Würfel kandierter Ingwer
Für das Rosmarin-Shortbread:
1 Stängel Rosmarin
40g Butter
50g Mehl
10g Speisestärke
Salz
20g Zucker

Zubereitung:
Für das Zwetschgensorbet die Zwetschgen waschen, abtrocknen, halbieren und entsteinen. Zitronensaft und Pflaumensaft zusammen mit der Zimstange und dem Zucker in einen Topf geben, gut vermengen und aufkochen. 3 Minuten bei mittlerer Hitze köcheln lassen, dann die Zwetschgen zugeben und weitere 2 Minuten köcheln lassen. Falls die Zwetschgen noch fest sind, weiterköcheln lassen. Die Zimtstange wieder aus dem Topf nehmen und die Zwetschgen mit dem Stabmixer fein pürieren. Zwetschgen anschließend durch ein feines Sieb in eine Schüssel streichen. Zwetschgenwasser unter den Zwetschgensirup rühren und auf Zimmertemperatur abkühlen lassen. 

Den abgekühlten Zwetschgensirup in die Eismaschine füllen und ca. 40-50 Minuten gefrieren lassen. Dann die Sorbetmasse in eine gefriergeeignete Schüssel mit Deckel umfüllen und abgedeckt über Nacht im Tiefkühler nachfrieren lassen.

Für das Rosmarin-Shortbread die Butter in einem kleinen Topf bei geringer Hitze schmelzen lassen. Rosmarinzweig waschen, trocken schütteln und in die geschmolzene Butter legen. 10 Minuten ziehen lassen, dann den Rosmarinzweig entfernen. Butter abkühlen lassen.

Mehl, Speisestärke, eine Prise Salz und den Zucker miteinander vermischen. Abgekühlte Rosmarinbutter zugeben und erst mit einem Kochlöffel, dann mit den Händen zügig zu einem glatten Teig verkneten. Wenn der Teig sehr trocken ist, noch ca. 1/2 EL Wasser unterrühren. Teig zu einer dickeren Platte formen, in Frischhaltefolie einwickeln und für 1-2 Stunden im Kühlschrank kaltstellen.

Den Backofen auf 180 Grad Ober-/Unterhitze vorheizen. Ein Backblech mit Backpapier auslegen. Den Teig zwischen zwei Lagen Frischhaltefolie mit dem Nudelholz gleichmäßig ca. 0,5cm dick ausrollen. Teig in gleichmäßige, ca. 2-3 cm breite und 10cm lange Streifen schneiden. Teigstangen vorsichtig mehrmals mit einer Gabel einstechen und auf das Backpapier legen. Im heißen Backofen auf der 2. Schiene von unten in 15-20 Minuten goldbraun backen. Herausnehmen und abkühlen lassen.

Vor dem Servieren das Sorbet aus dem Tiefkühler nehmen und ca. 5 Minuten antauen lassen. Kandierten Ingwer in feine Würfel schneiden. Je eine Kugel Sorbet in vorgekühlte Schalen füllen, mit wenig kandiertem Ingwer bestreuen und mit dem Rosmarin-Shortbread zusammen servieren.

Mirabellenkuchen mit Kokosstreuseln und eine Sommersause mit Karlsruher Bloggern #wirmachenblau

Mirabellenkuchen mit Kokosstreuseln und eine Sommersause mit Karlsruher Bloggern #wirmachenblau

Hach. Mehr fällt mir nicht ein, wenn ich die Fotos von der Sommersause anschaue, die wir Karlsruher Blogger gemeinsam auf die Beine gestellt habe. Diese Woche haben wir unseren regulären monatlichen Bloggerstammtisch nämlich mit einem ganz besonderen Event mit dem Motto "Die blaue Stunde"gefeiert - und es war SO schön! Wir haben uns bei der lieben Mara von Life is full of goodies getroffen, die einen wunderschönen und großen Garten ihr eigen nennt und bei der wir unsere Lust auf ein schönes, stimmungsvolles Fest mit Pompons, Lichterketten, Papeterie, üppig gedeckter langer Tafel und vielen, vielen selbst gekochten und gebackenen Leckereien ganz bloggermäßig voll ausgelebt haben. Jeder hat etwas zum Essen für alle mitgebracht. Ich natürlich auch! Da die Zeit zur Vorbereitung für mich etwas knapp war, habe ich einen Mirabellenkuchen mit Kokosstreuseln gebacken, den ich vor kurzem auf Verenas Blog Schlammdackel gesehen habe. Als erstes gibt es das Rezept dieses wunderbar saftigen und durch die Kokosstreusel raffinierten Kuchens für euch und dann habe ich noch ein paar Impressionen von unserer Sommersause im Angebot!


Mirabellenkuchen mit Kokosstreuseln
(für eine Springform mit 26cm Durchmesser)

Zutaten:
Für den Mirabellenkuchen:
85ml Milch
25g Butter
200g Dinkelmehl Type 630
10g frische Hefe
2 EL Zucker
1 EL Vanillezucker
Salz
ca. 500g Mirabellen
Für die Kokosstreusel:
30g Zucker
50g Dinkelmehl Type 630
25g Kokosraspeln
30g weiche Butter

Zubereitung:
Für den Hefeteigboden die Butter mit der Milch in einen kleinen Topf geben und bei geringer Hitze erwärmen, so dass die Butter schmilzt. Abkühlen lassen, bis die Butter-Milch nur noch handwarm ist.

In einer Schüssel das Mehl mit dem Zucker, dem Vanillezucker und einer Prise Salz vermischen. Hefe zerbröckeln und unter die abgekühlte Butter-Milch-Mischung rühren, bis sich die Hefe aufgelöst hat. Dann das Hefemilchgemisch zum Mehl in die Schüssel geben und erst mit den Knethaken des Handrührgeräts, dann mit den Händen zu einem glatten Teig kneten, der sich gut vom Schüsselrand löst.

