Printfriendly

Powered by Blogger.

In der Weihnachtsbäckerei... Honigkuchen-Rauten!

In der Weihnachtsbäckerei... Honigkuchen-Rauten!

Diese Woche habe ich die ersten Weihnachtsplätzchen gebacken! Neben den bewährten Schoko-Schnee-Kugeln habe ich ein neues Plätzchen-Rezept aus dem "Brigitte"-Plätzchenheft von 2013 für Honigkuchen-Rauten ausprobiert. Das Honigkuchenpferd ist ja sprichwörtlich berühmt und das Teigrezept für den Honigkuchen auch sehr simpel. Beachten sollte man allerdings, dass der Teig nach dem Zusammenrühren erst mal eine oder besser noch zwei Wochen im Kühlschrank reifen muss, damit er aromatisch und locker wird. Also nichts für die spontane Weihnachtsbäckerei! Aber wenn ihr den Teig heute ansetzt, könnt ihr nächstes Wochenende schon backen... und genießen!

Weihnachtsplätzchen: Honigkuchen-Rauten

Honigkuchen-Rauten
(ergibt ca. 50 Stück)

Zutaten:
Für den Teig:
100g gemahlene Haselnusskerne
250g flüssiger Honig
150g Butter
1 Bio-Zitrone
3 Eier
15g Lebkuchengewürz
4g Pottasche
325g Weizenmehl Type 550
3 gestrichene TL Kakaopulver
100g Rosinen
Für die Glasur:
60g Aprikosenkonfitüre + etwas mehr für die Verzierung
6-8 getrocknete Aprikosen

Zubereitung:
1-2 Wochen vorher:
Die gemahlenen Haselnüsse in einer beschichteten Pfanne ohne Fett goldbraun rösten, abkühlen lassen.

Honig und Butter zusammen in einem kleinen Topf bei mittlerer Hitze schmelzen lassen, auf Zimmertemperatur abkühlen lassen. 

Zitrone heiß waschen, abtrocken und die Schale fein abreiben. Zitronenschale mit den Eiern, dem Lebkuchengewürz und der Honig-Buttermischung mit den Quirlen des Handrührgeräts kurz miteinander vermengen.

Die Pottasche in 1,5 EL kaltem Wasser unter Rühren auflösen. Mehl und Kakaopulver in einer Schüssel miteinander vermengen, dann in 2-3 Portionen mit der Pottasche unter den Teig rühren.

Zum Schluss die gerösteten Haselnüsse und die Rosinen unterheben. Den noch recht flüssigen Teig auf eine ausreichend große Frischhaltefolie gießen und so fest wie möglich in die Folie einwickeln. Für 1-2 Wochen in den Kühlschrank legen.

Am Backtag:
Backofen auf 180 Grad Ober-/Unterhitze vorheizen. Ein Backblech mit Backpapier auslegen. Den Teig zwischen zwei Lagen Backpapier zu einem Quadrat von 30x30 cm ausrollen, so dass der Teig ca. 1,5cm dick ist. Teigplatte auf das mit Backpapier ausgelegte Backblech geben, im heißen Backofen auf der mittleren Schiene 20 Minuten backen.

Für die Glasur die Aprikosenkonfitüre mit 1 EL Wasser in einem kleinen Topf aufkochen, dann durch ein Sieb streichen, damit alle Fruchtstückchen entfernt werden. Den noch warmen Honigkuchen damit einpinseln. Honigkuchen ganz abkühlen lassen, bevor er angeschnitten wird!

Zum Verzieren die Aprikosen längs in dünne Streifen schneiden. Den Honigkuchen in Rauten zuschneiden, je ca. 4x3cm lang. Aprikosenstreifen auf einer Seite in die Konfitüre tauchen, auf jedem Honigkuchenstück einen Aprikosenstreifen andrücken. 

Honigkuchenrauten in einer Plätzchendose aus Metall aufbewahren.

Birnen-Ziegenkäse-Flammkuchen mit Thymian und Honig

Birnen-Ziegenkäse-Flammkuchen mit Thymian und Honig

Zu diesem Birnen-Ziegenkäse-Flammkuchen mit Thymian und Honig hat mich die Feuilleté mit Birnen und Ziegenkäse auf Okkas Blog "Slomo" (der übrigens von vorne bis hinten wunderbar und höchst lesenswert ist!) inspiriert. Anstelle von Blätterteig habe ich meinen ratzfatz-Flammkuchenteig zusammengeknetet und mit der gleichen Zutatenkombination wie bei Okka belegt. Die reife, saftige Birne passt perfekt zum würzigen Ziegenkäse, dazu samtweicher Honig, würziger Thymian und hauchdünner, knuspriger Flammkuchenteig... ein schnell zubereitetes, ganz wunderbares Essen für den Feierabend!



Birnen-Ziegenkäse-Flammkuchen mit Thymian und Honig
(für 1 Flammkuchen)

Zutaten:
Für den Flammkuchenteig:
125g Mehl Type 550
1/2 TL Salz
1 EL Sonnenblumenöl
Für den Belag:
 50g Ricotta
1/2 Birne
2 Stängel frischer Thymian
Salz, Pfeffer
75g Ziegenfrischkäse
2 EL Honig

Zubereitung:
Für den Flammkuchenteig das Mehl, das Salz und das Öl mit 60ml Wasser in einer Schüssel vermengen und zügig mit einem Holzkochlöffel oder den Händen zu einem glatten Teig verkneten. Bei Bedarf noch etwas Wasser zugeben. Teig beiseite stellen.
Den Backofen mitsamt Pizzastein auf 230 Grad Ober-/Unterhitze vorheizen.

Birne vierteln, Kerngehäuse und Stiel entfernen und Birne in dünne Scheiben schneiden. Thymian waschen, trocken schütteln und Blätter von den Stängeln zupfen.

Flammkuchenteig auf der gut bemehlten Arbeitsfläche mit dem Nudelholz sehr dünn auswellen. Teigboden dünn mit dem Ricotta bestreichen. Birnenscheiben gleichmäßig darauf verteilen. Mit Thymianblättchen bestreuen und mit Salz und Pfeffer würzen.

Auf einem gut bemehlten Pizzaschieber den Flammkuchen in den heißen Backofen direkt auf den Pizzastein geben. Ca. 15 Minuten knusprig backen lassen, dann den Flammkuchen aus dem Ofen nehmen, kurz abkühlen lassen. Dann mit einem Teelöffel Ziegenfrischkäsenocken auf dem Flammkuchen verteilen. Honig über den Flammkuchen träufeln, mit etwas frischem Thymian garnieren und sofort servieren.

Spaghetti Bolognese - je länger gekocht, desto besser!

Spaghetti Bolognese - je länger gekocht, desto besser!