Schüssel abdecken und Hefeteig an einem warmen Ort ca. 1 Stunde gehen lassen, bis er sein Volumen verdoppelt hat.

In der Zwischenzeit die Mirabellen waschen, halbieren und entsteinen. Eine Springform mit wenig Butter einfetten. Backofen auf 200 Grad Ober-/Unterhitze vorheizen.

Den Hefeteig zwischen zwei Lagen Frischhaltefolie mit dem Nudelholz möglichst dünn und rund auswellen. Teig in die Springform legen, einen Rand hochziehen. Die halbierten Mirabellen ziegelartig auf dem Teigboden verteilen.

Für die Streusel die Butter schmelzen. Etwas abkühlen lassen. Zucker, Mehl und Kokosraspeln in eine Schüssel geben. Flüssige Butter zugeben und erst mit einem Kochlöffel, dann mit den Händen mit dem Mehl und den Kokosraspeln zu Streuseln verkneten. Streusel gleichmäßig auf den Mirabellen verteilen.

Mirabellenkuchen im heißen Backofen auf der mittleren Schiene ca. 25 Minuten backen. Nach 15 Minuten den Kuchen mit Alufolie abdecken, damit die Streusel nicht zu dunkel werden.

Kuchen herausnehmen, 10 Minuten in der Form etwas abkühlen lassen. Dann den Rand der Springform entfernen und den Kuchen vollends auskühlen lassen. Am besten schmeckt der Mirabellenkuchen ganz frisch!


Und hier seht ihr die lange Tafel in Maras Garten, dekoriert mit Kerzenleuchtern aus Bauernsilber und Siphonflaschen aus der Villa Schönsinn*, kombiniert mit Teelichtern und Teelichthaltern von Profissimo* und üppig eingedeckt.


Überall liebevolle Details wie diese Platzkärtchen, die Anni von Pötit gestaltet hat.


Eine Candy-Bar mit salzigem Popcorn mit Blaubeeren in zauberhaften Popcorntütchen von Casa di Falcone*.


Ein Windspiel mit ganz zauberhaften Lasercut-Kärtchen, ebenfalls von Casa di Falcone.


Leider hat es das Wetter nicht so gut gemeint mit uns und just als wir anfangen wollten, zu grillen und zu essen, fing es an zu regnen. So haben wir uns eben auf die überdachte Terrasse verzogen und Leckereien wie einen Spaghettisalat mit Wassermelone, Feta und Minze (habe ich auch schon mal gemacht und das Rezept hier verbloggt), Couscous-Salat, Nudelsalat, diverse selbstgemachte Dips und zum süßen Abschluss noch Panna Cotta, Blaubeer-Tiramisu, Bounty-Pralinen und diverse Kuchen - darunter auch meinen Mirabellenkuchen mit Kokosstreuseln - verspeist. Und vor lauter Essen und guten Gesprächen habe ich das Essen doch tatsächlich gar nicht fotografiert! Und das auf einem Bloggertreffen ;-)

Außer mir noch dabei waren:
Mara [Life is full of goodies] / Katja [Frl. K. sagt ja] / Miri [Miris Jahrbuch] / Michael [Uberhusband] / Anni [Pötit] / Constanze [Das wunderbare Leben] / Markus [Get on Board] / Petra [Hollightly] / Tom / Tanja [Reiseaufnahmen] / Annkathrin [Kochblog-Action] / Katrin [Villa Schönsinn] / Daniela [Taste around]
Auf ihren Blogs könnt ihr in den nächsten Tagen sicherlich auch noch viele Berichte über "Die blaue Stunde" nachlesen!

*Alle mit einem Sternchen gekennzeichneten Links führen zu Sponsoren, die uns ihre Produkte netterweise für dieses Event zur Verfügung gestellt haben. Danke dafür!

Nachgekocht: Linguine mit weißer Tomaten-Vanille-Sauce und frittiertem Rucola

Nachgekocht: Linguine mit weißer Tomaten-Vanille-Sauce und frittiertem Rucola

Es gibt so Zeiten, da ist mein Koch-Mojo einfach weg. Da habe ich keine zündende Idee, was ich kochen könnte, keine rechte Lust, in Kochbüchern zu stöbern, und wenn ich doch mal ein neues Rezept ausprobiere, schmeckt es bestenfalls so lala. Tja, was tun? Was koche ich heute? Wie so oft hilft ein Blick auf meine Nachkochliste. Dort werde ich eigentlich fast immer fündig. Zum Beispiel wartete dort schon seit Jahren (!) ein Rezept von Petra von Chili und Ciabatta darauf, endlich nachgekocht zu werden. Jetzt, im August, ist wieder Tomatensaison und das habe ich genutzt, um die Linguine mit weißer Tomaten-Vanille-Sauce und frittiertem Rucola endlich nachzukochen. Die Tomaten werden dabei püriert und tropfen über Nacht durch ein Sieb ab. Der so entstehende Tomatensaft ist dann nicht rot, sondern klar. Klaren Tomatenfond und weiße Tomatenmousse habe ich schon mal gemacht und finde den intensiven Tomatengeschmack, den die Farbe gar nicht erahnen lässt, jedes Mal wieder genial. So auch hier wieder! Außerdem schmeckt die Kombination von Tomaten und Vanille ganz hervorragend und der knusprig frittierte Rucola passt super dazu. Vielen Dank, liebe Petra, für dieses wie immer gelingsichere und leckere Rezept! Und jetzt hoffe ich, dass mein Koch-Mojo wieder da ist...


Linguine mit weißer Tomaten-Vanille-Sauce und frittiertem Rucola
(für 2 Portionen)

Zutaten:
1.5 kg reife Strauchtomaten
1 TL Salz
1 TL Zucker
2 Schalotten
1 EL Butter
1/2 Vanilleschote
100ml Sahne
100ml Crème fraiche
Salz, Pfeffer
2 EL frisch geriebener Parmesan
2 EL Pinienkerne
Öl zum Frittieren
1/2 Bund Rucola
250g Linguine
Außerdem: 1 Tomate für das Topping

Zubereitung:

Wie wird Tomatensaft weiß?
Am Vortag die Tomaten waschen, halbieren, den Strunk entfernen und die Tomaten grob würfeln. Mit Salz und Zucker mischen und mit dem Stabmixer fein pürieren. Ein Sieb mit einem alten, sauberen Küchentuch auslegen, über eine Schüssel hängen und die pürierten Tomaten hineingeben. Über Nacht abtropfen lassen - es sollten ca. 500-600ml klarer Tomatensaft dabei herauskommen. Tomaten auf keinen Fall mit dem Löffel durch das Sieb drücken, sonst färbt sich der Tomatensaft rot!

Die weiße Tomatensauce zubereiten
Am nächsten Tag die Schalotten schälen und fein würfeln. Vanilleschote längs aufschlitzen, das Mark herauskratzen. Butter in einem Topf erhitzen, die Schalottenwürfel darin glasig andünsten. Vanillemark dazu geben, unterrühren. Dann alles mit 500ml Tomatensaft ablöschen. Bei großer Hitze offen auf ca. 200ml Tomatensaft einkochen lassen. Dann Sahne und Crème fraiche unterrühren und die Flüssigkeit nochmals um ca. 1/3 einreduzieren lassen. Den frisch geriebenen Parmesan unter die weiße Tomaten-Vanille-Sauce rühren, mit Salz und Pfeffer würzen.

Pinienkerne in einer beschichteten Pfanne ohne Fett rundherum goldbraun rösten. Pinienkerne herausnehmen, beiseite stellen. Tomate für das Topping waschen, halbieren, den Strunk und die Kerne entfernen. Tomatenfleisch in feine Würfel schneiden.

Rucolablätter frittieren
Rucola waschen, in mundgerechte Stücke zupfen und trocken schleudern. Rucola sehr gründlich abtrocknen. Einen weiten Topf ca. fingerdick mit neutralem Öl (z.B. Sonnenblumenöl) füllen und erhitzen. Jetzt testen, ob das Öl heiß genug ist: Wenn man einen Holzstab (z.B. Schaschlik-Spieß) mit der Spitze in das Öl eintaucht, sollten daran Bläschen hochsteigen - dann ist das Öl heiß genug. Jetzt die absolut trockenen Rucola-Blätter in das Öl geben und nach ca. 1 Minute wieder herausholen. Darauf achten, dass die Blätter nicht verbrennen - ich habe einige Blätter einen Tick zu lange drin gelassen und sie sind braun geworden. Frittierte Blätter mit einer Schöpfkelle herausnehmen, auf Küchenpapier abtropfen lassen.

Die Linguine in reichlich Salzwasser nach Packungsanweisung al dente garen. Abgießen, abtropfen lassen und mit der weißen Tomatensauce vermischen. Portionsweise in tiefe Teller füllen, mit Tomatenwürfel, frittiertem Rucola und gerösteten Pinienkernen garnieren und sofort servieren.

Sommer-Lesefutter - nicht nur für foodverrückte Bücherwürmer!

Sommer-Lesefutter - nicht nur für foodverrückte Bücherwürmer!

Ich lese gerne, und nicht nur Kochbücher. Ich lese auch gerne Romane, Kurzgeschichten, Sachbücher, Magazine und Zeitung. Nur leider komme ich im Alltag nicht so oft zum ausgiebigen, genüsslichen Lesen, wie ich das gerne hätte. Dafür lese ich im Urlaub umso mehr! Gutes Stichwort, denn: Letzte Woche habe ich mich am Laggo Maggiore in Italien entspannt. 


Leider war das Wetter besonders in der ersten Wochenhälfte nicht so gut wie erwartet. Fast jeden Morgen sind wir vom Geräusch des prasselnden Regens aufgewacht, außerdem war es recht windig und frisch. Umso mehr Zeit war für Nichtstun und ausgiebige Lektüre. Auch mal schön! So habe ich dann nicht nur alle Ausgaben des "Spiegel" der letzten Monate (!) nachgelesen, sondern auch regelmäßig die Tageszeitung. Außerdem habe ich meinen Kindle Paperwhite*, den ich zu Weihnachten geschenkt bekommen habe und von dem ich wirklich schwer begeistert bin, quasi leer gelesen. Und weil ich selbst immer wahnsinnig gerne Buchempfehlungen auf anderen Blogs lese, sollt ihr an meinem Lesepensum der letzten Wochen teilhaben - ich habe heute ein paar Buch-Tipps für euch!


Nr. 1: "Der Distelfink" von Donna Tartt

Vor über 20 Jahren habe ich „Die geheime Geschichte“, das Romandebüt von Donna Tartt, nur so verschlungen. Klar, dass ich ihren neuen Roman „Der Distelfink“ auch schnellstmöglich gelesen habe! „Der Distelfink“ erzählt das Leben von Theo Decker, der im Alter von 13 Jahren bei einem Bombenanschlag auf ein New Yorker Museum seine Mutter verliert,im Chaos nach dem Anschlag das Gemälde „Der Distelfink“ aus dem Museum mitnimmt und anschließend schwer traumatisiert versucht, weiterzuleben. Sein Vater hatte die Familie schon lange verlassen, weitere Verwandte gibt es nicht, und so wird Theo herumgereicht, landet irgendwann bei seinem nichtsnutzigen Vater in Las Vegas und freundet sich, von seinem Vater vernachlässigt, mit dem ebenso vernachlässigten Boris an. Während er aufwächst, gerät sein Leben immer weiter aus den Fugen, nur das Gemälde scheint ihm Trost zu spenden - doch gleichzeitig stellt es auch ein Risiko dar: Was, wenn die Polizei jemals herausfindet, dass er das Gemälde damals beim Anschlag im Museum entwendet hat?