Gut Ding will Weile haben! Das gilt auch und ganz besonders für Spaghetti Bolognese. Je länger die Bolognese-Sauce köcheln darf, desto konzentrierter und intensiver wird ihr Geschmack. Das einzige Problem ist nur, dass dann 2 Stunden lang ein köstlicher Geruch durch die Wohnung zieht und man hungrig auf dem Sofa sitzt oder vor dem Saucen-Topf auf und ab tigert... aber das Warten lohnt sich, versprochen! Und dann herrscht am Esstisch die sogenannte "gefräßige Stille", höchstens gestört durch glückliches Seufzen. Lieblingsessen!


Spaghetti Bolognese
(für 2-3 Portionen)

Zutaten:
1 Zwiebel
1 Karotte
1 EL Olivenöl
250g Rinderhack
1 EL Tomatenmark
100ml Rotwein
1 kleine Dose Tomaten (400g)
Salz, Pfeffer
Zucker
1 Lorbeerblatt
250g Spaghetti
Zum Servieren:
Parmesan am Stück 
einige Blätter frischer Basilikum

Zubereitung:
Zwiebel und Karotte schälen und fein würfeln. Olivenöl in einem großen Topf erhitzen, Zwiebeln- und Karottenwürfel darin anschwitzen. Hackfleisch zugeben und rundherum krümelig anbraten. Hackfleisch dabei mit dem Holzkochlöffel auseinander drücken. Tomatenmark zugeben, kurz mit anbraten. Dann mit Rotwein ablöschen und die Tomaten mitsamt dem Saft in den Topf geben. Tomaten mit dem Kochlöffel zerkleinern. Aufkochen, dann auf mittlere Hitze zurückschalten. Kräftig mit Salz und Pfeffer würzen und das Lorbeerblatt zugeben. Hitze nochmals reduzieren und den Deckel auflegen. Bei geringer Hitze die Bolognese-Sauce mindestens 45 Minuten, gerne aber auch 2 Stunden schmurgeln lassen, dabei gelegentlich umrühren. Zum Schluss noch mal mit Salz, Pfeffer und einer Prise Zucker abschmecken.

Spaghetti in einem großen Topf Salzwasser nach Packungsanweisung al dente kochen. In ein Sieb abgießen, abtropfen lassen und Nudeln zur Bolognese in den Topf geben. Gut miteinander vermischen, dann portionsweise in tiefe Teller füllen. Mit frisch geriebenem oder gehobeltem Parmesan bestreuen und mit Basilikumblättern garnieren. Sofort servieren!

Armer Elsässer mit Tresterbrand-Sabayon und pochierter Birne

Armer Elsässer mit Tresterbrand-Sabayon und pochierter Birne

Eigentlich egal, wie satt ich bin, für ein Dessert ist immer noch Platz. Wahrscheinlich habe ich einen separaten Dessert-Magen! Und in den hat beim Elsässer Menü, das meine liebe Freundin Kerstin von My cooking love affair und ich miteinander gekocht haben, nach dem Elsässer Flammkuchen und dem Risotto mit Trauben "Elsässer Art" ganz locker noch der "Arme Elsässer" mit Tresterbrand-Sabayon und pochierter Birne reingepasst. Der "arme Elsässer" ist eine abgewandelte Interpretation des schwäbischen "armen Ritters". Bei unserem Ausflug nach Wissembourg haben wir in der Pâtisserie "Chez Eric" (9 rue de la Republique, Wissembourg - sehr empfehlenswert!) ganz wunderbaren salzigen und natürlich auch süßen Gugelhupf gekauft. Der salzige Gugelhupf wurde zu einem Topping für das Risotto. Den süßen Mini-Gugelhupf mit Rosinen und Mandeln haben wir klein gewürfelt, mit Ei und Sahne vermischt und zu einem fluffigen Küchlein gebacken. Dazu eine pochierte Gewürzbirne und eine ordentlich alkoholische Sabayon mit Trester vom Weingut Brendel. Ein grandioser Abschluss für unser Elsässer Menü!

  Ein Elsässer Dessert deluxe: Armer Ritter mit Gugelhupf, pochierter Birne und Trester-Sabayon

"Armer Elsässer" mit Tresterbrand-Sabayon und pochierter Birne
(für 2 Portionen)

Zutaten:
Für den armen Elsässer:
1 Elsässer Mini-Gugelhupf (mit Mandeln und Rosinen)
1 Ei
Salz
1 Vanilleschote
20g Zucker
50g süße Sahne
etwas Butter zum Fetten der Soufflee-Förmchen
Für die pochierte Birne:
1 Birne
50g Zucker
1 Orange
1 Zitrone
1 Zimtstange
1 Vanilleschote
Für die Tresterbrand-Sabayon:
2 Eigelb
30g Puderzucker
10ml Trester
30ml Weißwein
Frische Minze zum Garnieren

Zubereitung:
Für die pochierte Birne eine Birne schälen, halbieren und das Kerngehäuse und den Stiel entfernen. Orange und Zitrone heiß abwaschen, abtrocknen und jeweils die Schale fein abreiben. Orange und Zitrone beide auspressen. Vanilleschote längs aufschlitzen, das Mark herauskratzen. Birnenhälften mit dem Orangensaft, dem Zitronensaft, dem Zitronen- und Orangenschalenabrieb, der Zimtstange, dem Vanillemark und der Vanilleschote in einen Topf geben. Aufkochen, dann bei mittlerer Hitze ca. 15 bis 20 Minuten köcheln lassen, bis die Birnenhälften weich sind, aber noch etwas Biss haben.

Dann den "armen Elsässer" zubereiten. Als erstes den Backofen auf 200 Grad Ober-/Unterhitze vorheizen. 2 Soufflee-Förmchen mit wenig Butter einfetten. Den Mini-Gugelhupf in feine Würfel schneiden. Ein Ei trennen, das Eiweiß mit einer Prise Salz mit den Quirlen des Handrührgeräts steif schlagen. Eine Vanilleschote längs aufschlitzen, das Vanillemark herauskratzen. Zucker zusammen mit dem Eigelb mit den Quirlen des Handrührgeräts schaumig schlagen. Dann das Vanillemark und die Sahne unterrühren. Gugelhupf-Würfel ebenfalls in die Schüssel geben, dann den Eischnee vorsichtig unterheben. Masse auf die gefetteten Förmchen verteilen, Oberfläche glatt streichen und im heißen Backofen auf der mittleren Schiene ca. 15 bis 20 Minuten goldbraun backen.

Für die Sabayon die Eigelbe, den Zucker, den Tresterbrand und den Weißwein in einen kleinen Topf geben, verquirlen und dann den Topf direkt auf den Herd stellen. Bei mittlerer Hitze mit dem Schneebesen gleichmäßig eine "8" auf dem Topfboden schlagen, so dass die Mischung schaumig und schließlich fest wird. Dann sofort vom Herd nehmen.
Hinweis: Die Sabayon direkt im Topf auf dem Herd zu machen funktioniert nur bei Induktionsherden - ansonsten die Weinschaumcreme über dem heißen Wasserbad aufschlagen!