Ich habe das Buch auf dem Kindle gelesen und verschlungen. In der gedruckten Ausgabe hat es über 1.000 Seiten – auf einige davon hätte man vielleicht verzichten und die Handlung etwas straffen können, aber ich bin Donna Tartt und Theo Decker auf ihren Irrwegen in die Drogenwelt und den Exkursen in die Kunstgeschichte gerne gefolgt. Ein großes Lesevergnügen!

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Nr. 2: "Who the F*** is Heidi?" von Sarah Krobath

Das Buch habe ich mir gekauft, nachdem ich auf Claudios Blog Anonyme Köche davon gelesen habe. Sarah erzählt in diesem Buch, wie sie den Traum so vieler in die Tat umsetzte, die sich Tag für Tag ins Büro schleppen und eigentlich viel lieber was anderes machen würden. Etwas, für das ihr Herz brennt. Für das sie aber ihren Job kündigen, etwas Neues wagen müssten. Sarah ist Anfang 20, Werbetexterin in einer renommierten österreichischen Agentur, arbeitet zu viel, hat keine Zeit für genussvolles Kochen und Essen, kann nachts nicht mehr schlafen - und entscheidet sich dann für einen Neustart und ein 6-monatiges Praktikum beim Schweizer Käsehersteller Jumi. Dort taucht sie ein in die Welt des Schweizer Käse. Jumi ist nicht irgendein Käsehersteller, sondern zählt zu den jungen, kreativen Käseherstellern und ist z.B. das Erfinderhaus der Belper Knolle. Sarah wird sofort voll eingespannt, fliegt zwischen dem Berner Stammhaus und London, wo sie zusammen mit anderen Praktikanten eine neue Jumi-Niederlassung aufbaut, hin und her. Der Arbeitstag hat oft 13 Stunden, sie leistet harte körperliche Arbeit, lebt in einer winzigen Praktikanten-Wohnung und schläft im Mehrbettzimmer, aber sie schläft jede Nacht tief und fest. 

Und wenn Sarah von den Jumi-Käsebüffets, dem Jumi-Marktstand am Portobello Market und Besuchen bei Londons Chefköchen, denen sie die Jumi-Produkte anpreist, berichtet, habe ich mir gewünscht, jetzt auch vor diesem Käsestand zu stehen und mich durch das Käseangebot zu probieren. Viel zu schnell ist das Praktikum, von dem dieses Buch sehr unterhaltsam und locker-flockig erzählt, zu Ende. Ich hätte gerne noch mehr erfahren über die Jumi-Gründer, die im Buch eher als Randfiguren auftauchen, und wie es Sarah nach dem Praktikum beim Studium der "Food Culture and Communications" im Piemont ergangen ist! Denn manch interessante Geschichte wird im Buch nur (zu) kurz angerissen und bleibt an der Oberfläche. Aber vielleicht erzählt Sarah ja mal auf ihrem Blog Sarah Satt  davon!

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Nr. 3: "Wie der Soldat das Grammofon repariert" von Sasa Stanisic

"Wie der Soldat das Grammofon repariert" erschien bereits 2006 und stand schon lange auf meiner Leseliste. Es fängt an wie eine heitere, unbeschwerte, komische Familiengeschichte im ehemaligen Jugoslawien der späten 80er Jahre und erzählt von der idyllischen kindlichen Welt aus der Sicht des kleinen Aleksandar, der zusammen mit seinem Opa Slavko in einer Welt voller Fantasie, Geschichten und Vorstellungskraft lebt. Durch den Bosnienkrieg wird die Idylle 1992 abrupt beendet. Doch Opa Slavko hat Aleksandar noch am Tag seines Todes mitgegeben, was fortan Aleksandars Leben bestimmen wird: "Die wertvollste Gabe ist die Erfindung, der größte Reichtum ist die Fantasie." Und das beherzigt Aleksandar und schildert die schrecklichen Kriegserlebnisse in seiner Heimatstadt Visegrad und die Flucht nach Essen in Deutschland erfindungsreich, tragikomisch, lakonisch und immer aus der Perspektive eines Kindes, das versucht, all das zu verarbeiten, was auf es einprasselt. In Deutschland wird Aleksandar erwachsen, der Schreibstil passt sich dem an. In Briefen an seine in Bosnien zurück gebliebene Jugendfreundin und Telefonaten mit seiner Oma in der Heimat verarbeitet Aleksandar die traumatischen Kriegs- und Fluchterlebnisse, die die Schrecken des Kriegs so nah und greifbar machen wie das für mich bisher kein Fernsehbericht oder Sachbuch geschafft hat. Keine leichte Kost, aber unbedingt lesenswert und sprachlich brillant!

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4. "Die Stadt kocht: Berlin - Der Sommer" von Cathrin Brandes und Florian Bolk
Das letzte Buch muss dann irgendwie doch wieder ein Kochbuch sein. Oder auch nicht. Denn "Die Stadt kocht: Berlin - Der Sommer" ist für mich nicht vorrangig ein Kochbuch, auch wenn es viele Rezepte enthält. Es ist für mich eher ein Buch, mit dem ich in die Berliner Food-Szene eintauchen kann, denn darin werden viele Berliner Köche, Gastronomen, Weinhändler, Eis-Dealer, Feinkosthändler und - manufakturen und sonstige Zugehörige der Berliner Food-Szene und spannende Food-Locations vorgestellt. Vielfältig, kreativ, urban, schick, abgeranzt, eigensinnig, spannend - das ist die Berliner Food-Szene und das kommt in "Die Stadt kocht: Berlin", erschienen im Le Schicken-Verlag bestens rüber. Bei vielen Kurzporträts hätte ich gerne noch mehr erfahren über die Personen, Unternehmen und Locations - da muss ich mich dann wohl mal selbst nach Berlin aufmachen und in die Food-Szene eintauchen. Oder auf Berlin Tidbits - Häppchen aus Berlin und anderswo , dem Blog der Autorin Cathrin Brandes, mitlesen!

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5. Und noch 2 dringende Blog-Lesempfehlungen!
Ganz offline bin ich auch im Urlaub nicht und möchte euch noch zwei Blogs nahelegen, bei denen ich in letzter Zeit besonders gerne lese.

Auf "Schischi und Heititei" schreibt Nicola über Kochbücher, Wochenendausflüge, Inneneinrichtung, Design, Hofläden, Authentizität beim Bloggen und vieles mehr. Und das alles so, dass ich mir wünsche, der Blogartikel würde nie enden. So gerne ich es sonst kurz und knapp mag, hier lese ich gerne längere Beiträge und gehe mit auf gedankliche Reise. Tolle Themen, gute Mischung, gut geschrieben!

Bei "Stepanini" lese ich schon lange mit. Ihre "Montagsmögen"-Rubrik weckt regelmäßig auch meine Haben-wollen-Wünsche, ihre Buchempfehlungen befolge ich nur zu gerne und ihre Texte (wie z.B. dieser hier) regen mich zum Nachdenken an und machen mich gleichzeitig froh.

Und jetzt seid ihr dran: Welche dringende Leseempfehlung habt ihr für mich? Immer her damit!

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Couscous-Salat mit gebratenen Zucchini & Kichererbsen

Couscous-Salat mit gebratenen Zucchini & Kichererbsen

Nach all den süßen Rezepten wird es jetzt dringend mal wieder Zeit für ein herzhaftes Rezept, oder? Aber keine Angst, ich ernähre mich nicht nur von Eis, Desserts und alkoholgeschwängerten Torten. Zwischendurch gibt es auch mal frische Salate. Die dürfen bei mir gerne auch Couscous enthalten. Und Kichererbsen. Am besten gleich beides zusammen, wie bei diesem schnell zubereiteten, veganen Couscous-Salat mit gebratenen Zucchini und Kichererbsen nach einem Rezept aus einer schon etwas älteren Living at Home. Durch die Zugabe von Kurkuma und Currypulver wird der Couscous hier wunderbar gelb und schön würzig. Dazu noch frische Petersilie und Minze und das sommerliche Abendessen auf dem Balkon ist perfekt!



Couscous-Salat mit gebratenen Zucchini & Kichererbsen

(für 3-4 Portionen)

Zutaten:
1 Zucchini
4 EL Öl
2 EL Weißweinessig
Salz, Pfeffer
75ml Orangensaft
75ml Gemüsebrühe (selbstgemacht)
1/2 TL Kurkuma
1 TL mildes Currypulver
100g Instant-Couscous
1 Dose Kichererbsen (385g EW)
4 Stängel glatte Petersilie
2 Zweige Minze

Zubereitung:
Zucchini waschen, Enden abschneiden. Zucchini dritteln, dann längs in dicke Scheiben und nochmals längs in dicke Stifte schneiden. 2 EL Öl in einer Pfanne erhitzen und die Zucchinistifte darin rundherum in ca. 8 Minuten goldbraun anbraten.

Orangensaft und Brühe mit 2 EL Öl, Curry und Kurkuma in einen Topf geben, aufkochen. Dann den Couscous einrühren und den Topf vom Herd nehmen. Abgedeckt 8 Minuten quellen lassen.

Zucchinistifte mit 1 EL Weißweinessig ablöschen, mit Salz und Pfeffer würzen und abkühlen lassen.

Kichererbsen in ein Sieb abgießen, unter fließendem Wasser abspülen und abtropfen lassen. Petersilie und Minze waschen, trocken schütteln und die Blätter von den Stängeln zupfen. Petersilie und Minze grob hacken.

Kichererbsen, Zucchinistifte und Couscous in einer großen Salatschüssel miteinander vermischen. Mit 1 EL Weißweinessig, Salz und Pfeffer abschmecken. Minze und Petersilie untermischen und den Salat lauwarm oder kalt servieren.

Gut Kirschen essen! Auf der Spur der "Chriesi" in Zug/Schweiz

Gut Kirschen essen! Auf der Spur der "Chriesi" in Zug/Schweiz

Da habe ich vor einigen Wochen (!) so großspurig angekündigt, dass ich euch demnächst mehr von meinem Schweiz-Trip, meinem Besuch in Zug und dem Geheimnis der Zuger Kirschtorte berichten werde, und was ist? Ich komme einfach nicht dazu, den Blogbeitrag zu schreiben! Aber jetzt habe ich es endlich geschafft und nehme euch mit auf eine Reise nach Zug, immer auf der Spur der "Chriesi"! "Chriesi" ist das schweizerdeutsche Wort für Kirsche. Das Schweizer Städtchen Zug und sein Umland sind für die Zuger Chriesi bekannt und berühmt. Und das habe ich mir Anfang Juni zusammen mit Mel, Toni und Bene, Kevin und Roman im Zuge einer Pressereise auf Einladung von Zug Tourismus mal näher angeschaut!

Und hier seht ihr auch schon ein Original Zuger Chriesi in meiner Hand. Gepflückt habe ich den Chriesi auf dem Hof Märcht der Familie Hotz in Baar, nicht weit von Zug entfernt.