Zum Servieren die Sabayon mit einem Löffel als Streifen auf den Teller setzen, das "arme Elsässer"-Küchlein halb darauf setzen. Dann die pochierte Birne aus dem Topf nehmen, abtropfen lassen und auf dem Teller platzieren. Zum Schluss das Küchlein mit Puderzucker bestäuben und mit frischer Minze garnieren. Sofort servieren.

Ossobuco Milanese mit Gremolata und Safranrisotto [Ein Rezept für die EDEKA-Winterküche]

Ossobuco Milanese mit Gremolata und Safranrisotto [Ein Rezept für die EDEKA-Winterküche]

Winterküche - das bedeutet für mich vor allem eins: Schmorgerichte. Und eines meiner allerliebsten Schmorgerichte fehlt noch auf meinem Blog, daher wusste ich sofort, was ich zubereiten werde, als EDEKA mich eingeladen hat, auf dem Blog mein Lieblingsrezept für die EDEKA Winterküche zu zeigen. In der "Winterküche" hat EDEKA viele saisonale Rezepte für Herbst und Winter gesammelt. Davon abgesehen gibt es bei EDEKA natürlich auch die passenden Zutaten und Hardware (Pfannen, Töpfe, Messer, Geschirr...) für diese Rezepte. 

Aber zurück zum heutigen Rezept: Ossobuco Milanese mit Gremolata und Safranrisotto liebe ich schon seit meiner Kindheit, habe es aber  bisher noch nie selbst gekocht, sondern mir mit schöner Regelmäßigkeit bei meiner Mutter gewünscht. Es war also längst überfällig, dieses Lieblingsrezept endlich mal selbst zuzubereiten! Für das Rezept habe ich  - wie auch schon meine Mutter - auf den Kochbuch-Klassiker "Die echte italienische Küche" von Reinhardt Hess und Sabine Sälzer vertraut und mein Vertrauen wurde belohnt. Genau so soll das schmecken! 

Ossobuco alla milanese mit Gremolata und Risotto Milanese

Ossobuco Milanese mit Gremolata und Safranrisotto
(fü 2 Portionen)

Zutaten:
Für das Ossobuco alla Milanese:
2 Kalbshaxenscheiben, quer zum Kochen gesägt, ca. 4cm dicke Scheiben
2 Karotten
2 Stangen Staudensellerie
1 Dose Tomaten (400g)
1 Bund glatte Petersilie
2 EL Butter
etwas Mehl
3 EL Olivenöl
125ml Weißwein
250ml Rinderbrühe (ersatzweise: Gemüsebrühe)
1-2 Gemüsezwiebeln
2 Knoblauchzehen
2 Stängel frischer Thymian
2 Stängel frischer Oregano
1 Lorbeerblatt
Salz, Pfeffer
1 Bio-Zitrone
Für das Safranrisotto:
0,2g Safranfäden
500ml Rinderbrühe (ersatzweise: Gemüsebrühe)
3 EL Butter
1 Schalotte
150g Risotto-Reis (z.B. Arborio)
Salz, Pfeffer
35g frisch geriebener Parmesan

Zubereitung:
Für das Ossobuco die Karotten schälen, putzen und fein würfeln. Stangensellerie waschen, putzen und ebenfalls fein würfeln. 1 Knoblauchzehe schälen und fein hacken. 

Kalbshaxen unter fließendem Wasser abspülen, gründlich trocken tupfen. Jede Scheibe mit einem Küchengarn umwickeln und damit rund binden (siehe Foto unten). Von beiden Seiten salzen und pfeffern und leicht mehlieren, d.h. mit Mehl bestäuben. Überschüssiges Mehl abklopfen.

Kalbshaxen mit Küchengarn rund binden und mehlieren


In einem Schmortopf die Butter erhitzen. Karotten, Sellerie und Knoblauch darin bei mittlerer Hitze unter Rühren anschmoren, bis alles leicht gebräunt ist. Dann den Schmortopf vom Herd nehmen.

In einer Pfanne das Olivenöl erhitzen und das Fleisch darin bei mittlerer Hitze von beiden Seiten hellbraun anbraten. Dann das Fleisch aus der Pfanne nehmen und auf das Gemüse im Schmortopf setzen. Das Öl aus der Pfanne abgießen (nicht in den Abfluss, sondern in eine Schüssel, in der es erkalten kann!). Dann die Pfanne wieder auf den Herd stellen, den Weißwein in die Pfanne auf den Bratfond gießen und aufkochen. Mit einem Spiralbesen darin rühren, bis sich der Bratensatz aufgelöst hat. Den Wein offen bei mittlerer Hitze auf 2-3 EL Flüssigkeit einkochen lassen.

In der Zwischenzeit den Backofen auf 175 Grad Ober-/Unterhitze vorheizen. Dosen in der Tomate klein schneiden. Die Hälfte der Petersilie waschen, trocken schütteln und die Blätter von den Stängeln zupfen. Petersilie grob hacken. Thymian und Oregano ebenfalls waschen, trocken schütteln und die Blätter von den Stängeln zupfen.

Die eingekochte Bratflüssigkeit in der Pfanne mit 125ml Brühe aufgießen, gehackte Petersilie, Thymian, Oregano, Tomaten mit Saft und das Lorbeerblatt zugeben. Einmal aufkochen, dann kräftig mit Salz und Pfeffer würzen. Sauce über das Fleisch und Gemüse im Schmortopf gießen. Schmortopf mit Deckel in den heißen Backofen auf der zweiten Schiene von unten schieben. Mindestens 2 Stunden schmoren lassen, dabei alle halbe Stunde das Kalbfleisch nochmals mit etwas Brühe übergießen.


Für die Gremolata die Zitrone heiß abspülen, abtrocknen und die Schale fein abreiben. Knoblauchzehe schälen und fein hacken. Restliche Petersilie waschen, trocken schütteln, die Blätter von den Stängeln zupfen und sehr fein hacken. Zitronenschale, Knoblauch und gehackte Petersilie miteinander vermischen und beiseite stellen.

Ca. 30 Minuten vor dem Ende der Ossobuco-Schmorzeit mit dem Risotto beginnen. Wenn das Risotto etwas länger braucht, ist das auch kein Problem - das Ossobuco kann auch locker 3 Stunden im Ofen schmurgeln!
Für das Risotto die (Gemüse-)Brühe erhitzen. Die Safranfäden in einer kleinen Schüssel mit 2 EL kochend heißem Wasser übergießen. Schalotte schälen und fein würfeln.