Der Hof Märcht ist ein Familienbetrieb, auf dem wir zuerst von der Seniorchefin, Bernadette Hotz, mit einem Glas hausgemachtem Kirschsekt (natürlich aus eigenen Kirschen) empfangen und dann von Herrn Hotz über das Gelände geführt wurden. Außer Kirschen baut Familie Hotz auch noch Erdbeeren, Äpfel und Zwetschgen an und stellt aus den eigenen Früchten Konfitüren, Säfte, Schnäpse (wie den "Kirsch"), Sirupe, Pesto und vieles mehr her, was es dann im eigenen Hofladen zu kaufen gibt. Sogar die Kirschkerne werden hier noch weiterverwendet: Damit werden Kirschkernkissen befüllt.


Das Hauptanbauprodukt auf dem "Hotzenhof" sind aber Kirschen. Kirschen überall! Die frei stehenden Kirschbäume wie unten auf dem Foto sind zur Weiterverarbeitung für Konfitüren, Säfte und den "Kirsch" (-schnaps) gedacht. Die "Tafelkirschen", die pur gegessen werden, wachsen gut geschützt und in Reih und Glied unter Netzen. Gepflückt werden die Kirschen übrigens ausschließlich von Hand und es dauert 4 Jahre, bis ein frisch gepflanzter Kirschbaum das erste Mal geerntet werden kann. Nichts für Ungeduldige und den schnellen Profit also!


Nach dem Rundgang über die Kirschplantagen, auf denen die Familie Hotz jährlich 300-350 Tonnen Kirschen produziert, einem Blick in den Weinkeller mit den Holzfässern, in denen der selbst gebrannte Schnaps reift, und einer Führung durch die modernen Anlagen zum Kirschen entsteinen und entsaften, gab es ein so einfaches wie köstliches Mittagessen auf dem Hotzenhof: Der Chef des Hauses selbst stellte sich an den Grill und briet uns Chriesi-Würste, das sind wunderbar saftige Bratwürste mit getrockneten Kirschen.  Dazu gab es knackigen grünen Salat und geschwellte Kartoffeln mit Quark. Die Würste werden übrigens in einer Metzgerei in Zug hergestellt und die Kirschen für die Wurst liefert - natürlich - der Hotzenhof an den Metzger!


Zum Abschluss konnten wir noch der Seniorchefin Bernadette Hotz beim Einkochen der Kirschkonfitüre über die Schulter schauen. Ich koche ja auch oft Marmelade selbst ein, aber nicht in diesem Ausmaß. An manchen Tagen kocht Frau Hotz 800 Gläser Kirschkonfitüre pro Tag ein - eine beachtliche Menge, die im Hofladen aber reißenden Absatz findet. Kein Wunder, denn das Gläschen Kirschkonfitüre, das wir mit nach Hause nehmen durften, ist auch schon längst verspeist und hat uns sehr gut geschmeckt!


Dann hieß es auch schon Abschied nehmen vom Hotzenhof und seinen sympathischen Eigentümern. Weiter ging es zum Café Treichler in der Zuger Innenstadt. Das Café Treichler ist das Erfinderhaus der berühmten Zuger Kirschtorte, die 2015 ihr 100-jähriges Jubiläum feiert. Geführt wird das Café Treichler seit 2004 von den Brüdern Heini, die das Interieur des Cafés grundlegend modernisiert und in einer Ecke auch ein Museum für die Zuger Kirschtorte eingerichtet haben, um ihren Anspruch, das Erfinderhaus der Zuger Kirschtorte zu sein, auch zu verdeutlichen. Übrigens enthält die Kirschtorte, anders als ich es zunächst erwartet hatte, keine einzige ganze Kirsche, aber dafür reichlich Kirschwasser!


Bruno Heini, der zusammen mit seinem Bruder das Café Treichler in Zug sowie die Heini-Cafés in Luzern führt, erzählte uns alles über die Geschichte der Zuger Kirschtorte. Sie wurde 1915 von Heinrich Höhn erfunden, der die Markenrechte 1943 an Jacques Treichler übergab. Seit der Erfindung wird die Zuger Kirschtorte nur wenig verändert nach traditionellem Rezept hergestellt (nur der Alkoholgehalt hat sich mittlerweile deutlich erhöht!) und sie hat viele prominente Fans, wie z.B. Charlie Chaplin, Audrey Hepburn oder aktuell Papst Franziskus.


Nach dieser Einführung in die Geschichte ging es dann in die heiligen Hallen des Café Treichler - in die Backstube, nur wenige Schritte vom Caféhaus entfernt! Ein absolutes Highlight, denn hier lüftete der Konditormeister des Café Treichler nicht nur das Geheimnis der Zubereitung und führte uns Schritt für Schritt die Herstellung der Zuger Kirschtorte vor- nein, wir durften auch noch selbst Hand anlegen und unsere eigene Zuger Kirschtorte herstellen!

Los geht es mit dem Japonais-Boden. Das ist ein knuspriger Boden aus Mandeln, Eiweiß und Zucker, der die Grundlage und den Deckel der Zuger Kirschtorte bildet.


Der untere Japonais-Boden wird zunächst mit Buttercreme bestrichen.


Darauf wird ein Biskuitboden gesetzt, der mit 220ml Kirschlikör getränkt wird. Ja, richtig gelesen - 220ml Kirsch! Ihr könnt nun schon erahnen, wie alkoholisch die Torte schmecken wird....


Danach kommt zum Abschluss noch mal ein mit Buttercreme bestrichener Japonais-Boden auf den Biskuit, und die Torte wird rundherum mit Crème eingestrichen.


Dann wird der Rand noch mit gehackten Mandeln bestreut. Das alles unter den wachsamen Augen und klickenden Fotoapparaten der anwesenden Food-Blogger!