In einem großen Topf 2 EL Butter erhitzen. Die Schalottenwürfel zugeben und bei mittlerer Hitze glasig braten. Den Reis zugeben, rundherum anschwitzen. Eine große Schöpfkelle heiße Brühe zugeben, bei niedriger bis mittlerer Hitze immer wieder umrühren, bis die Flüssigkeit fast verdampft ist. Dann wieder eine Schöpfkelle heißer Brühe zugeben. Immer nur so viel Brühe in den Topf geben, dass der Reis gerade so bedeckt ist. 

Nach ca. 15 Minuten den in Wasser aufgelösten Safran (und das Wasser) zugeben. Weitere 5 bis 7 Minuten garen lassen und erneut Brühe zugeben, rühren etc., bis die Reiskörner gar sind, aber noch Biss haben. 1 EL Butter und den frisch geriebenen Parmesan unterrühren, mit Salz und Pfeffer würzen.

Zum Servien das Safran-Risotto portionsweise auf große Teller verteilen. Auf jeden Teller etwas vom Gemüse und der Sauce aus dem Fleisch-Schmortopf geben und vorsichtig das Fleisch aus dem Topf heben (es zerfällt jetzt sehr leicht von selbst) und aufs Gemüse setzen. Fleisch mit Gremolata bestreuen und sofort servieren und genießen.


Und was ist euer liebstes Rezept für die Winterküche? Schmorgerichte? Aufläufe? Suppen und Eintöpfe? Was wärmt euer Herz?

Werbe-Hinweis: Dieser Blogbeitrag ist in Kooperation mit EDEKA entstanden. Im Beitrag wird das Unternehmen genannt, auf die Unternehmensseite verlinkt und es werden Produkte von EDEKA gezeigt. 

Elsässer Flammkuchen mit Blutwurst, Trauben, Walnüssen und Munsterkäse

Elsässer Flammkuchen mit Blutwurst, Trauben, Walnüssen und Munsterkäse

Habt ihr´s gemerkt? Im ganzen Oktober habe ich kein einziges Flammkuchenrezept gebloggt. Dabei hatte ich doch neulich noch überlegt, meinen Blog in "Schöner Flammkuchen noch!" umzubenennen. Aber: Vor kurzem habe ich diesem alternativen Blognamen dann doch wieder alle Ehre gemacht. Gemeinsam mit der zauberhaften Kerstin von My Cooking Love affair war ich nämlich auf Foodblogger-Tour unterwegs. Dieses Mal haben wir das nahegelegene Elsass unsicher gemacht und waren im wunderschönen Wissembourg unterwegs. Dieses Städtchen hat kulinarisch so einiges zu bieten: Viele Cafés, Bistros und Restaurants locken, und es gibt eine für die Größe der Stadt beachtliche Auswahl an Obst- und Gemüsehändlern, Käseläden, Metzgereien, Bäckereien und Patisserien. Und an jeder Ecke gibt es "Tarte Flambée", Flammkuchen. Ein Traum! Daher war auch schnell klar, was Kerstin und ich nach unserem Shopping- und Sightseeing-Bummel in Wissembourg zusammen kochen werden: Ein Elsässer Menü! Für die Vorspeise entschieden wir uns für einen Elsässer Flammkuchen mit Blutwurst, Trauben, Walnüssen und Munsterkäse.


So. Und jetzt kommt´s. Ich habe ja schon gefühlt 1001 Flammkuchen gebacken. Aber dieser Teig hier, nach einem Rezept von Kerstin, das meinem erprobten Flammkuchenteig-Rezept sehr ähnelt, nur mit etwas weniger Wasser und etwas mehr Mehl, ist so richtig, richtig gut gelungen. Der Teig ließ sich problemlos hauchdünn auswellen (was mir sonst nicht immer gelingt!) und ist beim Backen ganz wunderbar aufgeknuspert. Also: ab jetzt nur noch so! Und hier kommt das Rezept für euch.

Elsässer Flammkuchen mit Blutwurst, Trauben, Walnüssen und Munsterkäse
(für einen Flammkuchen)

Zutaten:
Für den Flammkuchenteig:
125g Mehl Type 550
1/2 TL Salz
1 EL Sonnenblumenöl
Für den Belag:
50g Schmand
1 Blutwurst
150g weiße und blaue Weintrauben gemischt
100g Munster-Käse
Salz, Pfeffer
1/2 rote Zwiebel
Eine Handvoll Walnüsse

Zubereitung:
Für den Flammkuchenteig das Mehl, das Salz und das Öl mit 60ml Wasser in einer Schüssel vermengen und zügig mit einem Holzkochlöffel oder den Händen zu einem glatten Teig verkneten. Bei Bedarf noch etwas Wasser zugeben. Teig beiseite stellen.

Den Backofen mitsamt Pizzastein auf 230 Grad Ober-/Unterhitze vorheizen.

Die Walnüsse grob hacken. Die Blutwurst häuten und in Scheiben schneiden. Die Weintrauben waschen, abtrocknen und von den Stängeln zupfen. Große Weintrauben halbieren, kleinere ganz lassen. Käse in dünne Scheiben schneiden. Zwiebel schälen und in feine Ringe schneiden.

Den Flammkuchenteig auf einer gut bemehlten Oberfläche hauchdünn auswellen, dann auf einen gut bemehlten Pizzaschieber legen. Teig dünn und gleichmäßig mit dem Schmand einpinseln, dann mit Käse, Blutwurst und Weintrauben belegen. Belag salzen und pfeffern. Zwiebelringe und gehackte Walnüsse gleichmäßig darauf verteilen.

Flammkuchen direkt auf den heißen Pizzastein in den Ofen schieben und ca. 10-15 Minuten backen, bis der Käse schön verlaufen und der Teig knusprig ist. Flammkuchen herausnehmen, kurz abkühlen lassen und dann sofort genießen!


Dieser Flammkuchen war ein höchst gelungener Auftakt für unser Elsässer Menü. Den Hauptgang, ein Elsässer Risotto mit Weintrauben, Speckgugelhupf-Croutons  und Löwenzahn-Salat, findet ihr heute auf Kerstings Blog My cooking love affair! Klickt euch rein. Und am Mittwoch geht es hier bei mir weiter mit dem "Armen Elsässer", unserem Dessert zum krönenden Abschluss unserer gemeinsamen Elsässer-Kochsause!

Quiche mit lila Urmöhren und Ziegenkäse und eine neue Liebe: Pinterest!

Quiche mit lila Urmöhren und Ziegenkäse und eine neue Liebe: Pinterest!

Manche Sachen sehen  interessant aus, entpuppen sich beim Ausprobieren dann aber eher als gewöhnlich. So ging es mir mit den lila "Urmöhren". Die habe ich schon öfter auf dem Wochenmarkt gesehen und fand ihre ungewöhnliche lila Farbe immer toll. Außerdem hört sich "Urmöhre" so an, als wäre das der reine, ursprüngliche Karottengeschmack. Als es vor kurzem dann sogar im örtlichen Supermarkt die lila Möhren in der Gemüseabteilung gab, habe ich endlich mal einen Bund eingepackt. Daheim dann der Geschmackstest - und die leichte Enttäuschung: die lila Möhren schmecken nach... Möhren. Hm. Gut, dann nehmen sie es mir auch sicherlich nicht übel, wenn ich sie ganz unspektakulär in eine Quiche verpacke! Und so wurde daraus eine Quiche mit lila Urmöhren und Ziegenkäse. 


Quiche mit lila Urmöhren und Ziegenkäse
(für eine kleine Springform mit 18cm Durchmesser)

Zutaten:
Für den Teig:
60g Butter + etwas mehr fürs Fetten der Form
1 Ei
125g Dinkelmehl
Salz
Für die Füllung:
300g lila Karotten (Urmöhren) oder normale Karotten
4 Stängel frischer Thymian
40ml Milch
75g Ziegenfrischkäse
1 Ei
1 getrocknete Chilischote

Zubereitung:
Für den Teig die Butter in kleine Flöckchen schneiden, mit dem Mehl, einer Prise Salz, einem Ei und 1 EL Wasser in einer Schüssel erst mit den Knethaken des Handrührgeräts, dann mit der Hand zügig zu einem glatten Teig verkneten. Teig zu einer Kugel formen, flach drücken und in Frischhaltefolie gewickelt 30 Minuten im Kühlschrank kaltstellen.

In der Zwischenzeit die Möhren schälen, putzen und einmal halbieren, dann längs vierteln, so dass man lange schmale Möhrenstifte erhält. Thymian waschen, trocken schütteln und die Blätter von den Stängeln zupfen. Chilischote fein hacken.

Backofen auf 200 Grad Ober-/Unterhitze vorheizen. Das Backblech dabei auf der 2. Schiene von unten drinlassen und mit vorheizen! Eine kleine Springform mit wenig Butter einfetten.

Die Milch in einem hohen Gefäß mit dem Ziegenfrischkäse, dem Ei und ca. 2/3 des Thymians mit dem Stabmixer kurz durchmixen. Chiliflocken zugeben und kräftig mit Salz und Pfeffer würzen.

Den Teig auf einer gut bemehlten Arbeitsfläche (oder zwischen zwei Lagen Frischhaltefolie) möglichst rund und dünn auswellen und den Boden der Springform damit auslegen. Einen Rand hochziehen, eventuell überstehende Ränder abschneiden.

Die Möhrenstreifen fächerartig auf den Teigboden legen, dann die Eiermilch darüber gießen. Quiche im Ofen auf das heiße Backblech stellen und ca. 35-40 Minuten backen lassen. Dass die Quicheform auf das heiße Backblech gestellt wird, ist ein Tipp aus Nigel Slaters "Küchentagbuch". Dadurch soll der Boden noch etwas knuspriger werden, als wenn die Springform auf einem Gitter steht. Ob es daran lag oder am Dinkelmehl: Der Quicheteig ist prima geworden, genau die richtige Mischung zwischen buttrig und mürb!

Noch mehr tolle Quiche- und Tarte-Rezepte habe ich übrigens bei Pinterest gesammelt. Ich bin schon ziemlich lange bei Pinterest angemeldet, war aber bis vor kurzem nicht besonders aktiv. Jetzt habe ich festgestellt, dass Pinterest sich ganz hervorragend dafür eignet, alle meine Rezepte nach Kategorien zu sammeln. Zum Beispiel alle Kürbis-Rezepte auf einen Blick. Alle Flammkuchen auf einen Blick. Alle Linsen-Rezepte auf einen Blick. Undundund! Ich habe gerade erst angefangen damit und werde nach und nach alle meine Rezepte so kategorisieren. Eine schöne Übersicht und für andere auch hilfreich, denke ich!


 Und natürlich kann man auch ganz allgemein sehr gut wahnsinnig viel Zeit auf Pinterest vertrödeln. Und sich zum Beispiel Inspirationen für die Adventszeit holen. Und beim stundenlangen Stöbern und Pinnen völlig die Zeit vergessen... aber das ist eine andere Geschichte!

Und ihr? Seid ihr auch bei Pinterest? Und was pinnt ihr am liebsten?

Hinweis: Dieser Blogbeitrag ist in Kooperation mit Pinterest entstanden.

Nachgebacken: Pumpkin Pull Apart Bread (Kürbis-Zupfbrot)

Nachgebacken: Pumpkin Pull Apart Bread (Kürbis-Zupfbrot)

Erinnert ihr euch noch an den Zupf-Schuedi von Paules Kitchen, der vor 3 Jahren als "Blog-Buster" (danke Micha für diese schöne Wortschöpfung!) durch alle Blogs ging? Wer kann schon widerstehen, wenn es um warmen, fluffigen Hefeteig geht, den man ganz wunderbar Stück für Stück aus der Form zupfen und genüsslich verspeisen kann... ich jedenfalls nicht. Und wenn dann noch Kürbis ins Spiel kommt, wie bei diesem genialen Pumpkin Pull Apart Bread, das ich bei der lieben Mara von Life is full of goodies entdeckt habe, bin ich sowieso verloren und MUSS zur Tat schreiten, sprich ebenfalls den Backofen anwerfen. 

Ich habe mich ganz an Maras gelingsicheres Rezept gehalten und das Kürbis-Zupfbrot ist grandios geworden! Saftig, würzig, nicht zu süß.... perfekt! Ich würde nächstes Mal nur die Menge für die Füllung etwas reduzieren, da bei mir noch etwas Füllung übrig blieb. Im Rezept unten habe ich die Mengen daher bereits angepasst. Und jetzt: Nachbacken, marsch marsch!

 

Pumpkin Pull Apart Bread
(für eine Kasten-Backform mit 26cm Länge)

Zutaten:
Für den Teig:
500g Mehl Type 405
50g Zucker
42g Hefe (1 Würfel)
1/2 TL Salz
75g Butter
50ml Milch
2 Eier
100g Kürbispüree
Für die Füllung:
75g Butter
75g Rohrohrzucker
1/2 TL Zimt
Für die Glasur (optional):
3 EL Puderzucker
Saft von 1/2 Zitrone

Zubereitung:
Für den Hefeteig die Butter bei geringer Hitze schmelzen lassen. Abkühlen lassen. Milch lauwarm erwärmen. In einer großen Schüssel das Mehl mit dem Zucker, dem Salz und der fein zerbröckelten Hefe mischen. Eier zugeben. In einer zweiten, kleineren Schüssel die flüssige Butter mit der lauwarmen Milch und 50ml lauwarmem Wasser vermischen und zum Mehl in die Schüssel geben. Mit den Knethaken des Handrührgeräts ca. 2-3 Minuten zu einem gleichmäßigen Teig verkneten, dann das Kürbispüree zugeben und unterkneten. Teig so lange von Hand kneten, bis das Kürbispüree komplett unter den Teig gemischt wurde und der Teig sich gleichmäßig und glatt anfühlt. Teigschüssel mit einem angefeuchteten Küchentuch abdecken und an einem warmen Ort ca. 1 Stunde gehen lassen, bis sich sein Volumen verdoppelt hat.