Damit ist die Zuger Kirschtorte fürs erste fertig und kommt nun für mehrere Stunden ins Kühlhaus.


Nach der Kühlzeit werden die Torten noch mit Puderschnee, also Puderzucker, der mit Stärke gemischt wurde, bestäubt und mit dem Messer (oder einem Rahmen) das typische Rautenmuster eingeprägt.


Jetzt noch in Folie und den Karton verpacken - fertig ist die Original Zuger Kirschtorte! Diese wird übrigens innerhalb der Schweiz auch mit der Post versendet und ist problemlos mehrere Tage haltbar. Alkohol konserviert eben ;-)


Und so sieht die fertige Zuger Kirschtorte aufgeschnitten und portioniert aus.


Besonders toll fand ich, dass wir hier selbst Hand anlegen durften und ich nachher meine eigene, selbst gemachte Zuger Kirschtorte mit nach Hause nehmen durfte. Geschmacklich war mir die Torte aber eindeutig zu alkohollastig! Da bevorzuge ich für die Kuchentafel doch eher den bewährten badischen Kirschplotzer ;-)


Und dann hieß es für uns leider auch schon Abschied nehmen von Zug, der Zuger Chriesi und dem schönen Zugersee. Per Bahn ging es zurück nach Zürich. Dort verabschiedete ich mich von meinen Mitreisenden und machte mich auf den Heimweg nach Karlsruhe.


Eine tolle, informative Reise ging mal wieder viel zu schnell vorbei. Danke Schweiz, schön und lecker war´s in Zürich und Zug! Und ich bereue es mittlerweile, dass ich diese Postkarte in Zug nicht gekauft habe - da steht doch quasi mein Name drauf, oder?!


Vielen Dank an Zürich Tourismus, Zug Tourismus und 25hours Hotels für die Einladung zu dieser Reise!

Gebackene Pfirsiche mit Rosmarin-Honig

Gebackene Pfirsiche mit Rosmarin-Honig

Die Dessert-Rubrik ist auf meinem Blog eindeutig unterbesetzt. Dabei liebe ich Desserts! Besonders wenn sie fruchtig und nicht zu süß sind. So wie diese gebackenen Pfirsiche mit Rosmarin-Honig. Lauwarme, karamellisierte Pfirsiche mit einem Klecks kühler Mascarpone-Joghurt-Creme, beträufelt mit aromatischem Rosmarin-Honig .... mhmmmm! Herrlich! Das Rezept - mal wieder aus meiner Lieblingszeitschrift "So is(s)t Italien" - lässt sich übrigens auch prima auf dem Grill zubereiten. 


Gebackene Pfirsiche mit Rosmarin-Honig
(für 2 Portionen)

Zutaten:
2 reife Pfirsiche
2 EL Zucker
1 Stängel Rosmarin
3 EL Honig
100g Mascarpone
100g Naturjoghurt

Zubereitung:
Den Backofen auf 160 Grad Ober-/Unterhitze vorheizen.

Pfirsiche waschen, halbieren und den Stein entfernen. Zucker auf einen Teller streuen und die halbierten Pfirsiche mit der Schnittfläche hineindrücken. Herausnehmen, dann die Pfirsiche mit der Schnittfläche nach unten in eine heiße, ofenfeste Grillpfanne legen. Pfirsiche braten, bis sie Röststreifen haben. Dann die Pfirsiche wenden und mitsamt der Grillpfanne im heißen Backofen auf der mittleren Schiene ca. 10 Minuten backen, bis die Schnittflächen karamellisiert sind.

In der Zwischenzeit den Rosmarin waschen, trocken schütteln und die Rosmarinnadeln mit dem Rücken eines großen Küchenmessers etwas andrücken. Honig in einen kleinen Topf geben und auf kleiner Flamme erhitzen. Rosmarin hineingeben und ziehen lassen.

Mascarpone und Joghurt in einer Schüssel miteinander verrühren. Pfirsiche aus dem Ofen nehmen, etwas abkühlen lassen. Dann je zwei Pfirsichhälften auf einem Teller anrichten, einen großen Klecks Mascarpone-Joghurt in jede Pfirsichhälfte geben und mit dem Rosmarin-Honig beträufeln. Sofort servieren und genießen!

Tiramisu-Eis mit Cookies

Tiramisu-Eis mit Cookies

Nach dem genialen Karamelleis mit Fleur de Sel wird es höchste Zeit, euch noch mal ein selbstgemachtes Eis vorzustellen, bevor der Sommer vielleicht schon bald wieder vorbei ist! Das Rezept für dieses sündig-leckere Tiramisu-Eis mit Cookies habe ich in der Eis-"Bibel" The Perfect Scoop* von David Lebovitz gefunden. David Lebovitz serviert zum Tiramisu-Eis Mocca-Kekse, ich habe unter die Eiscreme-Masse als Löffelbiskuit-Ersatz noch einige zerkleinerte Weizenvollkornkekse gerührt. Das sorgt für etwas Biss im Eis und den richtigen Tiramisu-Geschmack!


Tiramisu-Eis mit Cookies
(ergibt ca. 1 Liter Eis)

Zutaten:
450g Mascarpone
125ml Vollmilch
125ml Sahne
100g Zucker
Salz
60ml Kaffeelikör (z.B. Kahlua)
45ml dunkler Rum (oder Brandy)
100g Weizenvollkornkekse (z.B. von McVitie´s)

Zubereitung:
Mascarpone, Milch, Sahne, Zucker mit einer Prise Salz, dem Kaffeelikör und dem Brandy in einer großen Schüssel mit den Quirlen des Handrührgeräts verrühren, bis sich der Zucker aufgelöst hat und eine glatte Creme entstanden ist. Creme im Kühlschrank 1-2 Stunden kalt stellen, dann in der Eismaschine in ca. 50 Minuten gefrieren lassen.