Für die Füllung die Butter schmelzen, mit dem Rohrzucker und dem Zimt vermischen.

Eine Kastenform mit wenig Butter einfetten.

Wenn der Hefeteig sein Volumen verdoppelt hat, den Teig auf einer gut bemehlten Oberfläche gleichmäßig ca. 0,5cm dick zu einer rechteckigen Teigplatte auswellen. Teig gleichmäßig mit der Butter-Zucker-Zimt-Mischung bestreichen. Dann den Teig in Streifen von der Breite der Kastenform schneiden. Teigstreifen so aufeinander stapeln, dass immer die mit der Füllung bestrichene Seite oben liegt. Dann die Teigstreifen quer noch mal in Stücke schneiden, die der Höhe der Kastenform entsprechen. Man bekommt damit lauter rechteckige Stücke bekommt, die so breit und so hoch wie die Kastenform sind. Diese werden hintereinander in die Kastenform geschichtet. Teigplatten in der Form nochmals 10-15 Minuten gehen lassen. Den Backofen auf 180 Grad Ober-/Unterhitze vorheizen.

Die Kastenform auf der 2. Schiene von unten in den heißen Backofen schieben und ca. 50-55 Minuten backen lassen. Falls die Oberfläche des Pumpkin Pull Apart Breads zu dunkel wird, den Zupfkuchen mit Alufolie abdecken.

Pumpkin Pull Apart Bread aus dem Backofen nehmen, etwas abkühlen lassen. Mein Pull Apart Bread war sehr saftig und hätte eigentlich gar keine Glasur notwendig gehabt. Ich habe trotzdem aus Zitronensaft und Puderzucker eine Glasur angerührt und die Oberfläche damit eingepinselt, das muss aber nicht sein.

Das Küchentagebuch von Nigel Slater [Rezension]

Das Küchentagebuch von Nigel Slater [Rezension]

Noch knapp 7 Wochen bis Weihnachten - höchste Zeit, dass ich euch mal ein paar meiner neuesten Kochbücher vorstelle und euch damit Inspiration für den Weihnachts-Wunschzettel liefere, oder? Ich mag ja den Herbst auch deswegen gerne, weil dann die Kochbuch-Neuerscheinungen veröffentlicht werden. Außerdem habe ich im Herbst und Winter mehr Zeit, ausgiebig in meinen Kochbüchern zu schmökern und daraus kochen, als im Frühling und Sommer. Und obwohl ich mittlerweile schon so einige Kochbücher besitze und mein Mann mir ein Kochbuch-Kaufverbot auferlegt hat, ist die Lust auf Neues ungebrochen und es haben wieder einige Neuerscheinungen ihren Weg zu mir gefunden - wie  "Das Küchentagebuch" von Nigel Slater!


Das Küchentagebuch. Mit 250 Rezepten durch das Jahr* ist nach Tender. Gemüse* das zweite Buch von Nigel Slater, das ich besitze. "Tender: Gemüse" hat mir sehr gut gefallen, wie ihr in meiner Rezension lesen konntet. Daher waren meine Erwartungen an "Das Küchentagebuch" auch recht hoch. Beim ersten Durchblättern habe ich gleich festgestellt, dass im Vergleich zu "Tender. Gemüse" deutlich weniger Fotos enthalten sind. Und wie der Titel schon sagt: es ist ein (Küchen-)Tagebuch und enthält Nigel Slaters über mehrere Jahre angesammelte Notizen, Gedanken und vor allem schnelle, spontane Rezepte. 

Ich muss eine Weile suchen, bis ich drei Rezepte finde, die ich als erstes nachkochen möchte. Meine Wahl fällt als erstes auf ein Aprikosen-Couscous mit Knoblauch, Kardamom und Harissa. Leider bekomme ich den Perl-Couscous, den Nigel Slater verwendet, nirgends und nehme stattdessen Instant-Couscous. Vielleicht liegt es daran, dass das Gericht trotz der Würzung mit Harissa, Knoblauch und Kardamom so langweilig schmeckt, dass ich es noch nicht mal fotografiert habe? 

Als nächstes lasse ich mich von einem Salat aus geräuchertem Schinken, Pfirsich und Petersilie zu einer eigenen Salat-Version mit Parmaschinken, Alb-Leisa und Pfirsichen inspirieren. Die Pfirsich-Saison war schon ziemlich am Ende und ihr Geschmack etwas fade, als ich das Rezept ausprobiert habe, aber auch sonst hat mich das Dressing mit Weißweinessig und Créme fraiche nicht gerade umgehauen. Geschmacklich war der Salat in Ordnung, aber nicht überwältigend und ich bin erneut etwas enttäuscht.


Als dritte und letzte Chance für Das Küchentagebuch* habe ich schließlich das Rezept für eine Mangold-Feta-Tarte abgewandelt zu einer schnellen Zucchini-Feta-Tarte mit Blätterteig. Und diese Tarte hat mich versöhnt mit Nigel Slater, denn obwohl ich Zucchini statt Mangold verwendet habe, hat die Kombination aus Estragon, Crème fraiche, körnigem Senf und Feta-Käse absolut überzeugt. Klasse!


Und jetzt geht´s ans Eingemachte, ich vergebe wieder 0 (schlecht!) bis maximal 5 Punkte (super!) in den folgenden Kategorien!

Aufmachung/Design: 4/5
Das Küchentagebuch ist ein ordentlicher Schmöker, ganz so, wie ich das mag. Hardcover, mehr als 500 Seiten und ein schönes Cover mit einem herrlichen Apfel-Foto und einem entspannten Nigel Slater mit Bart, Wuschelhaaren und Rollkragenpulli. Das macht Lust, das Buch in die Hand zu nehmen! Leider gibt es nur ein Lesebändchen, aber immerhin. Einen Minuspunkt gibt es von mir für die für meinen Geschmack zu wenigen Fotos im Buch und nach den ersten Seiten stört es mich, dass die Texte nicht chronologisch sind und es viele Zeitsprünge gibt. So stammen z.B. alle Einträge im Februar zwar aus dem Februar, aber aus unterschiedlichen Jahren. Das stört besonders dann, wenn Nigel Slater z.B. von den Umbauarbeiten in seiner Küche erzählt, die im einen Eintrag bereits abgeschlossen, im übernächsten noch  im vollen Gange und in anderen noch Zukunftsmusik sind.