Kekse in kleinere Stücke brechen und unter die noch leicht weiche Eismasse rühren. Tiramisu-Eis in eine tiefkühlgeeignete Schüssel umfüllen und die Eiscreme noch ca. 2-4 Stunden nachgefrieren lassen.


Ich habe für das Tiramisu-Eis mit Cookies die Original Digestive Weizenkekse von McVitie´s verwendet. Das Kekssortiment von McVitie´s kenne ich schon lange von meinen Besuchen bei meiner besten Freundin in England, denn in England sind die Kekse sehr beliebt, in jedem Supermarkt erhältlich und werden oft zum Five o´clock tea (oder zum Kaffee) serviert. Das hat lange Tradition: Schon 1888 wurde im schottischen Edinburgh die erste McVitie´s Keks-Fabrik gebaut. 1892 wurde die Rezeptur für den original McVitie´s Digestive Weizenkeks entwickelt, und seit 2010 ist McVitie´s auch in Deutschland  erhältlich. Jedes Jahr werden ca. 2 Milliarden McVitie´s Kekse produziert - damit ist McVitie´s weltweit die Nr. 2 nach Oreo! 

Ich habe mich durch das gesamte Sortiment durchgeknabbert und neben dem McVitie´s Digestive Original Keks, also sozusagen der "Urversion", haben mir die HobNobs mit Haferflocken besonders gut geschmeckt. Sehr erfreulich: Die Zutatenliste der britischen Biscuits ist lobenswert kurz, denn gehärtete Pflanzenfette und künstliche Farb- oder Aromastoffe werden nicht verwendet. Diese Kekse rühre ich mir doch gerne ins Eis, benutze sie für den Keksboden eines Limetten-Vanille-Cheesecake oder esse sie einfach pur zwischendurch!

Werbehinweis: Dieser Blogbeitrag ist in Kooperation mit McVitie´s entstanden. Im Beitrag wird das Unternehmen genannt und auf die Facebookseite verlinkt.
* Alle Links zu Amazon sind Affiliate-Links.

Nachgekocht: Ricotta-Tomaten-Tarte mit Rosmarin-Vinaigrette

Nachgekocht: Ricotta-Tomaten-Tarte mit Rosmarin-Vinaigrette

Letzte Woche bin ich wieder ein Jahr älter geworden. Das musste gefeiert werden - natürlich auch mit den Kollegen, für die ich außer meinem bewährten Kirschkuchen mit Streuseln vom Blech noch eine Ricotta-Tomaten-Tarte mit Rosmarin-Vinaigrette gebacken habe. Das Rezept für diese köstliche und wunderschön anzuschauende Tarte, die noch dazu völlig unkompliziert in der Zubereitung ist, habe ich mir bei meinem Cousin Uwe vom Food-Blog HighFoodality mitgenommen. Ein echtes Knaller-Rezept, das bei meinen Kollegen sehr gut ankam - die Tarte war schneller aufgegessen als alles andere! Also: Dringende Nachback-Empfehlung!


Ricotta-Tomaten-Tarte mit Rosmarin-Vinaigrette
(für eine Springform oder Tarteform mit 26cm Durchmesser)

Zutaten:
250g Mehl Type 550
125g Butter
40g frisch geriebener Parmesan
30g getrocknete Tomaten
2 Stängel Rosmarin
500g Ricotta
2 Eier
300g Kirschtomaten, am besten in verschiedenen Farben
1 Bio-Zitrone
3 EL Honig
2 EL Olivenöl
Salz, Pfeffer

Zubereitung:
Als erstes den Mürbteig zubereiten. Dafür Butter in kleine Stückchen schneiden, mit dem Mehl, dem Parmesan, einer Prise Salz und 2 EL Wasser in eine Schüssel geben und mit den Händen die Butter zügig unter das Mehl kneten, bis ein glatter Teig entsteht. Teig zu einer Kugel formen, in Frischhaltefolie einwickeln und 1 Stunde im Kühlschrank kaltstellen.

Für die Füllung die getrockneten Tomaten fein hacken. Rosmarinnadeln von den Zweigen zupfen und ebenfalls fein hacken. Ricotta und Eier in einer Schüssel miteinander vermischen. Gehackte Tomaten und die Hälfte des gehackten Rosmarins unterrühren. Ricottamasse kräftig mit Salz und Pfeffer würzen.

Den Backofen auf 210 Grad Ober-/Unterhitze vorheizen. Eine Springform mit etwas Butter einfetten.

Kirschtomaten waschen, abtrocknen und halbieren. Mit den Händen die Tomaten etwas ausdrücken.

Den Teig zwischen zwei Lagen Frischhaltefolie gleichmäßig rund und dünn auswellen. Teig in die Springform legen, einen Rand hochziehen. Teigboden mit einer Gabel mehrmals einstechen. Die Ricottamasse auf den Teigboden geben und gleichmäßig verteilen. Kirschtomaten mit der Schnittfläche nach oben auf der Ricottafüllung verteilen. Tarte im heißen Backofen auf der mittleren Schiene ca. 40 Minuten backen.

Für die Vinaigrette die Bio-Zitrone heiß abwaschen, abtrocknen und von der Hälfte der Zitrone die Schale fein abreiben. Zitronenschale mit dem restlichen gehackten Rosmarin, dem Honig und dem Olivenöl verrühren. Mit Salz und Pfeffer würzen. 

Tarte aus dem Ofen nehmen, 10 Minuten in der Form stehen lassen. Dann die Tarte aus der Form nehmen, mit der Rosmarin-Vinaigrette beträufeln. Die Tarte schmeckt lauwarm oder kalt!

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