Fotos: 3.5/5
Die Fotos in Das Küchentagebuch* stammen wie auch in "Tender. Gemüse" von Jonathan Lovekin, der seinem natürlichen, ungestylten Fotostil treu bleibt. Leider sind nur wenige Rezepte bebildert und das Buch ist sehr textlastig, noch textlastiger als "Tender. Gemüse". Die wenigen Fotos sind meist in erdig-dunklen Tönen gehalten und sehr ansprechend. In "Tender. Gemüse" gab es außer Fotos zu den Rezepten auch viele Fotos aus Nigel Slaters beneidenswertem Küchengarten, die mir sehr gut gefallen haben und die ich im "Küchentagebuch" irgendwie vermisst habe. Zu einem Küchentagebuch passen doch auch Fotos aus dem Küchengarten, oder nicht? Vielleicht spricht hier aber auch nur das Küchengarten-Fangirl in mir...

Rezepte: 3/5
Der Titel Das Küchentagebuch* ist durchaus wörtlich zu nehmen, denn es handelt sich dabei tatsächlich eher um ein Tagebuch mit eingestreuten Rezepten als um ein Kochbuch. Viele Rezepte sind improvisierte Essen und Resteküche, deren Entstehung Nigel Slater auch genau so beschreibt, wenn er z.B. noch Fleischreste im Kühlschrank hat, die er für einen Salat verwendet oder ähnliches. Nigel Slater betont mehrfach, wie sehr er "einfach gutes, bescheidenes, selbst gemachtes Essen" schätzt und dass die Rezepte in diesem Buch genau darauf abzielen. "Es muss nicht das Großartigste, Weltbeste oder auch nur Erwähnenswerte sein." Im Prinzip bin ich da ganz seiner Meinung, denn gerade wer täglich kocht, hat manchmal auch das Bedürfnis, einfach nur ein unkompliziertes Essen auf den Tisch zu bringen. Aber trotzdem sollte der Geschmack dann stimmen und wenn zwei von drei ausprobierten Rezepten mich nicht wirklich begeistern, kann ich in dieser Kategorie leider nur 3 von 5 Punkten vergeben.

Nachkochbarkeit: 4/5
Die meisten Rezepte enthalten Zutaten, die im gut sortierten Supermarkt erhältlich sind und sind in der Zubereitung unkompliziert. Die einzelnen Arbeitsschritte in den Rezepten sind gut und nachvollziehbar erklärt, die Rezepte funktionieren wie angegeben. Einen Punkt Abzug gibt es lediglich, weil ich bei zwei von drei ausprobierten Rezepten kein geschmackliches Erfolgserlebnis hatte!

Kaufempfehlung: 4/5
"Das Küchentagebuch" ist meiner Meinung nach eher für Nigel Slater-Fans gedacht, die "Tender. Gemüse" und "Tender. Obst" schon im Regal stehen haben. Ich hatte zwischendurch immer wieder den Eindruck, als wollte Nigel Slater nach dem Erfolg von "Tender" zügig ein Nachfolgewerk auf den Markt bringen, was zu Abstrichen bei der Qualität geführt hat. Man merkt, dass das Küchentagebuch nicht chronologisch geordnet geschrieben wurde und es sich dabei um Notizen und Rezeptsammlungen handelt, die sich über mehrere Jahre angesammelt haben. Das erklärt auch die vielen Wiederholungen, wie z.B., dass Bratensäfte und -saucen "nichts Geringeres als ein Schatz" seien (S. 160 und S. 391) und der wiederholte Hinweis darauf, dass auch gekaufter Blätterteig völlig in Ordnung ist und man Blätterteig nicht zwangsläufig selbst machen muss. Aber andererseits springt auch bei diesem Buch immer wieder der Funke über, wenn Nigel liebevoll von selbst angebauten Bohnen, Pflaumen und den wilden Brombeeren aus Nachbars Garten schreibt. Wenn man Das Küchentagebuch* eher als Tagebuch denn als Kochbuch sieht, ist das Lesevergnügen groß und ich kann euch das Buch unter diesen Voraussetzungen wärmstens empfehlen. Wer noch gar kein Buch von Nigel Slater besitzt, sollte sich aber eher Tender. Gemüse* oder Tender. Obst* zuerst zulegen!



*Hinweis: Alle Links zu Amazon sind Affiliate-Links

Süßkartoffelsuppe mit Hackfleisch, Frühlingszwiebeln und Crème fraiche

Süßkartoffelsuppe mit Hackfleisch, Frühlingszwiebeln und Crème fraiche

Es ist kalt, es ist nass, es ist neblig da draußen. Ich brauche was Warmes im Bauch! Also: Zeit für Suppe. Und zwar für eine Süßkartoffelsuppe mit Hackfleisch, Frühlingszwiebeln und Crème fraiche. Da ist alles drin, was ich mag: Süßkartoffeln, Karotten, Frühlingszwiebeln, krümelig gebratenes Hackfleisch und ein Klacks kühler, frischer Crème fraiche. Schnell zubereitet ist die Suppe auch noch - perfekt! Das Rezept habe ich mal wieder auf der Webseite von lecker.de gefunden und hier für euch notiert.

Süßkartoffelsuppe mit Hackfleisch, Frühlingszwiebeln und Crème fraiche

Süßkartoffelsuppe mit Hackfleisch, Frühlingszwiebeln und Crème fraiche
(für 2 Portionen)

Zutaten:
500g Süßkartoffeln
2 Karotten
1 kleine Zwiebel
2 TL Öl
500ml Gemüsebrühe (selbstgemacht)
1 Frühlingszwiebel
100g Rinder-Hack
Salz, Pfeffer
50g Crème fraiche

Zubereitung:
Süßkartoffeln und Karotten schälen und in Würfel schneiden. Zwiebel schälen, fein würfeln.  

In einem großen Topf 1 TL Öl erhitzen und Zwiebel darin andünsten. Dann Süßkartoffeln und Karotten zugeben, ebenfalls andünsten. Gemüsebrühe zugießen, einmal aufkochen lassen. Hitze reduzieren und das Gemüse zugedeckt bei mittlerer Hitze 15 bis 20 Minuten köcheln lassen.

In der Zwischenzeit die Frühlingszwiebel putzen, waschen und in dünne Ringe schneiden. 1 TL Öl in einer Pfanne erhitzen, das Hackfleisch darin in 3 bis 5 Minuten rundherum krümelig anbraten. Frühlingszwiebel zugeben, kurz mitbraten. Fleisch mit Salz und Pfeffer würzen.

Die Suppe mit dem Stabmixer fein pürieren, dann mit Salz und Pfeffer würzen. Suppe portionsweise in tiefe Teller füllen, jeweils mit etwas Hackmischung und einem großen Klecks Crème fraiche anrichten und sofort servieren.

Pikante Walnuss-Spaghetti mit Kapern und Oliven

Pikante Walnuss-Spaghetti mit Kapern und Oliven

Alle, die keinen Trüffel mögen, können aufatmen: Alle Trüffel sind mittlerweile verspeist und ab sofort geht es weiter mit "ganz normalen" Gerichten! Die pikanten Walnuss-Spaghetti mit Kapern und Oliven haben mich in der aktuellen Ausgabe der Zeitschrift "So is(s)t Italien", einer meiner absoluten Lieblings-Foodzeitschriften, regelrecht angelacht. Oliven, Kapern, getrocknete Tomaten und Pasta mag ich sowieso immer, dazu noch ein paar crunchige Walnüsse frisch vom Walnussbaum meiner Schwiegereltern - ein wunderbar würziges Nudelgericht, das in 20 Minuten fertig auf dem Tisch steht. Perfekt!

Pikante Walnuss-Spaghetti mit Kapern und Oliven - Schöner Tag noch!

Pikante Walnuss-Spaghetti mit Kapern und Oliven
(für 2 Portionen)

Zutaten:
2 EL Walnusskerne
8 getrocknete Tomaten in Öl
1 EL Kapern in Salz
12 schwarze Oliven ohne Stein
250g Spaghetti
1 roter Peperoncino
1 EL Olivenöl
100ml trockener Weißwein
1 EL Butter
Salz, Pfeffer

Zubereitung:
Walnusskerne grob hacken. In einer Pfanne ohne Fett rundherum goldbraun anrösten. Geröstete Walnusskerne herausnehmen, beiseite stellen.

Die getrockneten Tomaten abtropfen lassen, in dünne Streifen schneiden. Kapern unter fließendem Wasser abspülen und abtropfen lassen. Die Oliven halbieren. Peperoncino waschen, putzen und längs halbieren. Kerne und Trennwände entfernen, Peperoncino fein hacken.

Spaghetti in reichlich kochendem Salzwasser nach Packungsanweisung al dente kochen.

Derweil in der Pfanne, in der die Walnusskerne geröstet wurden, das Olivenöl erhitzen. Tomaten, Kapern und Oliven zugeben und bei mittlerer Hitze 1 Minute anbraten. Dann den Peperoncino zugeben, kurz mitbraten. Mit Weißwein ablöschen und alles bei mittlerer Hitze etwas einkochen lassen.

Nudeln in ein Sieb abgießen, abtropfen lassen und die Spaghetti zur Oliven-Tomaten-Sauce in die Pfanne geben. Sauce kräftig mit Salz und Pfeffer würzen. Butter in die Pfanne geben und alles gut miteinander vermengen.

Spaghetti portionsweise auf tiefe Teller verteilen. Vor dem Servieren mit gerösteten Walnusskernen bestreuen. Sofort genießen!

Geschmortes Rindfleisch mit Trüffel und Nudeln

Geschmortes Rindfleisch mit Trüffel und Nudeln

Heute gibt´s zum Abschluss meiner Trüffel-Trilogie nach der Pizza mit Taleggio und Trüffel und der Trüffel-Pasta noch ein richtiges Sonntagsgericht. Eines, das den halben Sonntagnachmittag im Ofen vor sich hin schmurgelt, in der ganzen Wohnung köstlichen Duft verbreitet und die Seele wärmt. Um mein letztes Stück schwarzen Trüffel zu verwerten, habe ich mir bei "Essen und Trinken" ein Rezept für geschmortes Rindfleisch mit Trüffel und Nudeln herausgesucht. Das ist das perfekte Rezept für alle, die sich erst mal vorsichtig an den Trüffel-Geschmack herantasten wollen, denn hier werden kleine Trüffelwürfel in der Sauce mitgekocht und schmecken nur dezent, aber wunderbar rund und köstlich durch. Ein würdiger Abschluss für meine Trüffel-Woche! Leider war´s das jetzt mit Trüffel-Rezepten, denn meine Trüffel-Vorräte aus Alba sind  nun aufgebraucht...

 


Geschmortes Rindfleisch mit Trüffel und Nudeln
(für 3 Portionen)

Zutaten:
1/4 Knolle Sellerie (ca. 50g)
2 Möhren
2 Zwiebeln
450g Rinderschulter
Salz, Pfeffer
1 EL Öl
100ml Rotwein
400ml Rinderfond
30g schwarzer Trüffel
2 EL Butter
80ml Madeira
200g Nudeln (am besten sind z.B. Linguine geeignet, Penne gehen aber auch)

Zubereitung:
Sellerie waschen, schälen und in feine Würfel schneiden. Eine der beiden Möhren ebenfalls schälen und in feine Würfel schneiden. Eine Zwiebel schälen, halbieren und fein würfeln.

Fleisch trocken tupfen, von beiden Seiten salzen und pfeffern.

Backofen auf 180 Grad Ober-/Unterhitze vorheizen. Öl in einem ofenfesten Bräter erhitzen und das Fleisch darin rundherum von allen Seiten scharf anbraten. Dann das Fleisch aus dem Topf nehmen, beiseite stellen. Sellerie, Möhre und Zwiebel in den Topf geben und kurz andünsten. Mit Rotwein ablöschen, dann den Rinderfond zugeben. Fleisch wieder in den Bräter legen. Bräter mit geschlossenem Deckel im heißen Backofen auf der mittleren Schiene ca. 2,5 Stunden garen, dabei das Fleisch alle halbe Stunde wenden.

Die zweite Möhre und die zweite Zwiebel schälen und fein würfeln. Trüffel putzen, 20g davon in feine Würfel schneiden. 1 EL Butter in einem Topf erhitzen, die Möhren und Zwiebeln zugeben und bei mittlerer Hitze 2 Minuten dünsten. Dann die Trüffelwürfel zugeben, ebenfalls 2 Minuten dünsten. Mit dem Madeira ablöschen, 5 Minuten offen bei mittlerer Hitze einkochen lassen.

Den Bräter aus dem Ofen nehmen und das Fleisch aus dem Topf herausholen. Fleisch in Alufolie wickeln und beiseite stellen. Den Bratenfond durch ein feines Sieb in einen Topf abgießen, das zerkochte Gemüse wegwerfen. Das frisch angedünstete Gemüse und die Trüffelwürfel zum Bratenfond in den Topf geben, bei geringer bis mittlerer Hitze ca. 10 Minuten köcheln lassen.

Nudeln in reichlich Salzwasser nach Packungsanweisung al dente garen.

Restliche Butter in einer kleinen Pfanne erhitzen und den restlichen Trüffel in feine Scheiben hobeln und zur Butter geben.

Das Fleisch aus der Alufolie nehmen und mit einer Gabel in mundgerechte Stücke zupfen. Fleisch in die Bratensauce geben, alles mit Salz und Pfeffer würzen.

Nudeln abgießen, abtropfen lassen und zum Fleisch und der Sauce in den Topf geben. Gut vermischen, dann portionsweise auf tiefe Teller verteilen. Mit den Buttertrüffeln garnieren und sofort servieren.